Entscheidungsschwache Top-Manager?

Entscheidungsschwache Top-Manager?

Sie wollen tun, machen, leisten und hängen doch in der Warteschleife fest, weil Ihnen das von oben nötige „Go“ fehlt? Willkommen im Club!

Gemäß einer Studie der internationalen Unternehmensberatung Hay Group findet jeder zweite Mitarbeiter in Deutschland: Der Chef zögert zu lange, bis eine Entscheidung getroffen wird! Mehr zur Studie.

Der Grund für die mangelnde Entscheidungsfreude laut Studie: Nachdem Themen in verschiedenen Gremien behandelt wurden, landen sie auf komplizierten, langen Kommunikationswegen zur Entscheidung am Ende doch beim Vorstand. Und der muss sich dann wiederum erst mal in die Thematik einfinden und entscheidet in der Regel weder sofort – noch immer klug.

Vertrauen oder Kontrolle?

Ich habe es anderer Stelle im Leistungsträger-Blog schon mal geschrieben: Delegieren ist ein Klassiker-Thema im Führungskräfte Coaching und delegieren können gehört für mich zu den Königsdisziplinen einer Führungskraft. Damit ist natürlich auch das Delegieren von Entscheidungen gemeint.

Mein Tipp als Executive Coach und ehemalige Führungskraft lautet: Machen Sie Ihre Mitarbeiter lieber entscheidungskompetent und groß, anstatt sie durch Kontrolle klein und abhängig zu halten.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Entscheiden Sie noch oder delegieren Sie schon?

Ihre Gudrun Happich

2 Kommentare

  1. Ja Frau Happich, da haben Sie grundsätzlich recht. Delegation von Entscheidungen an kompetente Mitarbeiter ist je nach Unternehmensreife ein produktiver Schritt.

    Das ist auch leicht gesagt (aber es dauert das Umzusetzen; das ist in der Regel ein sehr großes Changeprojekt) wenn ich als Berater, Theorie & Praxis – Erfahrungen dazu in das Gespräch mit Geschäftsführern einbringe und sie dazu ermutigen möchte.

    Der Sinn und unternehmerische Nutzen wird auch schnell erkannt. Time to Market, Mitarbeiter können selbstverantwortlich handeln, …

    Doch es gibt auch das Thema Organisationskultur. Was sind die Werte der Gründer? In welcher Unternehmensphase ist das Unternehmen aktuell? Was muss man tun oder lassen, um in dem Unternehmen Held oder Verlierer zu sein? Wie wird mit Fehlern umgegangen? Wie wollen wir heute und morgen zusammen arbeiten? Wieso gibt es uns? Was ist unsere Mission? Etc.

    Dann brauche ich einen guten Plan mit kurzen Feedback-Schleifen zur Geschäftsführung, wie so ein Konzept eingeführt werden kann.

    Bei einer Learning Journey (Lernreise) zu einem großen Anbieter im Drogerie-Markt, die seit den 90er Jahren ein „dialogisches Führungskonzept“ umsetzen, in der sehr stark auf Delegation gesetzt wird, antwortete mir der Personalvorstand auf die Frage: Wie lange es gedauert hat, dies zu schaffen? Wir arbeiten jeden Tag daran.

    Viel Arbeit. Doch es lohnt sich aus meiner Sicht sehr. Das Unternehmen ist damit sehr erfolgreich.

    Beste kollegiale Grüße

    Christoph Schlachte

    • Gudrun Happich

      Hallo Herr Schlachte,
      besten Dank für Ihren konstruktiven Kommentar !!

      Genau: so ein Projekt ist nicht mal eben aufgesetzt und dann getan, sondern es ist meiner Ansicht nach: Eine Lebenseinstellung – Vorleben und sich permanent weiterentwickeln.

      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

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