Innovation Leadership - 7 Erfahrungstipps, wie es in der Praxis gelingt

Der Leistungsträger - Blog

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie man durch eine besondere Art der Führung Innovationen ermöglichen und fördern kann? Gibt es dazu evtl. einen eigenen Führungsstil?
Worauf muss man achten? Was ist eigentlich Innovation Leadership? In diesem Artikel finden Sie ein paar Antworten.

Was bedeutet Innovation?

Innovation bedeutet in der einfachsten Form: „Neuerung“ oder „Erneuerung“. Umgangssprachlich verwendet man den Begriff „Innovation“ für neue Ideen und Erfindungen und deren wirtschaftliche Umsetzung.

Letztlich geht es immer wieder darum Innovationen, sprich „Neues“ hervorzubringen.

Jetzt stellt sich die Frage: WIE?

Gibt es den EINEN Führungsstil, um dieses zu ermöglichen? Im Artikel Innovative Führung erfahren Sie, dass der Führungsstil immer zum Gesamtsystem passen muss. Und so gibt es DEN einen „richtigen“ Führungsstil für Innovation wohl kaum.

Innovation Leader – Innovation Leadership

Wenn es schon nicht den einen Führungsstil gibt, müssen wir uns dem Thema anders nähern: Hier ist mir eine Formulierung aufgefallen, die ich hilfreich finde: Innovation Leadership. Was ist das eigentlich?

Im Innovation Leadership geht es darum „durch Leadership Raum für Innovationen zu schaffen.“ Konkret bedeutet das, dass sich die Führungskraft – hier Innovation Leader genannt – als Enabler, also als „Möglichmacher“ sieht. Sie schafft den Raum für die Mitarbeiter, so dass Innovationen erst entstehen können.

Im Innovation Leadership werden verschiedene Führungsstile kombiniert, um die Mitarbeiter dazu zu bewegen, kreative Ideen, Produkte oder auch Dienstleistungen hervorzubringen. Statt einem bestimmten Führungsstil zu folgen, geht der Ansatz anders: Welche Rollen hat die Führungskraft – hier der Innovation Leader – um Innovationen bestmöglich zu fördern?

Der Innovation  Leader übernimmt die Schlüsselrolle und er vereint drei Rollen in einer Person.

Führungsrollen statt Führungsstil: 3 Rollen des Innovation Leaders

  1. Enabling/Ermöglichen
    … statt Managen: Der Innovation Leader schafft Rahmenbedingungen, die den Mitarbeitern die persönliche Weiterentwicklung und organisationales Lernen ermöglichen.
  1. Reframing/Perspektivenwechsel
    … statt Verharren im oft unbewusst gewählten bzw. vorgegebenen Wissensraum. Der Innovation Leader entwickelt – gemeinsam mit den Mitarbeitern – Methoden, um systematisch die Denk- und Handlungsmuster zu erkennen und zu hinterfragen.
  1. Letting go/Loslassen
    … statt Kontrolle. Der Innovation Leader setzt sich zum Ziel nicht sofort in Antworten und Lösungen zu denken. Er lässt sich auf das ein, was entstehen will. Zugegeben, das ist nicht leicht, doch es geht ja darum, dass sich „NEUES“, evtl. noch nie dagewesenes entwickeln kann.

7 Erfahrungstipps, wie Innovation Leadership in der Praxis gelingen kann:

Was sind die Erfolgsfaktoren wie der Weg vom klassischen Unternehmen zur Netzwerkorganisation funktionieren kann?

