Der Leistungsträger - Blog

Wer den Karrieresprung zum Top-Manager schafft, sollte sich gründlich auf seine neue Rolle vorbereiten. Der Einstieg ins Top Management wird häufig unterschätzt, denn an der Unternehmensspitze zählen ganz andere Dinge, als auf den anderen Führungsebenen. Sie kennen bereits die grundlegenden Charakteristika von mittlerem und Top-Management? Prima, das spricht für Sie.

Falls nein, dann lesen Sie bitte auch diesen Beitrag, über  die wichtigsten Unterschiede  zwischen mittleren Management und Top-Management. Hier finden Sie die grundlegenden Besonderheiten, wie sie zumindest in den meisten traditionell strukturierten Unternehmen zu finden sind.

Was bedeutet das nun für Sie als Führungskraft? Welche besonderen Qualitäten müssen Sie entwickeln?

Ihre Leistung als Top-Manager wird anders definiert

Viele C-Levels glauben, dass es an der Unternehmensspitze nicht mehr auf Leistung ankommt. Das stimmt so nicht, die Leistung, die Sie bisher bewiesen haben z.B. Ihr Mitarbeiterteam exzellent zu führen, wird einfach als selbstverständlich vorausgesetzt.

Darüber hinaus kommt eine weitere „Leistung“ hinzu, denn die Leistung, auf die es ganz oben ankommt, besteht darin, das Unternehmen als Ganzes erfolgreich zu führen. Sie führen jetzt nicht nur mehr IM Unternehmen, sondern auch AM Unternehmen. Entscheidend sind strategisches Geschick, Einfluss und diplomatische Souveränität.

Einflussnahme und Durchsetzungskraft

Sie als  Top-Manager benötigen Durchsetzungskraft nach innen – vor allem aber auch Einflussnahme nach außen. Das Unternehmen möchte seine Stellung halten oder ausbauen. Wichtige Themen sind deshalb Einflussnahme auf Konkurrenten, geschicktes Verhandeln etwa mit Investoren oder anderen Geldgebern des Unternehmens, Lobbyarbeit bei Politik und Gesetzgeber. Die gleichen Fähigkeiten brauchen Sie natürlich auch, wenn Sie weitere Unternehmen kaufen und an Board holen wollen.

Persönliche Ziele und Unternehmensziele

Auch als Top-Manager bleiben natürlich Ihre persönlichen Ziele als Führungskraft eine entscheidende Triebfeder. Fast jeder meiner Klienten formuliert das ganz große Ziel:

Ich möchte gemeinsam mit meiner Mannschaft das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen.“

Im mittleren Management stimmen die persönliche und sachliche Ebene jedoch weitgehend überein. Konkret bedeutet das: Wer die mit dem Vorgesetzten vereinbarten Ziele erreicht, fördert damit auch seine eigene Karriere.

Doppelbödige Kommunikation

Im Top-Management sind beide Motive auf intransparente Weise miteinander verbunden. Es herrscht eine doppelbödige Kommunikation, die Folge ist häufig Misstrauen. Ich sage nicht, das es immer so ist. Aber, ich erlebe es noch an unzählig vielen Stellen an der Unternehmensspitze  – trotz allem Anspruch an moderner Führung.

Sie finden das Old School und sowas gehört abgeschafft? Ja, das kann ich sehr gut verstehen. Fast alle meiner Klienten möchten darauf verzichten. Allerdings mache ich immer wieder die Erfahrung, das es sehr hilfreich für Sie ist, wenn Sie sich darauf einstellen und lernen einen guten Umgang damit zu finden. Immerhin wollen Sie doch, dass Ihr Einstieg ins Top-Management gelingt, oder? Wenn es dann doch nicht so „schlimm“ ist, und zunehmend Transparenz und Vertrauen möglich ist, ist die Freude umso größer.

Ringen auf einer unsichtbaren Bühne

Neben der sichtbaren Welt der Fakten, Entscheidungen und Ereignisse gibt es eine Art unsichtbare Bühne, auf der die Führungskräfte der obersten Etage um Einfluss und Karriere ringen. Zuspruch und Anerkennung suchen sie bei den mit ihnen verbundenen, erfolgreichen Top-Managern. Dazu gehören Vorstände und Aufsichtsräte des eigenen Unternehmens, aber auch Partner und Freunde aus anderen Kontexten.

Die politischen Ränke durchschauen

Wollen Sie als (angehender) C-Level den Einstieg ins Top Management erfolgreich meistern, sollten Sie  ein Gefühl für diese eigene Welt entwickeln können. Eignen Sie sich  das Know-how an, mit dem Sie die politischen Ränke durchschauen und für sich zu nutzen wissen.

Die hier beschriebenen Mechanismen sind umso stärker ausgeprägt, je hierarchischer und traditioneller das Unternehmen strukturiert ist. Wo bereits moderne Führungsstrukturen Einzug gehalten haben, wird das politische Kalkül mehr und mehr durch Transparenz und Offenheit ersetzt. Noch sind die traditionellen Top-Etagen aber in der Mehrheit.

Außerdem stelle ich doch tatsächlich an einigen Stellen fest, das selbst sehr junge Top-Manager diese „politischen Spiele“ perfekt beherrschen. Dieses „hierarchische Führungsverständnis“ ist also keine Frage des Alters, wie manche versuchen zu glauben..

Einstieg als Top-Manager: 22,5 % scheitern

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Als Aufsteiger vom mittleren Management ins Top-Management sind Sie sicherlich eine gestandene Führungskraft. Sie zählen in der Regel zu den besten Leistungsträgern eines Unternehmens. Dafür beglückwünsche ich Sie aus tiefstem Herzen.

Dennoch beobachte ich sehr häufig, wie unvorbereitet viele Top Führungskräfte in die für sie völlig neue Welt eintreten – und wie häufig sie am Anfang auf dem politischen Parkett der obersten Etage ausrutschen. Studien zeigen immer wieder, dass mehr als 22,5 % aller neuen Chefs im Top-Management innerhalb der ersten 18 Monate scheitern.

Das muss nicht sein. Und ich wette mit Ihnen, dass Sie das auch nicht wollen.

So gelingt Ihr Karrieresprung zum Top-Manager: Das Wichtigste im Video.

Somit ist nicht verwunderlich, dass der Einstieg ins Top-Management zu den Klassiker-Themen im Executive Coaching gehört-. Zum Abschluss fasse ich für Sie im Video nochmal die wichtigsten Punkte zusammen.

Welche Erfahrungen haben Sie beim Karrieresprung zum Top-Manager gemacht?

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

P.S. Sie haben gerade Ihre Beförderung erhalten und wollen als „neuer“ Chef Ihren Einstieg in die Teppichetage souverän meistern? Dann schreiben Sie mir eine E-Mail.

Bildquelle: Depositphotos #82899790 ©everett225

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager