Aufbau einer Community im Top-Management: Beispiel Kolkrabe

Aufbau einer Community im Top-Management: Beispiel Kolkrabe
Dieser Eintrag ist Teil 3 von 4 aus der Blogreihe Wie Sie ein Netzwerk aufbauen

Während im mittleren Management der Aufbau eines strategischen Netzwerks im Mittelpunkt steht, kommt im Topmanagement der Aufbau einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, der Community, hinzu. Dazu zählen Vorstände und Aufsichtsräte des eigenen Unternehmens, aber auch Partner und Freunde aus anderen Kontexten zählen.

Die Beziehungsgeflechte auf den Topebenen sind in den meisten Unternehmen komplex, politisches Taktieren, doppelbödige Kommunikation und gegenseitiges Misstrauen zählen zum Alltag. Wer hier eine Gemeinschaft aufbauen will, braucht zunächst eines: Vertrauen.

In der Natur findet sich wie so oft ein wunderbares Modell dafür, wie man stufenweise Vertrauen entwickeln kann.

An Taten, nicht an Worten orientieren

Der Kolkrabe ist ein sehr misstrauisches Tier. Schließlich klaut er auch selbst gerne, wenn es ihm gerade einfällt. Zudem neigt er dazu, die Dinge alleine zu machen. Erst wenn er feststellt, dass er für eine Aufgabe Unterstützung braucht, sucht er die Kooperation. Bevor er sich jedoch auf einen anderen Raben einlässt, respektiert er dessen Misstrauen und testet sein Gegenüber. Zum Beispiel vergräbt er vor dessen Augen etwas Futter, um dann aus einem Versteck heraus zu beobachten, was der andere tut. Buddelt der das Futter wieder aus, um es zu stehlen? Der Rabe orientiert sich an Taten, nicht an Worten. Er lässt sich Zeit, fängt in kleinen Schritten an – nach dem Prinzip: Wirf ein Bröckchen hin und stelle fest, wie der andere reagiert. Durch Geben und Nehmen, durch ein ständiges Hin und Her bauen die beiden Vögel ein stabiles Vertrauensverhältnis auf. So entwickelt sich eine stabile Beziehung, die über Jahre halten kann.

Ein festes Fundament

Lassen Sie sich wie der Kolkrabe Zeit, wählen Sie eine Strategie der kleinen Schritte. Liegt die Zusammenarbeit im Interesse beider, entsteht aus vielen kleinen Schritten mit der Zeit ein festes Fundament. Beide wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können.

Konkret heißt das dann zum Beispiel: Nehmen Sie Einladungen an, laden Sie selbst ein. Das sind dann keine entspannten Cocktail-Events oder lockere Plauschrunden, sondern gezielte Aktionen, um Schritt für Schritt Ihre Community aufzubauen. Lassen Sie es „menscheln“, denn in der Community steht die menschliche Beziehung im Vordergrund, während beim strategischen Netzwerk eher die Rolle/Position im Fokus steht.

Ihre Gudrun Happich

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