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Top Manager sein, an der Unternehmensspitze etwas bewegen und das Unternehmen nach eigenen Vorstellungen voranbringen? Ein Traum von vielen (jungen) Top-Führungskräften. Welche Strategien können Sie nutzen, um ins Top Management zu kommen? Worauf sollten Sie achten?

Lesen Sie in diesem Artikel

  • Top Management, was ist das eigentlich?
  • Top Manager in Deutschlanddie harten Fakten
  • Der Sprung ins Top Management – meine eigene Geschichte
  • Ganz neue Welt: Politische Spiele an der Unternehmensspitze
  • Wichtige Erfahrung: Den eigenen Weg als Top Manager finden
  • Hilfreiche Erkenntnis: Es gibt Grundsätze für den Weg ins Top Management
  • 7 Strategien für den Weg ins Top Management

Top Management, was ist das eigentlich?

Tja, viele Jahre habe ich recherchiert, ob es eine eindeutige Definition fürs Top Management gibt. Ich habe sie nicht gefunden. Wo fängt das Top Management eigentlich an?

Generell kann man sagen, dass es sich beim Top Management um die oberste Führungsebene handelt, das können die Direktoren, Vorstände oder auch die Mitglieder der Geschäftsleitung sein.

Bei manchen Unternehmen sind es die obersten 1 – 2 Ebenen, in einem Konzern habe ich erfahren, dass von den insgesamt 8 Führungshierarchien die obersten 4 schon zum Top Management zählen.

Zusammenfassend kann man sagen: Ein Top Manager zählt zu den Top Führungskräften an der Spitze des Unternehmens.

Fragen Sie in Ihrem Unternehmen nach, wo dort das Top Management startet.

Bevor Sie die 7 wirksamsten Strategien erfahren, wie Sie ins Top Management aufsteigen, möchte ich Sie warnen:

Top Manager in Deutschland – die harten Fakten

Jeder 5. CEO wird rausgeschmissen.
Unfreiwillig oder ungeplant darf er seinen Posten räumen.

22 Prozent der Unternehmenslenker wurden gefeuert, wie die Unternehmensberatung Strategy& (ehemals Booz & Company) bei einer Analyse von 300 börsennotierten Unternehmen im deutschsprachigen Raum errechnet.

Die Unternehmensberatung ermittelte in 2015 eine Fluktuation von 16,7 %, in 2014 waren es 10,3 %. Die Fluktuationskurve steigt also rasant an.
Zum Vergleich: der globale Durchschnitt liegt bei 14,5 %.

Meistenteils (zu 10 %) sind die Top Manager gescheitert, es gab auch Trennungsgründe wie: kein Vertrauen in den Kurswechsel, Strafanzeige oder Compliance Fälle. In 12 % der Fälle verloren die Top Manager ihren Posten, weil das Unternehmen übernommen wurde oder im Zuge einer Fusion.

Tja, auch die Vertragslaufzeiten verringern sich stets. Während früher 5 Jahre normal waren, laufen die Verträge heute im Durchschnitt 3 Jahre. Im Mittel ist ein Top Manager im deutschsprachigen Raum damit 6 Jahre im Amt. Der durchschnittliche CEO ist 56 Jahre alt.

Der Untersuchung nach verlieren Frauen öfter ihren CEO-Posten: sind es bei den Männern in den vergangenen elf Jahren 25 Prozent, so sind es bei den Frauen 32 Prozent – bei vergleichbaren Profilen.

Vielleicht sind Sie jetzt etwas desillusioniert? Sie fragen sich, was sollen denn diese Hinweise, wo ich doch eigentlich nur wissen wollte, wie ich ins Top Management aufsteige. Das verstehe ich nur zu gut.

In Anbetracht der harten Fakten ist es umso wichtiger, sich mit dem Aufstieg ins Top Management eingehend auseinander zu setzenden. Wenn Sie im Top Management sind, wollen Sie doch erfolgreich sein, oder?

Erfahren Sie, worauf es wirklich ankommt. Damit Ihnen nicht die gleichen Fehler passieren, wie den CEO’s in der Studie.

Der Sprung ins Top Management – meine eigene Geschichte

Ich war mein Leben lang Führungskraft und wurde schnell aus dem mittleren Management an die Unternehmensspitze befördert. So war ich bereits mit 30 Jahren als Mitglied der Geschäftsleitung für rund 1.000 Mitarbeiter im Raum DACH verantwortlich.

