Studie: Ideen werden ausgebremst!

Studie: Ideen werden ausgebremst!

Es wird für Unternehmen immer schwieriger Fachkräfte zu finden. Gemäß einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) können deutschlandweit Firmen bereits jede zweite Stelle nur mit Mühe besetzen. Vor diesem Hintergrund sollte man doch meinen, dass alles darangesetzt wird, Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und ihnen Wertschätzung entgegenzubringen.

Schlecht für die Zukunft aufgestellt

In den allermeisten Fällen scheint das allerdings nicht wirklich zu gelingen. Gemäß einer aktuellen Kienbaum/Stepstone-Studie etwa, haben nur 18 Prozent der Fachkräfte das Gefühl, dass das Einbringen von Ideen und Verbesserungsvorschlägen erwünscht ist. Ein Fünftel ist sogar der Meinung, dass Ideen gezielt ausgebremst werden. Auch die anderen Ergebnisse geben zu denken: 55 Prozent der befragten Mitarbeiter sind der Meinung, dass ihr Arbeitgeber für die Zukunft schlecht aufgestellt ist. Sechs von zehn Fachkräften glauben, dass aktuelle Führungsmuster und -stile den Herausforderungen der Zukunft nicht gerecht werden.

Lange Entscheidungswege

Zwei Drittel der befragten Fachkräfte arbeiten in Unternehmen, die hierarchisch oder stark hierarchisch organisiert sind. Bei der Mehrheit der Studienteilnehmer ist dies ein Unternehmen mit einem Einlinien-Führungssystem.

Das bedeutet, dass Berichtsketten im Unternehmen vertikal zu direkten Vorgesetzten verlaufen – Entscheidungen werden eher auf den oberen Führungsebenen getroffen. Oft sind aber genau diese Systeme durch lange Entscheidungswege geprägt. Gerade große Unternehmen benötigen zwar Strukturen, um Arbeit und Kommunikation zu ordnen, Hierarchien sollten aber nicht lähmend wirken. Der pyramidenförmige Aufbau von Unternehmen ist für schnelle Reaktionen ungeeignet. (Kienbaum-Geschäftsführer Walter Jochmann)

Das meinen übrigens auch die befragten Fachkräfte: Knapp 60 Prozent sind der Ansicht, dass veränderte Unternehmensstrukturen auch mehr Innovationen ermöglichen würden.

Ihre Gudrun Happich

2 Kommentare

  1. Christian Walter Hinze

    Tja, wer Innovationen haben will, muss dafür Raum schaffen. Dies bedeutet: Ich muss als Unternehmen gewillt sein, Menschen um mich haben zu wollen, die anders denken als ich. Zu erwarten, dass Menschen mit kreativen Ideen um die Ecke, die nicht der eigenen entsprechen, aber zeitgleich nur „Ja-Sager“ zu fördern ist doch zutiefst unlogisch. Und ich glaube, genau darin liegt mit das größte Problem: Man handelt, ohne darüber nachzudenken.

    Ein Unternehmen sollte – mit Verlaub – lernen, wie es Menschen ‚richtig‘ behandelt, denn dann kann es auch erwarten, dass eben jene sich trauen, selbstständig zu denken und hervorzutreten.

    • Gudrun Happich

      Lieber Herr Hinze,

      wie immer: ein ganz wunderbarer und wertvoller Kommentar von Ihnen.

      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

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