Der Leistungsträger - Blog

Es gibt viele Ansichten über Karriereplanung: Die einen formulieren „Ich habe nichts geplant – ich hatte einfach nur Glück“ – die anderen sind überzeugt vom Gegenteil: „Ich habe meine Karriere genau geplant – und deshalb bin ich erfolgreich!“ Was stimmt denn nun – und vor allen Dingen: Wie gehen SIE Ihre Karriereplanung ganz konkret an?

Kann man seine Karriere planen?

Eine Redakteurin des Handelsblattes hatte mich im Zuge ihrer Recherchen für einen Artikel über Karriereplanung angerufen. Sie wollte unter anderem wissen, ob sich denn eine Karriere überhaupt wirklich planen lasse und ob es sinnvoll sei, sich allzu konkrete berufliche Ziele zu setzen.

Nun, natürlich lässt sich nicht alles bis ins Detail vorausplanen und auch Zufälle spielen eine gewisse Rolle. Aber nach meiner Erfahrung als ehemalige Führungskraft, Unternehmerin und nach über 20.000 Führungskräftecoaching-Stunden würde ich sagen, dass sich eine Karriere mindestens zu 50 Prozent planen lässt. Und nach meiner Beobachtung kommen die aktiven Planer und Gestalter grundsätzlich wesentlich weiter als die passiven Abwarter.

Viele Arbeitnehmer sind allerdings, was ihren Karriereplan angeht, sehr skeptisch. Gemäß einer LinkedIn–Umfrage glauben zwei von drei Arbeitnehmern, dass Karriere eben nicht planbar ist und setzen sich daher erst gar keine beruflichen Ziele.

Aktive Karriereförderung Fehlanzeige

Viele glauben, dass man mit guter Leistung schon irgendwie nach oben kommt und vom Unternehmen gefördert wird. Laut einer aktuellen Studie des Personal-Dienstleisters Manpower betreibt aber tatsächlich nur jeder zehnte Arbeitgeber eine aktive Karriereförderung.

Mein Rat als Führungskräftecoach lautet: Geben Sie Ihre Karriere nicht aus der Hand, planen Sie, setzen Sie sich konkrete Ziele – dann haben Sie gute Chancen, dass Sie sie auch erreichen. (P.S. den ganzen Artikel im Handelsblatt können Sie hier nachlesen.)

Wann und wie planen Sie Ihre Karriere – nicht?!

Karriereplanung – keine Hektik, bitte!

Häufig beobachte ich, dass die „Karriereplanung“ einen regelrechten Turbo erhält, wenn es mal nicht so gut läuft im Job. Ein Projekt gerät in Schieflage. Bei einer Beförderung ist man nicht berücksichtigt worden. Sie haben einen neuen – unangenehmen – Chef vor die Nase gesetzt bekommen.

„Es muss sich was ändern!“ – „Der Chef geht einfach auf meine Vorschläge nicht ein!“ – „Das letzte Mitarbeitergespräch war eine Katastrophe! Das lasse ich mir nicht bieten!“

Kurzfassung: Es muss sich was ändern, im aktuellen Job fehlt was, Sie fühlen sich nicht wertgeschätzt, es geht nichts vorwärts oder etwas anderes passt nicht. Allzu oft neigen wir in solchen Situationen – bezogen auf unseren Karriereplan – dazu, überstürzt zu reagieren. Davor schützen interessanterweise weder Erfahrung noch Alter.

Hauptsache weg

Ich hatte in meinen Executive Coachings viele Klienten – mit allen Wassern gewaschene Führungskräfte, Geschäftsführer und C-Levels – die in ihrer aktuellen Position aus unterschiedlichsten Gründen sehr unzufrieden waren. Oft waren sie eingangs völlig überzeugt davon, ihr Unternehmen verlassen zu wollen. Nach dem Motto: Hauptsache weg – der Rest wird sich schon zeigen. Nicht gerade eine durchdachte berufliche Planung.

Was wird sich woanders ändern?

Interessanterweise begann die Überzeugung unbedingt weg zu müssen, im Laufe des Coaching-Prozesses bei fast allen Klienten zu bröckeln. Und am Ende blieben fast alle bei ihrem Unternehmen. Was war passiert? Sie hatten den Blick für die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten bei ihrer Karriereplanung verloren. Wenn dieser wieder geschärft wird, sind große Schritte im Äußeren oft gar nicht nötig. Stattdessen ist „innere Arbeit“ angesagt. Also: Was kann ich selbst tun, um die Situation zu verbessern?

Reset nötig?

Das soll nun nicht heißen, dass manchmal nicht auch eine komplette Neuorientierung der Karriereplanung, sozusagen ein Reset, nötig und sinnvoll ist. Es gehört zu meinen tiefsten Überzeugungen, dass jeder Mensch das Recht hat ein erfolgreiches und erfülltes Leben zu führen.

Dazu gehört, dass er eine berufliche Position hat, die seinen Ressourcen und Wünschen entspricht. Manche sind wirklich am falschen Platz – oft weil sie sich in ihrer Karriereplanung immer nur am Außen und nicht an den eigenen Talenten und Werten orientiert haben. Dann lautet meine Empfehlung, einen Neustart zu wagen – egal, in welchem Alter. Allerdings sollte man auch dann keine Hektik aufkommen lassen und nicht wieder den gleichen Fehler machen. Stattdessen sollte man die Karriereplanung diesmal wirklich an der eigenen Person orientieren.

Hören Sie sich zu diesem Thema doch das Interview mit mir bei detektor.fm an.

Karriereplanung – ein klares Ziel vor Augen

Die Karriereplanung an der eigenen Person, an den eigenen Wünschen und den eigenen Stärken ausrichten? Ist das nicht ein wenig übertrieben? Es geht doch nur um’s Geld verdienen! Wirklich?

Stellen Sie sich mal vor, Sie wüssten genau, wo Sie hinwollen. Sie verfolgen ein berufliches Ziel, von dem Sie wirklich überzeugt sind. Und das stimmig ist. Sie haben nicht nur jede Menge Energie – auch im Außen scheint auf einmal alles für Sie zu arbeiten.

Ich habe das in meinen Executive Coachings häufig erlebt, wenn Klienten eine klare Vorstellung von ihrer Idealposition entwickelt haben. Ab diesem Moment brechen häufig innere und äußere Widerstände zusammen.  Am schönsten hat dieses Phänomen wie ich finde Johann Wolfgang von Goethe beschrieben:

In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer Du kannst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt.

Umgang mit Unerwartetem

Natürlich kann es auch mit einem klaren Ziel vor Augen immer wieder zu Schwierigkeiten kommen, die das Vorankommen hindern. 3 Aspekte, die sich in der Praxis bewährt haben:

  • Gelassenheit
    Auf dem Weg zum Ziel, sollten Sie nicht jedes Detail planen und eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen.
  • Offenheit
    Unvorhergesehenes kann immer passieren. Registrieren Sie Veränderungen in Ihrem Umfeld und bewahren Sie sich dafür Offenheit. Ich nenne das: ein Frühwarnsystem entwickeln.
  • Flexibilität
    Seien Sie bereit, den eingeschlagenen Weg auch mal zu verlassen und Kurskorrekturen vorzunehmen. Vertrauen Sie darauf, dass Sie Ihr Ziel auch über Umwege erreichen. Manchmal ergibt sich dadurch sogar eine Abkürzung.

Ich selbst habe immer wieder folgende Erfahrung gemacht:

  1. Klares Committment für ein Ziel – sprich ich bin innerlich überzeugt von diesem Ziel, ich habe ein inneres „Ich will!“ formuliert.
  2. Planung und Engagement für dieses Ziel – also sich aktiv auf das Ziel zubewegen und dafür auch etwas tun.
  3. Zufälle zulassen. Genau ab diesem Moment ereignen sich quasi „Zufälle“. Sprich es kommen Dinge, Gegebenheiten, Angebote, Begegnungen mit wichtigen Menschen und andere „Ereignisse“ auf mich zu, die mich auf eine andere Art und Weise oder einem anderen Weg zum Ziel gelangen lassen. So ergibt sich fast immer eine einfache Abkürzung zum Ziel.
  4. Warten auf den Zufall funktioniert nicht. Wenn ich mich nur hinsetze und darauf hoffe, dass etwas „von alleine“ im Außen passiert, passiert bei mir gar nichts.

Karriereplanung anders herum.

In meinem Buch “Was wirklich zählt! Mit Überzeugung führen” zeige ich ganz konkret und pragmatisch auf, wie Sie Ihre eigene Karriereplanung Schritt für Schritt angehen und Sie Ihre Berufung leben können. Sie erhalten nicht nur einen genauen Fahrplan mit konkreten Übungen, sondern begleiten ebenfalls 4 konkrete Protagonisten auf Ihrem ganz persönlichen Weg der Karriereplanung. Vielleicht finden Sie sich sogar in dem ein oder anderen Protagonisten wieder.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

P.S. Fragen Sie sich, was für SIE der nächste „richtige“ Karriereschritt ist? Dann schreiben Sie mir. Gemeinsam entziffern wir den Code Ihrer Leidenschaft, damit Sie in Ihren Berufstraum leben.

Bildquelle: www.bigstock.com

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager