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Wie erkennt man einen Chef ohne Führungskompetenz? Kann man Führungskompetenz lernen? Welche Beispiele gibt es für Führungskompetenz. 3 entscheidende Fragen, die Ihnen wirkungsvoll zu besserer Führung verhelfen

Man kommt wegen des Unternehmens, und geht wegen des Chefs“ – haben Sie das auch schon mal gehört, oder vielleicht sogar selbst erlebt? Eine internationale Umfrage des Stellenportals Monster kommt zu dem Ergebnis, das fast die Hälfte der Befragten angab, dass allzu starker Konkurrenzkampf sie dazu veranlasst, über den Wechsel des Arbeitsplatzes nach zu denken. 27 % der Deutschen haben genau deshalb schon mal den Arbeitsplatz gekündigt.

Redaktionsleiterin Ursula Kals von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sprach mit mir zum Thema „Rivalität unter Kollegen“. Für mich zählt das unumstößlich zum Thema Führungskompetenz dazu. Einen Aspekt, den ich in diesem Gespräch besonders hervorhob war der Unterschied zwischen verdeckter und offener Rivalität. Haben Sie das auch schon mal erlebt: „Da ist Ihnen jemand freundlich nett und zugewandt, Sie haben das Gefühl, Sie haben einen Freund, und – hups – hat man ein Messer im Rücken?“ traurig, aber viele meiner Klienten berichten mir von solchen Situationen. Im ersten Moment ist man davon überzeugt, es mit einem führungskompetenten Gegenüber zu tun zu haben, lässt sich auf dessen Sozialkompetenz ein und schneller als gedacht entpuppt er sich als Wolf im Schafspelz. Selbst wenn die Ergebnisse dieser Führungskraft stimmen. Hat das was mit Führungskompetenz zu tun? Lesen Sie hier den vollständigen Artikel in der FAZ.

Chef ohne Führungskompetenz

Chef ohne Führungskompetenz? Woran machen Sie das fest? An der Persönlichkeit oder am Verhalten? Ja, das sind spannende Fragen. Dazu gibt es bestimmt nicht nur eine Meinung. Das Thema ist einfach umfangreich. Eins können wir allerdings mit Sicherheit feststellen: Wir als Menschen reagieren immer auf das Verhalten unseres Gegenübers und nicht auf seine Absicht. Warum? Wir können ja nicht in den Kopf des Gegenübers hineinschauen. Und oftmals kennen wir die Absicht gar nicht. Daher habe ich mal überlegt, was mir für Beispiele einfallen, an denen ich mangelnde Führungskompetenz im Verhalten festmachen würde. Ergänzen Sie gerne die Liste durch weitere Beispiele. Was würden Sie sagen, woran Sie fehlende Führungskompetenz festmachen? Ich zähle mal ein paar auf, die meiner Ansicht nach dazu gehören:

  • Wenn jemand Gerüchte streut
  • Unsoziales Verhalten, wie z.B. rumschreien, entwerten, nur die eigene Meinung zählt
  • Unkalkulierbares Verhalten
  • Jemand, der „gewinnen“ will, ohne Rücksicht auf Verluste
  • Schweiger – Menschen, die wenig von sich zeigen und sagen.
  • Besserwisser und Rechthaber – die den konstruktiven Dialog mit Kollegen, Chefs, oder Mitarbeitern meiden
  • Personen, die Konflikten aus dem Weg gehen – und sich möglicherweise dann beim Kollegen, Chef beschweren und denjenigen zur Problemlösung bewegen wollen
  • Es werden zwei Personen für die gleiche Sache eingesetzt mit dem Hinweis „der bessere wird sich schon durchsetzen“ – hier wird die Konkurrenz und Rivalität gefördert, aber kein Teamwork
  • Jemand, der die „Schuld“ für seine Fehler immer beim Anderen sucht
  • Jemand, der Fehler nicht zugeben und eingestehen kann

Woran man Führungskompetenz erkennt

Hier gibt es sicherlich auch viele, viele Aspekte, die man nennen kann. Mir sind ein paar wesentliche Anzeichen eingefallen – ebenfalls Verhaltensweisen – an denen man Führungskompetenz ablesen kann. Ergänzen Sie gerne durch Ihre Erfahrungen.

  • Offene, klare, ehrliche Kommunikation. Hier ein Beispiel, wie Sie das umsetzen können.
  • Ein „starker“ Chef stellt leistungsstarke Mitarbeiter ein – und schätzt deren Meinung
  • Wertschätzung für die Leistungen anderer, egal ob Mitarbeiter, Kollege oder Chef
  • Ein ernst gemeintes Lob
  • Reflexion – des eigenen Verhaltens, der eigenen Beweggründe fürs Handeln
  • Statt Lösungen vorzugeben, werden die Beteiligten nach Ideen und Lösungen befragt. Die zur Situation „beste“ Lösung erhält den Zuschlag, egal ob Chef oder Mitarbeiter
  • Die anderen in ihrem Tun befähigen, sie also „stark machen“
  • Verantwortung für das eigene Verhalten übernehmen – auch eben manchmal das eigene Fehlverhalten.
  • Kommunizieren – über die eigenen Befindlichkeiten, Bedürfnisse – in einem offenen Dialog

Chefs am Limit

Alles, was ich bis hierher aufgezählt habe, gilt wohl für jeden Mitarbeiter. Egal auf welcher Führungsebene. Was denken Sie, ist Führungskompetenz an der Unternehmensspitze eine andere, als im mittleren Management oder sogar bei Mitarbeitern?  Also damit meine ich Geschäftsführer, Vorstände, Top-Manager und C-Level-Manger. Natürlich ist der Chef an der Unternehmensspitze für andere Dinge verantwortlich, als ein Experte in einem Projekt. Aber wie steht es um das Thema Führungskompetenz? Muss man da härter und dominanter sein?
Als Mensch und Führungskräfte-Coach bin ich davon überzeugt, dass es keine Unterschiede gibt, was den Anspruch an Führungskompetenz angeht. Lesen Sie hier, was ich in der Computerwoche dazu formuliert habe, wenn es um die bessere Führung von Chefs an der Unternehmensspitze geht.

3 Fragen für eine bessere Führung

Ich habe lange überlegt, welche Fragen ich hier formuliere. Mir sind gleich so viele eingefallen. Aber: es soll ja ein Beitrag sein, der Ihnen schnell einen konkreten Impuls geben kann. Etwas, was Sie schnell in die Handlung führen kann. Eine Handlung, die mit Führungskompetenz und damit „besserer“ Führung zu tun hat. Und vor allem: es setzt bei Ihnen an. Am Besten etwas, wo Sie Ihr eigenes Verhalten schnell beeinflussen können. Und möglicherweise nehmen Sie damit Einfluss auf Ihr Umfeld. Also, los geht’s, das sind meine 3 Fragen für eine bessere Führung für Sie und Ihren Führungsalltag:

  1. Was ist MEINE Meinung zu dem aktuellen Thema?
    Natürlich haben Sie schnell eine Meinung. Doch hier geht es um mehr: Entwickeln Sie einen eigenen Standpunkt, eine Haltung und vertreten ihn klar, ruhig und souverän. Wie Sie Ihren Standpunkt vertreten, das ist das entscheidende. Das ist manchmal gar nicht so einfach, insbesondere wenn Sie es mit einem Chef oder Kollegen ohne Führungskompetenz zu tun haben. Lesen Sie hier ein Praxisbeispiel.
  2. Lebe ich vor, wovon ich überzeugt bin?
    Das bedeutet, dass Sie sich immer wieder fragen: Wovon bin ich denn eigentlich überzeugt? Jetzt, in dieser Situation, in diesem Moment. Setze ich das auch um? Lebe ich es auch vor? Welchen Effekt hat diese Fragestellung: Sie können sich selbst immer wieder hinterfragen, bin ich ein glaubwürdiges Vorbild? Können sich andere an mir orientieren? Führe ich entsprechend meiner inneren Überzeugung? Ich kann ja von anderen immer nur verlangen, was ich selbst bereit bin zu tun.
  3. Gibt es ein „Höheres Ziel“?
    Also etwas, mit dem sich alle in der Mannschaft identifizieren können, noch größer, als die jeweiligen persönlichen Ziele? So kann der Teamspirit und ein „gemeinsam an einem Strang arbeiten“ entwickelt werden.

Führungskompetenz Beispiele

  • Lesen Sie im Handelsblatt, wie einer meiner Klienten als jüngerer Vorgesetzter Führungskompetenz gegenüber seinem älteren Kollegen gezeigt hat.
  • Eine Geschäftsführerin, der vom Vorstand vorgeworfen wurde, dass sie eine schlechte Vorgesetzte ist und ihr Führungsstil unterirdisch sei. Wie sich das in nur 6 Monaten änderte, und wie sie dahingekommen ist.
  • Der Geschäftsführer, der glaubte, er habe eine schlechte Führungskompetenz, doch daran lag es gar nicht. Er fand andere Hebel, um die Situation zu verbessern.
  • Der Geschäftsführer, der eine andere Führungskultur einführen will, doch der Mutterkonzern trägt das Anfangs nicht mit. Wie kann er eine neue Art der Führung im Unternehmen einführen? Eine moderne Führungskompetenz.

Fazit:

Führungskompetenz, insbesondere schlechte Führungskompetenz ist leicht(er) zu erkennen und immer noch in vielen Unternehmen und Bereichen gang und gäbe. Es wird viel von besserer Führung, moderner Führung oder auch Führungskompetenz gesprochen. Sie umzusetzen ist vor allem eine Frage der Haltung bzw. der Einstellung. Nicht umsonst lautet mein Slogan Überzeugt führen!
Denn, wenn ich vorlebe, wovon ich selbst überzeugt bin, bin ich klar und berechenbar. Alle anderen im Unternehmen können sich daran orientieren und leichter ihren eigenen Führungsstil finden und leben.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Experimentieren mit den 3 Fragen für bessere Führung. Diskutieren Sie gerne mit mir und kommentieren Sie diesen Artikel. Sie können mir natürlich auch schreiben und Ihre Erfahrungen formulieren.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

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Bildquelle: ©depositphotos .shock

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