Networking: Achtung, Falle!

Networking: Achtung, Falle!
Dieser Eintrag ist Teil 4 von 4 aus der Blogreihe Wie Sie ein Netzwerk aufbauen

Ein gutes Netzwerk eröffnet Zugang zu wichtigen Akteuren, es kann Informationen zuspielen und Unterstützung vermitteln. Je weiter eine Führungskraft in der Hierarchie aufsteigt, umso mehr ist sie hierauf angewiesen. Da Networking sehr zeitaufwendig ist, sollte man Businesskontakte mit einem klaren Ziel und gut überlegt aufbauen.

Netzwerke bergen aber auch Risiken. Es gibt vor allem drei Fallen, in die Sie nicht tappen sollten:

  • Sie werden Opfer einer parasitären Beziehung, bei der anstelle eines gleichgewichtigen Gebens und Nehmens ein Abhängigkeitsverhältnis tritt.
    Parasiten – das sind Schmarotzer, die sich in einem anderen Organismus, dem sogenannten Wirt, festsetzen und sich von diesem nähren. Ein Beispiel ist die Mistel, die sich auf Ästen festsetzt und hier auf Kosten des Baumes wächst und gedeiht.
    Achten Sie bei Ihren Kontakten auf ein faires Geben und Nehmen, um nicht selbst parasitär zu handeln. Fragen Sie Ihr Gegenüber ruhig auch einmal ganz offen: „Im Gegenzug, was kann ich für Sie tun?“ Wenn Sie das Gefühl haben, dass der andere Sie ausnutzt, sollten Sie nüchtern prüfen, ob Geben und Nehmen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Wenn nicht, sollten Sie die Beziehung abbrechen.
  • Sie betreiben ein nach innen gerichtetes „Wohlfühlnetzwerk“  und versäumen es, strategisch wichtige Kontakte nach außen aufzubauen.
    Ein introvertiertes Netzwerk kann perfekt funktionieren und ist bestens geeignet, um sich im engeren Umfeld wohlzufühlen. Es hilft jedoch nicht bei weitergehenden Zielen. Die gesunde Mischung macht es: Idealerweise haben Sie Ihre Kontakte nach innen, achten aber auch auf belastbare Beziehungen zu externen Schlüsselpersonen. Mit einem solchen balancierten Netzwerk verfügen Sie einerseits über ein solides und verlässliches Basislager, das Deckung, Orientierung und Unterstützung bietet. Gleichzeitig stehen Sie in guten „Außenkontakten“, die sicherstellen, dass dieses Basislager im Unternehmen richtig positioniert, ausreichend beachtet und immer gut versorgt wird
  • Sie übersehen die Tatsache, dass Businesskontakte zunächst der Funktion, nicht jedoch der Person gelten.
    Im Geschäftsleben gelten Beziehungen – insbesondere auf den oberen Etagen – in erster Linie der Position, erst dann der Person. Wer das übersieht, kann ein sehr böses Erwachen erleben, wenn er die Position wechselt, sich auf sein stabiles Netzwerk verlässt- und dieses plötzlich weg bricht. Seien Sie sich also dieses Zusammenhangs bewusst und versuchen Sie Ihr strategisches Netzwerk frühzeitig durch Pflege in eine freundschaftliche Community umzuwandeln, die auch einen Positions- oder Unternehmenswechsel überdauert.

Wie sind Ihre Networking-Erfahrungen? Ich freue mich über Ihren Kommentar!

Ihre Gudrun Happich

 

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