Als ich ins Top Management befördert wurde, hatte ich die „Regeln“ des mittleren Managements verinnerlicht und dachte, dass es als Mitglied der Geschäftsleitung genauso weitergehen würde – warum auch sonst sollte man mich befördert haben?

Ganz neue Welt: Politische Spiele an der Unternehmensspitze

Ich hatte allerdings keine Ahnung davon, dass es an der Unternehmensspitze „politische Spielregeln“ gab. So habe ich anfangs – nichtsahnend – eine Menge „politischer Fettnäpfe“ betreten.

So manches Mal habe ich Blut uns Wasser geschwitzt, musste eine Idee finden, wie ich virtuelle Teams führe, Lösungen finden, um aktuelle Herausforderungen zu meistern und mich mit meinen anderen Geschäftsführern auseinandersetzen, die so ganz andere Vorstellungen von „Erfolg“ und „Führung hatten als ich.

Aber irgendwie habe ich wohl doch so einiges „richtig“ gemacht. Das Unternehmen erzielte deutliche Gewinne, Veränderungen gelangen und die Unternehmenskultur verbesserte sich. Im Laufe der Zeit lernte ich auch den wirkungsvollen Umgang mit den politischen Spielregeln.

Wichtige Erfahrung: Den eigenen Weg als Top Manager finden

Ich lernte mich gegen Dampfplauderer zu behaupten und Wege zu finden, wie ich erfolgreich sein konnte – ohne mich zu verbiegen. Ehrlich gesagt: Ich lernte viel durch Versuch und Irrtum – und es hätte auch schiefgehen können.

Gerne hätte ich damals einen professionellen Führungskräfte Coach an meiner Seite gehabt. Er hätte mich sicherlich vor manch bitterer Erfahrung bewahrt. Oder so manche Situation wäre für mich leichter geworden. Doch das gab es damals noch nicht.

Als ich zur eigenen und fremden Zufriedenheit meine Ziele erreicht hatte, war für mich der nächste logische Schritt: Andere Leistungsträger quasi als „Katalysatorin“ von diesem „Erfahrungsschatz“ profitieren zu lassen. So gründete ich 1998 das Galileo . Institut für Human Excellence.

Video: hier sehen Sie meine eigene Geschichte

Hilfreiche Erkenntnis: Es gibt Grundsätze für den Weg ins Top Management

Mittlerweile durfte ich als Executive Coach über 1.000 Top Manager und Leistungsträger auf Ihrem Weg an die Unternehmensspitze begleiten. Dabei stehen wirtschaftlicher Erfolg UND persönliche Erfüllung immer im Vordergrund.

Meine Arbeit als Führungskraft und Führungskräfte Coach hat mir aber auch gezeigt, dass es bestimmte, modellhafte Verhaltensweisen und Einstellungen von Führungskräften gibt, die es nach ganz oben schaffen – ohne sich zu verbiegen oder auszubrennen.

Ich habe diese in den 7 Strategien für den Weg ins Top-Management zusammengefasst. Wenn auch Sie sich zielbewusst für den Weg in die Führungsspitze entschieden haben, können diese Tipps Ihnen den Weg dorthin wesentlich erleichtern.

7 Strategien für den Weg ins Top Management

  1. Ganz wichtig: Machen Sie sich klar, welche Rahmenbedingungen für Sie unbedingt erfüllt sein müssen. Wenn Sie hier Abstriche machen, wird es schwierig mit einer erfüllten Karriere. Kompromisse an der falschen Stelle sind einfach nicht produktiv.
    Im Klartext: was brauchen Sie um leistungsfähig zu sein und führen zu können?
  2. Überlegen Sie sich, was für Sie persönlich der beste Platz im Unternehmen wäre, an dem Sie wirklich zeigen können, was in Ihnen steckt. Das bedeutet zwar nicht unbedingt, dass Sie damit auch sofort in der Hierarchie aufsteigen, aber Sie stellen dafür strategisch gesehen die Weichen.
    Im Klartext: überlegen Sie genau, welche Aufgaben Ihnen so richtig Spaß machen, Ihre Leidenschaft fördern und wo Sie die Zeit vergessen. Ist es eine Führungsaufgabe oder eher ein Expertenengagement? Ist es im mittleren Management oder ganz an der Spitze im Top Management?
  3. Spielen Sie schon im Vorfeld durch, was alles auf Sie zukommen wird und entwickeln Sie ein realistisches Bild der neuen Position. Dazu gehört z. B. auch, repräsentative Aufgaben für Ihr Unternehmen wahrzunehmen. Dieser Aspekt wird sehr häufig unterschätzt. Sie stehen als Top-Manager wesentlich mehr im Blickfeld der Öffentlichkeit, mit allen Vor- und Nachteilen.
    Im Klartext: im Top Management sind die „Spielregeln“ und die Aufgaben komplett anders, als im mittleren Management. Fragen Sie andere Top Manager und überlegen Sie sich anschließend: reizt mich das?
  4. Nutzen Sie das Netzwerk, das Sie sich bis hierher aufgebaut haben – und erweitern Sie es gezielt auch im persönlichen und „politischen“ Bereich. Denken Sie daran: Ihr Vorwärtskommen gründet sich in der Regel nur zu 10% auf Fachwissen, hingegen zu 30% auf Auftreten und sogar zu 60% auf Beziehungen.
    Im Klartext: Netzwerke sind immer wichtig. Als Top Manager sind sie überlebenswichtig. Insbesondere auch die Beziehungen außerhalb des eigenen Unternehmens.
  5. Suchen Sie sich einen oder mehrere Mentoren, die an Sie glauben und Sie fördern – und nehmen Sie selbst auch andere mit sich nach oben. Denn man kann niemals alleine erfolgreich sein.
    Im Klartext: Insbesondere, wenn Sie noch neu im Unternehmen sind und mit den Gepflogenheiten nicht vertraut sind, suchen Sie sich einen Mentor aus dem eigenen Unternehmen.
  6. Entwickeln Sie den Mut zum Halbwissen und verabschieden Sie Ihren Perfektionsdrang im operativen Bereich. Spätestens beim Wechsel vom mittleren ins Top Management ist das eine überlebenswichtige Fähigkeit. Wer nicht zu delegieren gelernt hat – und dazu gehört, anderen zu vertrauen – wird scheitern, weil der Grad an Verantwortung massiv zunimmt.
    Im Klartext: für Detailfragen und inhaltliche Aspekte sollten Sie sich immer auf Ihre Mitarbeiter verlassen können. Sie brauchen über alles den Überblick, aber Sie sind kein Experte mehr.
  7. Und zu guter Letzt: Vertrauen Sie Ihrer Intuition, auch wenn das zunächst vielleicht fremd klingt. Die verrät Ihnen nämlich meist ziemlich eindeutig, ob der nächste Karriereschritt wirklich passt. Und es verrät Ihnen auch, ob Sie einen Freund oder Konkurrenten am Tischende sitzen haben.
    Im Klartext: diesen Punkt hatte ich damals unterschätzt. Um die „politischen“ Spielchen zu erkennen und zu durchschauen ist Ihnen Ihre Intuition die größte Hilfe. Es lohnt sich die eigene Intuition zu trainieren.

Fazit:

In diesem Artikel haben Sie erfahren, was eigentlich das Top Management ausmacht. Sie wissen, dass 22 % aller Top Manager im deutschsprachigen Raum gefeuert werden. Das sind harte Fakten.

Die 7 Strategien für den Weg ins Top Management verhelfen Ihnen, den Einstieg erfolgreich zu schaffen. Wenn Sie das Richtige richtig tun, ist es im Grunde ganz einfach und kann ungeheuren Spaß machen.

Als Top Manager haben Sie Einfluss, lenken die Geschicke des Unternehmens und können im Unternehmen und auch dessen Umfeld bedeutsame Dinge zum Wohle aller bewegen.

Mein Tipp: Bereiten Sie sich gut vor und lernen Sie von Profis, die Ihnen aus der Erfahrung heraus mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn Tipps von Leuten, die niemals in der Welt der Top Manager zuhause waren, helfen Ihnen – leider – nicht weiter.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

P.S. Wenn Sie Ihren Erfolg an der Unternehmensspitze nicht dem Zufall überlassen wollen, lassen Sie sich begleiten.

Bild: Depositphotos 7402809 ©EmiliaU

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager