Ethische Führung - wie EIN Prinzip den Unternehmenswandel beschleunigt

Der Leistungsträger - Blog

Die unternehmerischen Herausforderungen sind nicht mehr zu übersehen. Ergebnisse sind gefragt. Schneller denn je. Aber woher nehmen? An jeder Ecke hören und lesen Sie von unterschiedlichen Lösungsideen, Führungsmodellen und Führungsstilen, die eine Problemlösung versprechen. Mal ist das eine „hip“, dann das andere. Nun kommt eine weitere „Erscheinung“ hinzu: Ethische Führung… Wieder nur Mode oder eine Idee mit Hand und Fuß?

In diesem Artikel lesen Sie

  • Die Herausforderungen aus Sicht der Unternehmenslenker und erfahrenen Führungskräfte
  • Wo sind die Probleme bei der Umsetzung?
  • Typische Lösungsansätze – ein Erfahrungsbericht
  • Der gemeinsame Wunsch
  • Die ideale Lösung – die die Wünsche der Unternehmenslenker und auch die Wünsche der Mitarbeiter vereint
  • Ethische Führung – eine Definition
  • Ethische Führung wirkt!
  • Wirkfaktor Nr. 1 bei ethischer Führung: VERTRAUEN
  • Ethik und Führung beginnt bei jedem
  • 7 Tipps, wie Sie ethische Führungsgrundsätze für sich selbst umsetzen können
  • 4 Ideen, wie Sie – mit Ethik in der Führung – Veränderungen umsetzen

Die Herausforderungen aus Sicht der Unternehmenslenker und erfahrenen Führungskräfte

In den letzten Monaten habe ich viele Macher an der Unternehmensspitze – egal ob Geschäftsführer, Direktor, C-Level-Manager oder Vorstand – gefragt:

Was sind – in einem Satz formuliert – Ihre größten Herausforderungen?

Fast immer kamen Äußerungen heraus, die zu den nachfolgenden Punkten passen:

  • Wie gestalte ich den Wandel vom traditionellen zum modernen Unternehmen?
  • Wie gestalte ich nachhaltige Veränderungen und setze sie auch um?
  • Wie etabliere ich die neue Unternehmenskultur?
  • Wie kommuniziere ich Veränderungen gegenüber der obersten Ebene?
  • Wie finde und binde ich gute Mitarbeiter?

Wo sind die Probleme in der Umsetzung?

Auf meine nächste Frage:

Wo sehen Sie das größte Problem in der Umsetzung?

kamen – je nach Hierarchieebene – unterschiedliche Antworten:

Viele Unternehmenslenker beklagen:
Das Engagement der Mitarbeiter ist das größte Problem. Die meisten machen einfach Dienst nach Vorschrift und denken nicht mit.“

Viele Mitarbeiter und Führungskräfte mit Chefs formulieren:
Die Vorgesetzten bremsen den Wandel. Da wird zwar viel gepredigt, aber gelebt wird was anderes“.

In einem Satz lautet meine Zusammenfassung:
Wie gestalte ich den Wandel und meistere den Spagat zwischen den Anforderungen von Oben und den Bedürfnissen der Mitarbeiter?

Typische Lösungsansätze – ein Erfahrungsbericht

Sicherlich haben Sie schon von diversen Lösungsmöglichkeiten gehört, gelesen oder auch schon die ein oder andere Idee selbst ausprobiert.

Mal gibt es Erfolgserlebnisse, von denen ich gerne auf meinem Leistungsträger-Blog berichte.

Viel häufiger werden mir eher dramatische Geschichten zugetragen:
Der teure, neue Vorstand, der das Blatt wenden soll, und nach knapp einem Jahr gefeuert und fristlos vor die Tür gesetzt wird. Warum? Seine ganze Mannschaft hat sich gegen ihn gestellt und geweigert mit ihm zusammenzuarbeiten. Der Vorstandsvorsitzende zog die Reißleine und trennte sich vom Vorstand.

Oder auch die vielen Beratungsprojekte zum Thema „Digitalisierung“, „Transformation“ und welche Titel und Namen sie auch tragen. Viele Projekte werden nach 1 – 1,5 Jahren von jetzt auf gleich eingestellt. Die Berater werden wieder nachhause geschickt. Die Projekte werden meistens „erstmal“ auf Eis gelegt.

Welche Lösungsideen haben Sie schon ausprobiert? Wie ist Ihre aktuelle Bilanz? Schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen.

Der gemeinsame Wunsch

In den letzten Jahren habe ich meine Klienten – allesamt in verantwortlichen Positionen – nach Ihrem größten Wunsch befragt:

Was wäre das ideale Ergebnis für die Veränderung?

Die Antwort hat mich überrascht, denn ich höre immer wieder das Gleiche:

Ich möchte gemeinsam mit meinem Team das Unternehmen nach vorne bringen. Die Arbeits- und Führungswelt von Morgen gestalten. Ich möchte meinen Beitrag zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen leisten und möchte maximale Zufriedenheit – für mich selbst und das Unternehmen.

Mit meinen Klienten arbeiten wir im Führungskräfte-Coaching an genau diesem Wunsch und finden immer wieder individuelle Wege, die zum Klienten, zur Situation und zum Unternehmen passt und daher kann ich  – zum Glück – überwiegend Erfolgsbeispiele formulieren.

Die ideale Lösung – Wie Sie Wünsche der Unternehmenslenker und auch die Wünsche der Mitarbeiter vereinen

Ich selbst orientiere mich in meinen Lösungsideen und Impulsen immer am erfolgreichsten Unternehmen der Welt – der Natur – und habe ein Konzept – das bioSystemik® – Managementkonzept entwickelt, welches bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Eher durch Zufall bin ich auf einige Studienergebnisse zur ethischen Führung gestoßen und horchte auf. Ist ethische Führung alter Wein in neuen Schläuchen oder ein echtes Versprechen? Passt es zu der Arbeit, die ich seit über 20 Jahren praktiziere?

Ethische Führung – eine Definition

Ethische Führung wird definiert als „Äußerung regelgerechten, angemessenen Verhaltens durch eigene Handlungen, zwischenmenschliche Beziehungen und die Förderung solchen Verhaltens bei den Mitarbeitern, indem entsprechend kommuniziert, verstärkt und entschieden wird“.

Vorleben, wovon ich überzeugt bin

Ethische Führung können wir im Grunde mit authentischer Führung  übersetzen. Es geht darum: dass man vorlebt, wovon man innerlich überzeugt ist. Hierbei geht es darum, dass man entsprechend seinen Werten agiert. Wer vorlebt, wovon er überzeugt ist, wirkt glaubwürdig und echt.

Ethische Führung hat erst einmal nichts mit dem Führungsstil zu tun. Sie kann autoritär, transformational oder partizipativ sein. Je nach Charakter der Führungskraft. Entscheidend ist, dass die Führungskraft den Führungsstil wählt, der zu ihr, zur Situation und zum Unternehmen passt.

Ethische Führung wirkt!

Eine Studie von Thomas Ng. Professor für Management an der Universität von Hongkong hat zusammen mit Daniel Feldmann von der Universität von Georgia mit fast 30.000 Teilnehmern kommt zum Ergebnis, dass ethische Führung wirkt.

Ergebnis:
Je gerechter Chefs führen, desto
motivierter und zufriedener sind ihre Mitarbeiter und desto mehr leisten sie.
Je gerechter der Chef empfunden wurde, umso höher war die Mitarbeiterbindung.

Die Studie zeigte, dass ethische Führung gängigen Führungsansätzen überlegen ist.

Das führt im Ergebnis zu hoher Glaubwürdigkeit und damit zu stärkerem Vertrauen im Umfeld. Das Umfeld können die Mitarbeiter, der Vorgesetzte oder auch Kunden sein.

Wirkfaktor Nr. 1 bei ethischer Führung: VERTRAUEN

Die Studie zeigte, dass das Vertrauen in die Führungskräfte der Wirkfaktor Nr. 1 ist.
Für Mitarbeiter ist Vertrauen das höchste Gut.

Erlebten die Mitarbeiter den Vorgesetzten als gerecht, wurde er als vertrauenswürdig wahrgenommen.

In der Folge werden ethisch handelnde Führungskräfte vom Umfeld als vertrauenswürdig, gerecht und umsichtig wahrgenommen.

Andersherum zeigt eine Befragung der Beratungsgesellschaft Ernst & Young, dass immerhin jeder 10. Manager schon mal wegen unethischem Verhaltens der Unternehmensleitung gekündigt hat.

Ethik und Führung beginnt bei jedem

Ethik in der Führung ist also nicht nur ein nice-to-have oder ein Marketing-Instrument – sie ist ein ökonomisch entscheidender Faktor.
Daher macht es Sinn, die Kriterien der ethischen Führung zu fördern. Wissenschaftler der Universität Dortmund zeigten in einer weiteren Studie die Facetten der ethischen Führung.

Sie kamen auf 7 Kriterien.

  • Mitarbeiterorientierung
  • Fairness
    Mitarbeiter werden gleich, fair und prinzipientreu behandelt
  • Rollenklärung
    klare Festlegung von Verantwortlichkeiten, Erwartungen und Leistungszielen
  • Integrität
    Halten, was man verspricht
  • Machtteilung
    Mitarbeiter können mitbestimmen, ihre Ideen und Ängste werden berücksichtig
  • Ethische Anleitung
    es gibt ethische Regeln, deren Einhaltung wird belohnt, deren Missachtung wird bestraft
  • Interesse an Nachhaltigkeit
    echtes Bewusstsein für Nachhaltigkeit

Die Förderung der Ethik in der Führung beginnt in der Universität und setzt sich in der Auswahl und Förderung im Unternehmen fort. Besonders wichtig sind dabei Vorbilder: „Ethische Führung beginnt an der Spitze eines Unternehmens. Unethische leider auch.“

7 Tipps, wie Sie ethische Führung für sich selbst umsetzen können

Das klingt ja im Grunde ganz einfach: Wenn Sie es schaffen, dass man Ihnen vertraut, dann werden sich Ihre Mitarbeiter und auch Vorgesetzten schneller mit Ihren Ideen und Vorschlägen auseinander setzen. Werden Sie als gerecht wahrgenommen, erhöht sich Ihre Akzeptanz. Veränderungsideen werden leichter umgesetzt werden können.

Wie erreichen Sie also Glaubwürdigkeit und Vertrauen?

Nutzen Sie die nachfolgenden 7 Tipps:
  1. Finden Sie heraus, wovon Sie selbst überzeugt sind.(dies gelingt am Ehesten wenn Sie durch Selbstreflexion und Identitätsfindung sich Ihrer Werte, Ansichten und Einstellungen bewusst werden)
  2. Definieren Sie Ihre Stärken und Schwächen
  3. Seien Sie ehrlich zu sich selbst
  4. Leben Sie vor, wovon Sie überzeugt sind
  5. Kommunizieren Sie transparent und offen
  6. Zeigen Sie, dass man Ihnen Vertrauen kann, indem Sie ein kongruentes, berechenbares, stimmiges Verhalten zeigen
  7. Verstärken Sie ethisches Verhalten in Ihrem Umfeld (Mitarbeiter, Kunden, etc.)

4 Ideen, wie Sie – mit Ethik in der Führung – Veränderungen umsetzen

Wenn Sie die 7 o. g. Tipps beherzigen werden Sie feststellen, dass Ihr persönliches Leben einfacher wird. Einfacher im Sinne von „stimmiger“. Denn wenn Sie im Einklang mit Ihren Werten handeln, werden Sie schneller auf die Menschen treffen, die zu Ihnen passen. Sie finden Gleichgesinnte, Austauschpartner und Sie fühlen sich wohler.

Im nächsten Schritt erfahren Sie, wie Sie diese Grundlage nutzen können um mit den Prinzipien der Ethik den Unternehmenswandel nach vorne zu bringen:

  1. Stehen Sie zu sich selbst
  2. Geben Sie sich und Ihrer Mannschaft, bzw. dem Unternehmen Zeit für den Wandel denken Sie daran: der Grashalm wächst nicht schneller, wenn ich dran ziehe
  3. Bewahren Sie Bewährtes und Experimentieren Sie mit Neuem
  4. Nutzen Sie den täglichen Check-Up:
    binnen weniger Minuten finden Sie heraus, ob Sie ethische Führung leben und umsetzen – Fragen Sie sich mindestens einmal am Tag:
    a) kann ich morgens und abends nach meiner Entscheidung guten Gewissens in den Spiegel schauen?
    b) Können mir nahestehende Personen (Lebenspartner, Kinder, Freunde) nachvollziehen, warum ich mich so verhalten habe?
    c) Dürfen die von meinem Verhalten betroffenen Menschen meine wahren Motive erfahren?
    So können Sie täglich reflektieren, ob Sie diese 3 Fragen mit „JA“ beantworten können oder nicht.

Ein Hinweis: Es ist möglich als Mensch professionell zu führen und Veränderungen umzusetzen – es macht sogar Riesenspass – wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.

Fazit:  Ethische Führung beginnt bei jedem!

Sie haben erfahren, was es mit der ethischen Führung auf sich hat. Sie haben vor allem – durch Studien, die mit über 30 TSD Teilnehmern durchgeführt wurden, erfahren, das ethische Führung wirkt!
Hierbei ist der höchste Wirkfaktor VERTRAUEN.
Vertrauen braucht es auch für Veränderungsprozesse im Unternehmen.
Also: wenn Sie wollen, dass Veränderungen im Unternehmen leichter vorangehen, wenn Sie möchten, dass Ihre Mitarbeiter zu begeisterten Mitstreitern werden, wenn Sie möchten, dass Sie von der Unternehmensspitze mehr Gehör finden, dann nutzen Sie die Grundregeln der ethischen Führung.
Übrigens: in der Natur ist „Vertrauen“ ebenfalls eins der wichtigsten Prinzipien.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

P.S. Wenn Sie das Thema interessiert und Sie wissen möchten, wie Sie für sich herausfinden wovon Sie im Innern tatsächlich überzeugt sind – um es dann bestmöglich in Ihrem Alltag einzusetzen, dann lesen Sie doch gerne mein Buch „Was wirklich zählt! Mit Überzeugung führen

Bild: Depositphotos 24461991 ©ridofranz

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager