Der Leistungsträger - Blog

Sie möchten schon seit langem Vorstand werden und wurden nun endlich für eine Vorstandsposition vorgeschlagen? Herzlichen Glückwunsch! Sie dürfen Ihren Erfolg nun erstmal genießen – sollten sich aber nicht zu lange auf Ihren Lorbeeren ausruhen. Auch wenn Sie schon gut etabliert und vernetzt sind: Ganz oben weht die Luft meist noch einmal rauer. Nicht selten gelten auch in modern ausgerichteten Unternehmen im Vorstand dann doch wieder ganz andere, sehr konservative Regeln. Die Vorbereitung auf eine Vorstandsposition ist daher essenziell, wenn Sie nicht nur Vorstand werden, sondern auch im Vorstand bleiben wollen.

In diesem Artikel lesen Sie,

  • auf welche Fähigkeiten es im Vorstand wirklich ankommt,
  • mit welcher Vorbereitung es einem meiner Klienten gelang, Vorstand zu werden und
  • warum das richtige Netzwerk für die Vorstandsposition so entscheidend ist.

Im Vorstand zählen Strategie, Taktik und Politik

Egal, was Sie davon halten mögen – wenn Sie an die Unternehmensspitze wollen, müssen Sie die Regeln kennen und beherrschen. Die Kunst besteht darin, das Spiel mitzuspielen und sich gleichzeitig innerlich nicht zu verbiegen. Denn ein solcher Erfolg wäre zu teuer erkauft. Also: Wie bereitet man sich auf eine Vorstandsposition vor?

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Ich kann es nicht oft genug sagen: Unterschätzen Sie den Sprung an die Unternehmensspitze nicht, auch wenn Sie schon ein „alter Hase” sind und sich auf den unteren Führungsebenen schon bewiesen und dadurch für mehr empfohlen haben. Im Vorstand verschiebt sich der Schwerpunkt nochmal deutlich hin zu Strategie, Taktik und Politik weg von Leistung und Inhalt. Auch Top-Manager, die von ihrem politischen und strategischen Geschick überzeugt sind, können hier an ihre Grenzen geraten.

Vorstand werden und bleiben: Ein Praxisbeispiel

Einer meiner Klienten im Führungskräfte Coaching hatte eine steile Karriere in einem Pharmakonzern hingelegt. Zunächst konnte er in einem Tochterunternehmen Geschäftsführer werden. Sein Ziel war es jedoch, in den Vorstand der Konzernzentrale aufzurücken. Der 47-Jährige war sich allerdings bewusst, dass dort mit harten Bandagen gekämpft wird und ihn teilweise Persönlichkeitstypen erwarten, die ihm so gar nicht liegen. Er hatte also ein durchaus realistisches Bild. Grundsätzlich rate ich Ihnen, bei einem solchen Karriereschritt, die eigenen Motive und Werte immer zu hinterfragen. Warum? Nun, es sollte wirklich Ihr Ziel sein, Sie sollten es aus Ihrer inneren Überzeugung heraus wollen. Nur so können Sie den Weg, der manchmal schwer sein wird, trotzdem mit Leichtigkeit gehen und Erfolg und Erfüllung verbinden. Mein Klient war in sich sehr klar und wusste auch, warum er nach ganz oben wollte: Seine Vision als Führungskraft war es, den Kulturwandel im Unternehmen mitzugestalten.

Ein strategisches Netzwerk aufbauen

Um dies zu erreichen, baute er sich ein strategisches Netzwerk zu Schlüsselpersonen im Unternehmen auf, profilierte sich inhaltlich auf seinem Arbeitsgebiet und als Kenner in Sachen Kulturwandel. Ein solcher Prozess dauert in der Regel das eine oder andere Jahr. Mein Klient hatte wohl exakt in eine vorhandene Lücke gestoßen, denn er wurde bereits nach einigen Monaten für den Vorstand vorgeschlagen. Die Fragen, die er für die Bewerbung beantworten sollte, waren fast identisch mit jenen, die wir bereits im Executive Coaching durchgespielt hatten. Ich empfehle sie auch Ihnen zur ersten Orientierung, wenn Sie Vorstand werden wollen.

Orientierungsfragen für die Vorstandsposition

Die Fragen, die Sie sich als baldiger Vorstand stellen sollten, lauten:

  • Wie wollen Sie die nächsten 5 Jahre gestalten?
  • In welcher Phase befindet sich das Unternehmen?
  • Welche Rolle wollen Sie in dieser Phase einnehmen?
  • Wofür stehen Sie?

Fazit: Das richtige Netzwerk ist für eine Vorstandsposition entscheidend

Um es kurz zu machen: Mein Klient hat den Vorstand überzeugt und ist so in die Vorstandsebene aufgerückt. Er hat den Kulturwandel nicht nur in seinem Unternehmen maßgeblich mitgestaltet, sondern gilt mittlerweile auch für die Presse als gefragter Experte auf diesem Gebiet. Nicht nur bei ihm, sondern auch bei anderen Klienten habe ich beobachtet, dass einer der wichtigsten Antworten auf die Frage „Wie bereitet man sich auf eine Vorstandsposition vor?” der Aufbau eines strategischen Netzwerks war. Ohne Insider-Informationen und Mentoren an der richtigen Stelle ist es kaum möglich, ganz oben zu bestehen. Für meinen Klienten war es gar nicht so leicht, sich mit dieser Art des Networkings anzufreunden, ja, es war ihm sogar regelrecht zuwider. Es half hier, zwei Arten des Netzwerkens zu unterscheiden: Einmal das strategische Netzwerken, also Menschen, die Sie nun mal überzeugen müssen, um Ihre Ziele zu erreichen. Und eine Community mit Personen, die ähnlich ticken wie Sie selbst und denen Sie sich auch verbunden fühlen.

Sie hören lieber?

Hier geht es zur passenden Folge im Podcast „Leben an der Spitze“:
Vorstand werden! – Wie bereite ich mich auf eine Vorstandsposition vor? | AUFSTIEG AN DIE SPITZE #93

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

PS: Sie möchten Vorstand werden und benötigen Hilfe bei der Vorbereitung auf Ihre neue Position? Kontaktieren Sie mich unter info@galileo-institut.de! Gemeinsam erarbeiten wir eine Strategie, mit der Sie Ihre Ziele erreichen – ohne sich zu verbiegen!

Bildquelle: Vlada Karpovich / pexels.com

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei
CIO Magazine
Harvard Business Manager