Netzwerke in den Führungsetagen gleichen einem Öko-System

Der Leistungsträger - Blog

Dieser Eintrag ist Teil 2 von 3 aus der Blogreihe Cheffing - Führung von unten

Im letzten Teil dieser Blogserie haben Sie erfahren, was sich hinter dem Begriff „Cheffing“ verbirgt, welche Konstellationen von Cheffing es gibt, wie Sie mit starren Chefs und Hierarchien umgehen und welche Unterschiede es bei der Führung von unten zwischen mittlerem und Top-Management gibt. Wir haben herausgefunden, dass das Beziehungsgefüge an der Spitze sehr oft einem Öko-System ähnelt.

Die Natur ist für viele Situationen, die wir im Führungskräftealltag erleben, ein geniales Vorbild. Um eine Strategie zu entwickeln, ist es manchmal leichter, sich Prozesse und Beispiele in der Natur anzuschauen, deren Wirkprinzipien zu verstehen und diese dann auf die konkrete Situation zu übertragen.

Für „Führen von unten“ – insbesondere im Top-Management – brauchen wir ein Vorbild, wo es auch um ein komplexes Beziehungsgefüge geht. Wo finden wir für diese Situation einen etwaigen Lösungsansatz in der Natur?

Öko-System am Waldrand

Die vielfältigen Quer-Beziehungen und Netzwerke in den Führungsetagen gleichen häufig einem Öko-System. Anhand dieses Vorbildes können wir im nächsten Schritt versuchen dieses System zu begreifen oder gar zu beeinflussen. Von diesem Vorbild können wir das vernetzte Denken lernen, das auf dieser Ebene entscheidend ist. Denn die vielfältigen Beziehungen und Rückkopplungen lassen sich durch lineare Kausalitäten nicht beschreiben.

Schauen Sie sich einen Waldrand an: Ein typisches Ökosystem indem zahlreiche Pflanzen und Tiere auf vielfältige Weise zu einem komplexen Ganzen verbunden sind.

Das komplexe Zusammenspiel verstehen

Die Besonderheit des Öko-Systems liegt darin, dass es sich selbst regelt und steuert. Grundlage für diese Selbststeuerung sind ausgewogene Interferenzbeziehungen, ein ausgeprägtes Anpassungsvermögen von Einzelorganismen, Populationen und Lebensgemeinschaften sowie der Ringschluss von Produzenten, Konsumenten und Reduzenten im biologischen Stoffkreislauf. Dank seiner engen Vernetzung ist dieses System aus Querbeziehungen, Nahrungsketten und Informationsübertragungen auch sehr stabil. Um den Vorteil eines Öko-Systems nutzen zu können, muss man dieses komplexe Zusammenspiel erkennen und verstehen.

Über Bande spielen

Für das Cheffing bzw. die Führung von unten lässt sich eine bemerkenswerte Schlussfolgerung ziehen: Da alles miteinander zusammenhängt, lässt sich das System über unterschiedliche Ansatzpunkte beeinflussen und in eine gewünschte Richtung lenken.

Um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, ist es daher nicht notwendig und auch nicht immer sinnvoll, direkt auf die Zielgrößen einzuwirken. Stattdessen kann man – wie beim Billard mit der weißen Kugel – auch „über die Bande spielen“ und indirekt steuern. Beim Praxisbeispiel von Herrn S. haben Sie gesehen, wie das gelingen kann.

Im nächsten Teil der Blogserie zum Thema „Cheffing – Führung nach unten“ erhalten Sie eine Checkliste, wie Sie Ihren Chef führen sollten, um wichtige Entscheidungen zu bekommen oder ein bestimmtes Verhalten zu fördern. Welche entscheidenden Punkte gilt es zu beachten und wo lauern die größten Stolperfallen? Wenn Sie diesen Beitrag nicht verpassen möchten, dann tragen Sie sich gerne hier in den Blogverteiler ein und Sie erhalten jede Woche einen neuen Blogartikel bequem in Ihr E-Mail Postfach.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

Foto: Depositphotos #29984153 ©Subbotina

Lesen Sie auch die anderen Beiträge aus der Blogreihe:

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager