Umgang mit Komplexität: Herausforderung für Manager

Umgang mit Komplexität: Herausforderung für Manager

Für meine Diplomarbeit als Biologin untersuchte ich vor Jahren eine so genannte Wurzelraumanlage. Das ist eine mit Wasser gefüllte Black Box, in der Bodenerde, Kleinstlebewesen und Mikroorganismen, Pflanzen und Wurzeln ein extrem komplexes System bilden. Diese Black Box wird zur Wasserreinigung verwendet: Fließt auf der einen Seite Schmutzwasser hinein, kommt auf der anderen Seite sauberes Wasser hinaus. Und zwar unabhängig davon, welche organischen Schadstoffe eingeleitet wurden. Das System stellt sich innerhalb kurzer Zeit darauf ein und findet eine Lösung.

Warum erzähle ich Ihnen das? Weil darin ein wertvoller Impuls steckt für den Umgang mit komplexen Situationen. Wenn Sie Führungskraft sind, brauchen Sie die Fähigkeit, Ressourcen zu vernetzen – hier zeigt das Zusammenspiel aller Teile der Wurzelraumanlage, wie ein biosystemischer Ansatz dazu aussehen könnte. Es geht nicht mehr um sequenzielle Abläufe, sondern um Simultanität. Umgang und Handeln mit komplexen Aufgaben gehört definitiv zu den größten Herausforderungen für Führungskräfte und Leistungsträger (und deshalb habe ich diesem Thema in meinem neuen Buch auch ein ganzes Kapitel gewidmet … 😉 ).

Darüber hinaus haben Sie wahrscheinlich bereits erkannt, dass Sie sich als Manager heutzutage immer weniger nur an Daten und Fakten orientieren können. Das „Entscheiden unter Ungewissheiten“, wie Fredmund Malik das nennt, ist zunehmend gefragt. Oft spielen bei Entscheidungen so viele Faktoren hinein, dass man unmöglich wirklich alle berücksichtigen kann. Das heißt, der Manager der Zukunft braucht andere Qualifikationen als bisher. Er muss in der Lage sein, sehr schnell Prioritäten zu erkennen, vordringliche Ziele zu formulieren und diese zeitnah umzusetzen. Nur so kann die hohe Innovationsgeschwindigkeit der Unternehmen gehalten werden.

Co-opetition: Kooperation und Konkurrenz

Das bedeutet manchmal auch, sich mit Wettbewerbern konstruktiv und zum Wohle aller Beteiligten zu vernetzen. Co-opetition bedeutet, „kooperativ zu konkurrieren“: mit externen spezialisierten Partnern, mit Kunden, mit Lieferanten. Dass der Kolkrabe zum Beispiel allerhand über das Thema „Kooperation versus Wettbewerb“ weiß, habe ich Ihnen ja hier auch schon einmal vorgestellt.

Treue Leser wird daher mein Fazit nicht überraschen: Sowohl für den „Umgang mit Komplexität“ als auch für das Thema „Kooperation und Konkurrenz“ kann man sich wieder einmal am erfolgreichsten Unternehmen der Welt orientieren – der Natur. Mit meinen Kompetenz-Impulsen habe ich übrigens ein Format kreiert, das genau diese Zukunftskompetenzen in Ihrem Unternehmen entwickeln kann. Wenn Sie das interessiert, sprechen Sie mich gerne an. Und wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare und Erfahrungen: Wie gehen Sie mit komplexen Aufgaben um?

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