  • Näher am Menschen, am Kunden, am Mitarbeiter sein um dadurch schneller und flexibler agieren zu können.
    Aber: „Wenn so ein Wandel nur von Profit getrieben ist, versandet er irgendwann beziehungsweise geht über ein gewisses Stadium nicht hinaus, weil sich vor allem das Mindset der Führungskräfte nicht verändert.
  • Mitarbeiter sollen sich künftig immer wieder neu zu selbstorganisierten Teams zusammenfinden – und zwar genau dort, wo sie sich ihrer Ansicht nach am besten einbringen können. Die Möglichkeit, dort zu arbeiten, wo der Sinn am größten ist, wird als Hochleistungsfaktor gesehen.
  • Wie gehen die Mitarbeiter mit der Eigenverantwortung und die Führungskräfte mit dem Einfluss- und Übersichtsverlust um?
    Tipp: “Es braucht einen Rahmen, ohne dem Mitarbeiter genau zu sagen, was er zu tun hat. Das ist die wesentliche Aufgabe eines Managements: keine Anweisungen mehr an die Mitarbeiter zu geben, sondern Intentionen.”
  • Diesen Rahmen schafft die richtige Technologie. Damit erhalten Führungskräfte Transparenz über autonom arbeitende Teams.
  • Der Unternehmenszweck muss klar definiert und jedem Mitarbeiter muss sein Beitrag dazu klar sein.
  • Die Mitarbeiter werden in jeden Schritt des Veränderungsprozesses – zum Beispiel auch die Umgestaltung des Vergütungssystems –  aktiv einbezogen.
  • Eine solch tiefgreifende Veränderung geht auch mit einer personellen Fluktuation einher, die man akzeptieren muss.

3 Umsetzungsideen um Innovationen zu fördern:

Zum Schluss erhalten Sie noch ein paar Impulse, wie Sie Raum für Ideen schaffen können.

1. Turboantrieb für Ideen
Ideen gedeihen in hierarchischen Strukturen eher schlecht und entwickeln sich nur langsam. Netzwerkorganisationen, in denen jeder seine Gedankenblitze einbringen kann und diese auch ernstgenommen werden, gelten dagegen als Turbo-Antrieb für Innovationskraft.

2. Offene Bürolandschaften
Spannend: Rund 70 % der deutschen Unternehmen haben oder planen offene Bürolandschaften, um dem teamübergreifenden Netzwerken einen entsprechenden Rahmen zu geben.
Allerdings: Einen wirklichen Hierarchieabbau verfolgen laut Professor Hackl von der Hochschule Baden-Württemberg nur ein Viertel der Unternehmen. Es gibt hier nach wie vor große Ängste – bei den Vorgesetzten, die schwer loslassen können, genauso wie bei den Mitarbeitern, die oft gar nicht so scharf sind auf ein Mehr an Verantwortung. Hier gibt es den Artikel zum Nachlesen.

3. Das Entscheidungsdreieck
Vielen ist also nicht klar, wieviel Verantwortung Freiheit bedeutet. Dazu fällt mir das Entscheidungsdreieck ein:  Wer die Verantwortung übernehmen will, darf auch entscheiden und hat die Freiheit, den Weg und das „Wie“ zu formulieren.
Während es viele gibt, die gerne mitreden wollen, die Freiheit nutzen und genießen, gerne mitentscheiden wollen, wird die Zahl derer, die die dazugehörige Verantwortung übernehmen wollen, möglicherweise gering sein.

Fazit:

Innovation Leadership ermöglicht Raum für Innovationen zu schaffen. Als Innovation Leader werden Sie Enabler, der Ihre Mannschaft zu Ergebnissen führt. Dafür gibt es keinen einheitlichen Führungsstil, stattdessen nehmen Sie verschiedene Rollen ein, die einen unterschiedlichen Führungsstil zur Folge haben. In diesem Artikel finden Sie einige Ideen, worauf Sie achten müssen, bzw. 7 Erfahrungstipps, wie es besser gelingen kann, Raum für Innovationen zu schaffen. Für Sie selbst und das Unternehmen.

Wird auch in Ihrem Unternehmen mit innovativen Führungsansätzen experimentiert?

Wird die Transformation gelingen? Ich denke, die Chancen stehen gut!

Ich freue mich über Ihre Kommentare!

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

P.S. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Innovation Leadership, bzw. moderne Führung auch in Ihrem Unternehmen gefördert werden kann, dann schauen Sie doch einmal hier: https://www.galileo-institut.de/der-beste-coach-ihres-teams-werden/

Bild: Depositphotos #77015967 ©snake3d

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager