Der Leistungsträger - Blog

„Innovation“ bedeutet in der einfachsten Form: „Neuerung“ oder „Erneuerung“. Meist verwenden wir den Begriff für neue Ideen und Erfindungen – und deren wirtschaftliche Umsetzung. Im unternehmerischen Kontext geht es letztlich darum, eine Firma durch Neues voranzubringen – sei es durch innovative Produkte, verbesserte interne Prozesse oder neue Strategien der Unternehmensführung.

Stellt sich die Frage: WIE kann das gelingen? Die gute Nachricht: In diesem Beitrag stelle ich Ihnen gleich drei Wege vor, wie Sie als Führungskraft Innovationen fördern und nutzen können.

  1. Sie identifizieren „verborgene“ Innovationen und entfalten deren Potenzial.
  2. Sie steigern ganz gezielt Ihre Innovationsfähigkeit – und damit auch die Ihres Unternehmens.
  3. Sie fördern die Innovationsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter – durch Innovation Leadership.

1.) „Versteckte“ Innovationen nutzen: Innovationsvorbild Natur

Die Natur bietet interessante Ansatzpunkte, wenn Sie erfolgreiche Beispiele für Innovationen finden wollen. Sie wissen ja, dass ich als Biologin in meinen Führungskräfte-Coachings gerne Analogien aus dem „erfolgreichsten Unternehmen der Welt“ nutze – und beim Thema Innovation bietet sich das wirklich an. Denn die allerwenigsten Erfindungen sind ja wirklich ganz neu. Viele sind einfach Weiterentwicklungen bisheriger Produkte. Wenn man sich das vor Augen hält, kann man seine bisherigen Produkte einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten und sich fragen, welches bisher noch unentdeckte Potenzial vielleicht in ihnen schlummert.

In der Biologie nennen wir das Präadaptation. Dieses Prinzip besagt, dass zufällig entstandene Merkmale sich bei einer Veränderung der Umweltbedingungen als Selektionsvorteil erweisen können.

Präadaptation – Zufällig entstandene Vorteile nutzen

Der Schlammspringer beispielsweise lebt wie eine Amphibie, ist aber ein Fisch. Durch seine verdickten Brustflossen, die zunächst keinen Vorteil darstellten, konnte er sich nach einer Umfeldveränderung auch an Land fortbewegen. Damit hatte er dann einen Vorteil gegenüber den anderen Fischen, die nicht fliehen konnten, wenn der bisherige Tümpel austrocknete.

Oder nehmen Sie den Birkenspanner, einen Schmetterling, der von Natur aus weiße, schwarz gesprenkelte Flügel besitzt. Sein Lebensraum war der Stamm der Birke. Die weiß-schwarze Rinde war eine hervorragende Tarnung gegen seine Fressfeinde, denn darauf war er fast unsichtbar. Doch dann passierte Folgendes:

  1. In industrialisierten Regionen hatten Industrieabgase und Emissionen die weiß leuchtende Baumrinde zerstört, die schlanken Stämme wurden dadurch aschgrau bis schwarz gefärbt.
  2. Der Birkenspanner wurde nun zu einer leichten Beute für seine Feinde, weil er vor dem dunklen Hintergrund gut sichtbar war.
  3. Die bis dahin eher seltenen fast schwarzen Exemplare, die in der Vergangenheit schnell Fressfeinden zum Opfer fielen, hatten nun einen Selektionsvorteil, der ihnen zu einem Entwicklungsboom verhalf.
  4. Die weißen Schmetterlinge waren nach kurzer Zeit nahezu vollständig aus der Umgebung verschwunden.

Identifizieren Sie verborgene Innovationen im Unternehmen

Übertragen auf die Wirtschaft bedeutet das: Überprüfen Sie, was in Ihrem Unternehmen an Potenzialen vorhanden ist. Vielleicht stellen Sie wie der Hersteller 3M fest, dass der ursprüngliche Superkleber, an dem die Forschungsabteilung arbeitete, zwar nicht funktionierte, aber gerade die Tatsache, dass er sich leicht wieder von allen Oberflächen lösen ließ, machte letztlich den entscheidenden Wettbewerbsvorteil aus: die PostIts® waren geboren und schrieben Geschichte.

Solche versteckten Innovationen gibt es in fast jedem Unternehmen.

Auch die SMS war anfangs nur eine technische Fingerübung einzelner Programmierer. Erst allmählich entfaltete sie ihr Potenzial – und generierte bald weit höhere Umsätze als die Telefonie.

Kennen Sie noch weitere Beispiele dafür, wie veränderte Marktbedingungen genutzt wurden, um bisherige Produkte zu modifizieren und so einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen? Schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen dazu.

2.) Innovationsfähigkeit steigern: Wie Sie Innovationen gezielt hervorbringen

Innovationsfähigkeit steigern

Leider gibt es nicht in jedem Unternehmen solche versteckten Innovationen. Bleibt die Suche nach den verborgenen Innovationsschätzen erfolglos, liegt es an den Führungskräften, selbst für Innovationsnachschub zu sorgen. Und hierbei spielt die sogenannte Innovationsfähigkeit eine wichtige Rolle.

Wussten Sie, dass Innovationsfähigkeit eine der wichtigsten 5 Führungskompetenzen im digitalen Zeitalter ist? (IFIDZ-Meta-Studie 2019) Grund genug, sich genauer damit zu beschäftigen.
Die Innovationsfähigkeit ist laut Wikipedia die Fähigkeit, Innovationen hervorzubringen. Diese Fähigkeit kann von Individuen, Gruppen, Institutionen oder Netzwerken erbracht werden. Dabei handelt es sich i.d.R. um ein komplexes Wechselspiel aus einzelnen Personen oder einem Verbund von Personen. Darüber hinaus gehören Mensch, Unternehmen und Technik ebenfalls dazu. Insgesamt gibt es immer nur ein Ziel: Innovationen hervorbringen.

In der zitierten Meta Studie wurden 86 Führungskompetenzen ausgemacht, die notwendig sind, damit Sie als Führungskraft im digitalen Zeitalter erfolgreich führen können. Mit 30 % lag die Innovationsfähigkeit an 5. Stelle. Dabei ist diese Fähigkeit keinesfalls neu. Als „analoge“ Kompetenz war sie bereits im Vor-Digitalen-Zeitalter bekannt und relevant. Ihre Bedeutung nimmt allerdings in der Digitalisierung deutlich zu.

Wie innovativ denken Sie? Innovationskompetenz messen

Ich bin immer ein wenig umtriebig und so nutzte ich vor kurzem die Gelegenheit einen neuen Persönlichkeitstest (Personality Profiler – Linc GmbH) auszuprobieren. Dabei staunte ich nicht schlecht, als mir im Ergebnis eine hohe Innovationskompetenz bescheinigt wurde. Ich fragte mich sofort: Was bedeutet das eigentlich?

Hier finden Sie einen Auszug aus dem Ergebnisbericht:

  • Sie haben deutlich mehr Ideen zur Lösung von Problemenund machen mehr neuartige Vorschläge als Andere.
  • Ihr Denken ist auf Fortschritt ausgerichtet, denn Sie mögen keinen Stillstand, weder beruflich noch privat.
  • Sie beschäftigen sich gerne mit Neuem und bisher Unbekanntem, das können technische Innovationen, neue Gerichte oder musikalische Neuerscheinungen sein.
  • Sie sind in der Lage, wirkliche Innovationen zu erzeugen, statt Vorhandenes zu übernehmen und evtl. zu optimieren. Ihre Fähigkeit, neue Wege in Ihrem Fachgebiet zu beschreiten, stützt sich auf eine breite Wissensbasis, die Sie sich aufgrund Ihrer Neugier angeeignet haben.

Haben Sie sich wiedererkannt und innerlich zu sich gesagt: Genau, das trifft auch auf mich zu? Dann freuen Sie sich, denn Sie zählen zu denjenigen, die die Zukunft des Unternehmens maßgeblich mitgestalten können und sollten. Und mit den folgenden Tipps gelingt Ihnen das auch.

7 Tipps, um die Innovationsfähigkeit zu steigern

Damit Sie Ihre Innovationsfähigkeit gezielt für Ihre Projekte oder auch Ihr Unternehmen einsetzen können, achten Sie bitte auf folgende Tipps:

  1. Gehör verschaffen!
    Machen Sie sich bewusst, so innovativ und ideenreich Sie denken – nicht jeder versteht Sie. Nutzen Sie Ihre Empathieum den jeweils passenden Kommunikationsstil für Ihren Vorgesetzen, Ihren Kunden, Ihre Mitarbeiter oder Kollegen zu finden.
    Ihre Ideen helfen Ihnen nur, wenn Sie von den anderen verstanden werden.
    Hierzu sind Sie in der Bringschuld.
  2. Nicht gackern – legen!
    Selbst, wenn in Ihrem Kopf ganz klar ist, wie man die Ideen angehen und umsetzen könnte und Sie aus diesem Grunde sich gerne wieder Ihrer Leidenschaft verschreiben, um neue Ideen zu produzieren.
    Ideen, die nicht zur Umsetzung gelangen, bringen niemandem was.
    Wussten Sie z.B. dass es sehr viele geniale Erfinder gibt, die selbst am Hungertuch nagen, weil Sie es einfach nicht schaffen aus Ihren Gedanken reale Projekte entstehen zu lassen, die dann zu Ergebnissen führen?
  3. Unterstützer und Verbündete suchen!
    Wenn Ihnen die eigene Umsetzung zu schwierig ist, dann suchen Sie sich einen oder mehrere „pragmatische“ Umsetzer. Meiner Erfahrung nach gibt es auf der einen Seite die Kreativen und auf der anderen Seite die Realisierer.
    Jeder für sich bringt dem Umfeld wenig Wert. Als Team sind sie hingegen unschlagbar. Daher machen Sie sich bitte aktiv auf den Weg und suchen Sie sich Menschen, die in der Umsetzung so stark sind, wie Sie in der Ideenproduzierung.
  4. Kreative Pausen!
    Für die Ideenproduktion ist der vordere Frontallappen zuständig (also der Bereich hinter Ihrer Stirn). Stress, Anspannung und Druck sorgen dafür, dass unser „Gehirn zunehmend von vorne nach hinten abschaltet“.
    Bei akutem Stress „denken“ wir also nur noch mit dem Hinterkopf. Hier können wir dann nur noch auf längst etabliertes Erfahrungswissen zurückgreifen. Das hilft bei Innovationen nicht weiter.
    Sorgen Sie also dafür, dass Sie sich immer wieder Raum und (Aus)-Zeiten fürs „Spinnen“ gönnen. Es gibt sogar Forscher, die anregen immer mal wieder ganz bewusst für Langeweile zu sorgen, da dies die Möglichkeit „Kreative Ideen zu schmieden“ enorm steigern soll.
  5. Kreativ-Teams!
    Setzen Sie sich immer wieder mit Gleichgesinnten – gerne aus anderen Bereichen – zusammen und lassen Sie gemeinsam die Kuh fliegen. Spinnen Sie die unmöglichsten Ideen. Dabei ist es zunächst egal, ob diese auch verwirklicht werden können. Je ausgefallener und kreativer umso besser.
    Meiner Erfahrung nach sollten sich in dieser Runde tatsächlich Menschen treffen, die ebenso kreativ sind, wie Sie. Die typischen Kritiker und Bedenkenträger bremsen in so einer Runde den Prozess.
    Zu einem anderen Zeitpunkt, wenn es eher um den Realitätscheck und die Umsetzung geht, sind genau diese konstruktiven Kritiker jedoch goldwert und herzlich eingeladen.
  6. Mittagspause nutzen!
    Wie oft habe ich schon erlebt, dass sich ein paar Kollegen in der Mittagspause zusammengesetzt haben. In einem benachbarten Lokal oder Biergarten und dabei die Mittagspause dramatisch überzogen haben.
    So manche Führungskraft wollte dann erbost an die Pausenregelung erinnern.
    In so gut wie allen Fällen, die mir berichtet wurden, hatten sich die Mitarbeiter allerdings in der Pause über Projekte, Herausforderungen oder Ideen unterhalten, wie man bestimmte Dinge besser machen konnte.
    Im Grunde haben sie also nicht die Pause verlängert, sondern während des Essens kreativ – im Sinne des Unternehmens – weitergearbeitet. Genaugenommen haben Sie also sogar auf ihre Pause verzichtet. Kann man das als Chef bestrafen?
  7. Innovationskultur aufbauen!
    Nicht jeder hat die gleiche Innovationsfähigkeit wie Sie. Vielleicht hat er davon auch gar nichts. Das ist auch gar nicht weiter schlimm. Stehen Sie zu Ihrer Fähigkeit. Machen Sie sich klar, dass dies ein Geschenk ist und gepflegt werden sollte.
    Suchen Sie sich im Unternehmen (oder anderswo) Gleichgesinnte. Etablieren Sie Foren, die zum Ideenschmieden und Austausch dienen. Berichten Sie von Ihren kleinen und großen Erfolgen.
    So verbreitet sich nach und nach der Innovationsgeist im Unternehmen und Sie tragen dazu bei, dass sich eine Innovationskultur entwickelt.

Innovations-Killer: So werden Ideen ausgebremst

Gut zu wissen: Die Innovationsfähigkeit Ihres Unternehmens steigern Sie nicht nur, indem Sie selbst aktiv für Innovationen sorgen, sondern auch, indem Sie Innovations-Hemmnisse aus dem Weg räumen. Achten Sie dabei insbesondere auf die beiden folgenden Innovations-Killer.

Verbesserungsvorschläge sind unerwünscht

Gemäß einer Kienbaum/Stepstone-Studie, haben nur 18 Prozent der Fachkräfte das Gefühl, dass das Einbringen von Ideen und Verbesserungsvorschlägen erwünscht ist. Ein Fünftel ist sogar der Meinung, dass Ideen gezielt ausgebremst werden.

Auch die anderen Ergebnisse geben zu denken: 55 Prozent der befragten Mitarbeiter sind der Meinung, dass ihr Arbeitgeber für die Zukunft schlecht aufgestellt ist. Sechs von zehn Fachkräften glauben, dass aktuelle Führungsmuster und -stile den Herausforderungen der Zukunft nicht gerecht werden.

Lange Entscheidungswege

Zwei Drittel der befragten Fachkräfte arbeiten in Unternehmen, die hierarchisch oder stark hierarchisch organisiert sind. Bei der Mehrheit der Studienteilnehmer ist dies ein Unternehmen mit einem Einlinien-Führungssystem.

Das bedeutet, dass Berichtsketten im Unternehmen vertikal zu direkten Vorgesetzten verlaufen – Entscheidungen werden eher auf den oberen Führungsebenen getroffen. Oft sind aber genau diese Systeme durch lange Entscheidungswege geprägt.

Gerade große Unternehmen benötigen zwar Strukturen, um Arbeit und Kommunikation zu ordnen, Hierarchien sollten aber nicht lähmend wirken. Der pyramidenförmige Aufbau von Unternehmen ist für schnelle Reaktionen ungeeignet. (Kienbaum-Geschäftsführer Walter Jochmann)

Das meinen übrigens auch die befragten Fachkräfte: Knapp 60 Prozent sind der Ansicht, dass veränderte Unternehmensstrukturen auch mehr Innovationen ermöglichen würden.

3.) Innovation Leadership – Wie Sie durch Leadership Raum für Innovationen schaffen

Innovation Leadership

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie man durch eine besondere Art der Führung Innovationen ermöglichen und fördern kann? Gibt es dazu evtl. einen eigenen Führungsstil? So viel vorweg: Da der Führungsstil immer zum Gesamtsystem passen muss, gibt es DEN einen „richtigen“ Führungsstil für Innovation leider nicht.

Innovation Leadership und Innovation Leader: Das steckt dahinter

Wenn es schon nicht den einen Führungsstil gibt, müssen wir uns dem Thema anders nähern: Hier ist mir eine Formulierung aufgefallen, die ich hilfreich finde: Innovation Leadership. Was ist das eigentlich?

Im Innovation Leadership geht es darum „durch Leadership Raum für Innovationen zu schaffen.“ Konkret bedeutet das, dass sich die Führungskraft – hier Innovation Leader genannt – als Enabler, also als „Möglichmacher“ sieht. Sie schafft den Raum für die Mitarbeiter, so dass Innovationen erst entstehen können. Durch Innovation Leadership lässt sich also gewissermaßen die Innovationsfähigkeit der Mitarbeiter steigern.

Dabei werden verschiedene Führungsstile kombiniert, um die Mitarbeiter dazu zu bewegen, kreative Ideen, Produkte oder auch Dienstleistungen hervorzubringen. Statt einem bestimmten Führungsstil zu folgen, geht der Ansatz anders: Welche Rollen hat die Führungskraft – hier der Innovation Leader – um Innovationen bestmöglich zu fördern?

Der Innovation Leader übernimmt die Schlüsselrolle und er vereint drei Rollen in einer Person.

Führungsrollen statt Führungsstil: 3 Rollen des Innovation Leaders
  1. Enabling/Ermöglichen
    … statt Managen: Der Innovation Leader schafft Rahmenbedingungen, die den Mitarbeitern die persönliche Weiterentwicklung und organisationales Lernen ermöglichen.
  2. Reframing/Perspektivenwechsel
    … statt Verharren im oft unbewusst gewählten bzw. vorgegebenen Wissensraum. Der Innovation Leader entwickelt – gemeinsam mit den Mitarbeitern – Methoden, um systematisch die Denk- und Handlungsmuster zu erkennen und zu hinterfragen.
  3. Letting go/Loslassen
    … statt Kontrolle. Der Innovation Leader setzt sich zum Ziel, nicht sofort in Antworten und Lösungen zu denken. Er lässt sich auf das ein, was entstehen will. Zugegeben, das ist nicht leicht, doch es geht ja darum, dass sich „NEUES“, evtl. noch nie dagewesenes entwickeln kann.

Wie Innovation Leadership in der Praxis gelingen kann

Was sind die Erfolgsfaktoren, die den Wandel vom klassischen Unternehmen zur Netzwerkorganisation, in der jeder Mitarbeiter mit seinen Ideen brillieren kann, ermöglichen?

  • Näher am Menschen, am Kunden, am Mitarbeiter sein, um dadurch schneller und flexibler agieren zu können.
    Aber: „Wenn so ein Wandel nur von Profit getrieben ist, versandet er irgendwann beziehungsweise geht über ein gewisses Stadium nicht hinaus, weil sich vor allem das Mindset der Führungskräfte nicht verändert.
  • Mitarbeiter sollen sich künftig immer wieder neu zu selbstorganisierten Teams zusammenfinden – und zwar genau dort, wo sie sich ihrer Ansicht nach am besten einbringen können. Die Möglichkeit, dort zu arbeiten, wo der Sinn am größten ist, wird als Hochleistungsfaktor gesehen.
  • Wie gehen die Mitarbeiter mit der Eigenverantwortungund die Führungskräfte mit dem Einfluss- und Übersichtsverlust um?
    Tipp: „Es braucht einen Rahmen, ohne dem Mitarbeiter genau zu sagen, was er zu tun hat. Das ist die wesentliche Aufgabe eines Managements: keine Anweisungen mehr an die Mitarbeiter zu geben, sondern Intentionen.”
  • Diesen Rahmen schafft die richtige Technologie. Damit erhalten Führungskräfte Transparenz über autonom arbeitende Teams.
  • Der Unternehmenszweck muss klar definiert und jedem Mitarbeiter muss sein Beitrag dazu klar sein.
  • Die Mitarbeiter werden in jeden Schritt des Veränderungsprozesses – zum Beispiel auch in die Umgestaltung des Vergütungssystems – aktiv einbezogen.
  • Eine solch tiefgreifende Veränderung geht auch mit einer personellen Fluktuation einher, die man akzeptieren muss.

Fehler einplanen – statt Fehler vermeiden

Manchmal wenn du Innovationen schaffst, machst du Fehler. Es ist das beste, sie schnell zuzugeben und weiter an der Verbesserung deiner anderen Innovationen zu arbeiten.“

Dieses Zitat stammt von dem genialen Apple-Gründer Steve Jobs. In meinen Augen noch treffender drückt es Laurence Johnston Peter, ein amerikanischer Managementberater aus: „Fehler vermeidet man, indem man Erfahrung sammelt. Erfahrung sammelt man, indem man Fehler macht.“

Von unserem Blutgerinnungssystem lernen

Fehler sollten nicht auf Teufel komm raus vermieden werden (dann passieren sie ohnehin sogar noch öfter), sondern stattdessen erwartet. Um das zu verdeutlichen, verweise ich im Executive Coaching im Rahmen der bioSystemik oft auf unser Blutgerinnungssystem.

Wenn wir uns in den Finger schneiden, treten sofort komplexe Vorgänge in Kraft, die dafür sorgen, dass die Blutung gestoppt wird. Unser Körper weiß, dass so etwas – also Fehler – passieren und hat ein geniales Notfallsystem entwickelt, das automatisch angekurbelt wird. Alles wird dem einen Ziel untergeordnet, nämlich die Blutung zu stoppen.

Den Rücken stärken

Fehler gehören also einfach zum Tun dazu. Und wie mit ihnen umgegangen wird – die Fehlerkultur – sagt viel darüber aus, wie ein Unternehmen tickt und wie hoch die Wertschätzung ist, die den Mitarbeitern entgegengebracht wird. Wenn man den Gedanken zu Ende denkt, dann liegt auf der Hand, dass besonders innovative Mitarbeiter mit Gestaltungswillen auch besonders viele Fehler machen. Wer sich auf neues, unbekanntes Terrain begibt, wird niemals von Anfang an alles richtigmachen.

Und er braucht Menschen, die erkennen, dass zwar ein Fehler passiert ist, aber die Richtung stimmt. Führungskräfte, die ihm den Rücken stärken, ihn motivieren, an ihn glauben.

Fazit: Der Innovations-Dreiklang

Wir halten fest: Viele Wege führen nach Rom. Oder mindestens drei. Um in Ihrem Unternehmen Innovationen gezielt zu fördern, können Sie

  • verborgene Innovationen identifizieren und nutzen,
  • gezielt die Innovationsfähigkeit Ihres Unternehmens steigern und
  • als Innovation Leader, die Innovationsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter erhöhen.

Wird auch in Ihrem Unternehmen mit innovativen Führungsansätzen experimentiert? Wird die Transformation gelingen? Ich denke, die Chancen stehen gut!

Ich freue mich über Ihre Nachrichten!

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

Bildquellen: Depositphotos #57914359 ©BrianAJackson, Depositphotos #18685161 ©ivelin, Depositphotos #77015967 ©snake3d

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager