Der Leistungsträger - Blog

Erst diese Woche hörte ich wieder eine der Aussagen, die – so ähnlich – vieler meiner Klienten  treffen: „Ich arbeite wirklich gerne für mein Unternehmen. Was mich allerdings wirklich ärgert, dass oft andere, die weniger leisten, aber sich mehr in den Vordergrund drängen, von der Vorstandsriege Lob einheimsen. Ich verstehe nicht, dass dieses narzisstische Verhalten, das in keinster Weise der Firma dient, nicht durchschaut wird.“

Typisch Frau? Typisch Mann?

Wenn ich Ihnen jetzt erzählen würde, dass es sich bei dem Klienten um eine Frau handelt, würden wahrscheinlich einige von Ihnen denken: „Ja, klar, typisch weiblich, dieses sich selbst unter Wert verkaufen. Männer sind einfach die besseren Selbstpräsentierer und haben viel mehr Ellenbogen.“

Ich habe mit dieser Unterscheidung typisch männlich, typisch weiblich aufgehört. Nicht nur, weil ich es völlig kontraproduktiv und wenig sinnvoll finde, das Verhalten eines Menschen auf sein Geschlecht zu reduzieren. Sondern weil ich es in meinen Führungskräfte Coachings tatsächlich völlig anders erlebe. Die Führungskräfte, welche die Mehrzahl meiner Klienten ausmachen und die ich gerne Leistungsträger nenne, sind überdurchschnittlich engagiert, leistungsorientiert, verantwortungsbewusst, sozial kompetent – und neigen sehr häufig zu Selbstzweifeln; oft höre ich von ihnen einen Satz wie „Ich bin der Depp vom Dienst.“ Ich habe die Erfahrung gemacht: ob Mann oder Frau – das spielt im Executive Coaching  keinerlei Rolle.

Keine homogene Gruppe

Zu einem sehr ähnlichen Schluss kommt auch ein Spiegel-Journalist in einem tollen Kommentar zu einem “Arroganz-Training für weibliche Führungskräfte” (ja, das gibt es wirklich…). Er schreibt  unter anderem:

Männer und Frauen sind in sich allerdings keine homogenen Gruppen. Homogen sind die Führungszirkel: Da scheitern auch Männer, wenn sie Herrenrituale nicht mitmachen wollen oder wenn sie keine Lust auf Machtspielchen haben. Dass oft stereotype Figuren die Führungskultur in Unternehmen bestimmen, bedeutet, dass all jene benachteiligt sind, die diesen Stereotypen nicht entsprechen wollen – unabhängig vom Geschlecht. Es sind Rituale, Kulturen, Vorurteile, die ausschließen, und zwar sowohl Männer als auch Frauen.

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Welche Erfahrungen haben Sie mit angeblich typisch männlichen/weiblichen Eigenschaften im Job gemacht?

Ihre Gudrun Happich

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