Top Manager: Gute Führungskraft - schlechte Führungskraft

Der Leistungsträger - Blog

Als Top Manager liegt es im Interesse aller eine GUTE Führungskraft zu sein. Doch was heißt das eigentlich? Gibt es Unterschiede zwischen einem GUTEN Top Manager und einer guten Führungskraft auf der mittleren Ebene?

Beginnen wir mit einem Zitat zum Thema „gute Führungskraft“ von Viktor Frankl, dem österreichischen Psychiater und Autor:

»Werte kann man nicht lehren, sondern nur vorleben.«

Ich glaube, damit ist schon das Zentrale gesagt. Leben Sie IHRE Werte? Und leben Sie das, wovon Sie überzeugt sind? Führen Sie überzeugt? Doch der Reihe nach.

In diesem Artikel lesen Sie

  • Was ist eine gute Führungskraft?
  • Was sind die zentralen Aufgaben einer Führungskraft und eines Top Managers?
  • Was sind gute Führungskraft Eigenschaften?
  • Was sind zentrale Führungskompetenzen?
  • Woran erkenne ich einen guten Top Manager und eine gute Führungskraft?
  • Wie werde ich eine gute Führungskraft? Ein guter Top Manager?
  • Gute Führungskraft Buch

Was ist eine gute Führungskraft?

Das ist eine „große“ Frage. Ich habe mal ein wenig gegoogelt, was man dazu findet. In den meisten Artikeln geht es dabei um Führungseigenschaften. Auf die kommen wir auch noch. Später. Ich möchte jedoch weiter vorne anfangen.

Mir kommen 3 weitere Aspekte in den Sinn: 1. Erwartungen, 2. Verantwortung, 3. Selbstreflexion.

1. Erwartungen

Sind Sie Führungskraft und haben einen Chef? Kennen Sie dessen Erwartungen? Seine Erwartungen an Sie? Wenn Sie die nicht kennen, können Sie kaum in seinem Sinne eine gute Führungskraft sein. Denn entweder erfüllen Sie – ohne es zu wissen – seine Erwartungen, oder Sie erfüllen sie eben nicht. Finden Sie also in einem offenen Gespräch heraus: Was ist Ihrem Vorgesetzen wichtig?

Das Gleiche gilt übrigens auch, wenn Sie Top Manager sind und einen Chef haben, sei es der Vorstandsvorsitzende oder der Inhaber des Familienunternehmens. Fragen Sie auch ihn: Welche Erwartungen haben Sie an mich?

2. Verantwortung

Und schon sind wir beim zweiten Punkt. Kennen Sie die Erwartungen Ihres Vorgesetzten heißt es nicht, dass Sie diese im „Hörigkeitsdenken“ erfüllen müssen.

Es bedeutet vielmehr: übernehmen Sie Verantwortung im Sinne “für was stehen Sie”?

Überlegen Sie für sich selbst:

  • Was ist mir wichtig?
  • Was sind meine Prinzipien und Prioritäten?
  • Wofür stehe ich und wofür nicht?
  • Was sind meine Ziele?

Dies können Sie dann in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Vorgesetzten diskutieren. Im Idealfall kommen Sie zu einem Ergebnis, das für beide passt.

3. Selbstreflexion

Und damit sind wir beim dritten wesentlichen Punkt, was eine gute Führungskraft ausmacht. Eine gute Führungskraft und noch viel mehr ein guter Top Manager kennt sich selbst, reflektiert und hinterfragt sich selbst. Eine wesentliche Voraussetzung, um sowohl sich selbst als auch Mitarbeiter zu führen

Führungswissen und die neueste Führungstheorie allein reichen heute schon lange nicht mehr aus. Viel größere Bedeutung hat das Erfahrungswissen und die ständige Arbeit an sich selbst.

Viele Top Manager und gute Führungskräfte nutzen dazu ein individuelles Führungskräfte Coaching . Denn dann kann das Gelernte und Erlebte auch leichter ins individuelle Handeln umgesetzt werden.

Was sind die zentralen Aufgaben einer Führungskraft und eines Top Managers?

In meinem Buch Ärmel hoch! Die 20 schwierigsten Führungsthemen und wie Top Führungskräfte sie anpacken, finden Sie dazu ein eigenes Kapitel:

In wenigen Sätzen auf den Punkt gebracht:

Die Führungskraft soll gemeinsam mit ihrem Team die Abteilungs- und Bereichsziele erreichen. Es geht darum gemeinsam mit den Mitarbeitern die Ziele erreichen. Sie wirkt im Schwerpunkt IM Unternehmen. Hier geht es vor allen Dingen um Inhalte und Leistung.

Beim Top Manager an der Unternehmensspitze geht es im Schwerpunkt um Strategien, Beziehungen, Verhandlungen – vor allem aber auch um politisches und taktisches Kalkül. Er arbeitet im Schwerpunkt AM Unternehmen.

Auch wenn wir im Sinne von NEW WORK davon ausgehen, dass sich die Unternehmenskulturen verändern. Meiner Ansicht nach, werden wir an der Unternehmensspitze noch lange mit „Politischen Spielregeln“ zu tun haben, welche dem mittleren Management i.d.R. vollkommen unbekannt sind. Das Top Management allerdings kennen und noch besser: damit umgehen lernen darf.

Was sind gute Führungskraft Eigenschaften?

Diesem großen Bereich habe ich einen eigenen Blogbeitrag gewidmet. Daher möchte ich an dieser Stelle nur auf diesen Beitrag verweisen: 5 gute Führungseigenschaften, die Ihnen Mitarbeiterzufriedenheit garantieren

Was sind zentrale Führungskompetenzen?

Diesen Aspekt möchte ein wenig näher beleuchten. Weil ich festgestellt habe, dass insbesondere das Thema DELEGIEREN eine wesentliche Führungskompetenz darstellt, und sowohl bei Führungskräften, als auch bei erfahrenen Top Managern meistens „ausbaubar“ ist.

Hier finden Sie zwei Grundlagenartikel zum wichtigen Thema Delegieren:

  1. Was Delegieren so schwer macht und
  2. Lösungsansätze zum Thema Delegieren

Jetzt erfahren Sie ein konkretes Beispiel aus meiner Coaching-Praxis aus der Perspektive des Klienten:

Ehrlich gesagt habe ich in der Vergangenheit nicht besonders delegiert, weil ich auch stolz sein wollte, wenn die Ergebnisse erreicht wurden und ich wusste: Ich war daran maßgeblich beteiligt.

Diese Chance auf Anerkennung wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, und außerdem muss ich gestehen, ich hatte auch Angst, dass meine Mitarbeiter es möglicherweise besser machen könnten als ich und mich überholen würden.”

Das hat sich verändert:

„Ich habe erkannt, dass ich meine Rolle als Führungskraft mit allen dazu gehörigen Aufgaben und Anforderungen überhaupt nicht verinnerlicht hatte. Das ist heute anders.

Ich weiß, dass ich als Führungskraft die Aufgabe habe, meine Mannschaft zu Ergebnissen zu führen und nicht selbst die Ergebnisse zu produzieren. Mir wurde klar: Wenn ich selbst die Ergebnisse bringe, dann bin ich sogar eine schlechte Führungskraft. Das wollte ich natürlich nicht sein.

Ich übte zu delegieren. Zunächst nahm ich mir eine Mitarbeiterin und trainierte stufenweise das Delegieren, so wie wir es im Einzelcoaching für mich ausgearbeitet hatten. Das zeigte recht schnell Früchte.

Am Anfang merkte ich immer noch einen leichten Stich, wenn Lob ausgesprochen wurde für ein gutes Ergebnis und ich nicht unmittelbar meine Finger mit im Spiel hatte.

Doch dann änderte ich meine Perspektive: Früher habe ich meinen Erfolg daraus gezogen, dass ich es selbst getan habe, heute ziehe ich den eigenen Erfolg aus dem Erfolg meiner Mitarbeiter.

Haben meine Mitarbeiter Erfolg, dann kickt es mich an, weil ich weiß, dass sie dieses Ergebnis nur erreicht haben, weil ich sie gut geführt und gut delegiert habe. Und das ist klasse. Außerdem habe ich so viel häufiger die Chance auf „Anerkennung“, denn ich habe ja eine Menge Mitarbeiter, an die ich delegiere. Heute fällt mir Delegieren wesentlich leichter.“

Mein Klient hat einen Perspektivwechsel vollzogen und Erfolg für sich neu definiert. Früher zog er Anerkennung und Zufriedenheit aus dem eigenen Tun, heute sieht er seinen Erfolg im Erfolg der Mitarbeiter. Er hat sich bewusst gemacht, dass die Mitarbeiter diesen Erfolg alleine, also ohne seine Rolle als Führungskraft und Mentor, niemals geschafft hätten.

Haben Sie sich an der ein oder anderen Stelle wiedererkannt? Sich das selbst einzugestehen ist gar nicht so leicht. Probieren Sie es mal aus mit dem Perspektivwechsel.

Sie werden feststellen, dass die Ergebnisse Ihrer Mannschaft deutlich besser werden. Egal ob Sie Führungskraft oder Top Manager sind. Außerdem gewinnen Sie wertvolle Zeit, die Sie in andere wichtige Dinge stecken können.

Woran erkenne ich einen guten Top Manager und eine gute Führungskraft?

Sie haben jetzt schon viel gelesen zu dem Thema und sich sicherlich schon ein eigenes Bild gemacht. Schauen Sie sich mal um: wen in Ihrem Umfeld bezeichnen Sie als Top Leader oder guten Top Manager?

Hört er zu? Können Sie ihm vertrauen? Ist er verlässlich und unterstützt andere bei wichtigen Projekten? Kann er sich auch mal abgrenzen und gegenüber Widerständen behaupten? Schafft er es offen in der Kommunikation zu sein und verzichtet er auf Micromanagement? Welchen Führungsstil nutzt er in seinem Wirken? Wie steht es um das Thema Empathie?

Der Eigenschaft „Empathie“ wird zunehmend mehr Bedeutung beigemessen. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass Empathie zu einer der Kernqualitäten einer guten Führungskraft bzw. eines guten Top Managers zählt. In diesem Artikel bin ich besonders auf die Führungsqualität Empathie eingegangen.

Wie werde ich eine gute Führungskraft, ein guter Top Manager?

Sind Sie neu in der Rolle, dann macht es sicherlich Sinn, diverse Bücher, Ratgeber oder auch Seminare zu besuchen. So schaffen Sie sich die Grundlagen. Achten Sie bitte darauf, dass es weniger um Fachwissen, sondern mehr um die „weichen“ Qualitäten geht, die sogenannten Softskills.

Haben Sie die Grundlagen gelegt, ist es wichtig: üben, anwenden, verfeinern, optimieren. Bleiben Sie immer wieder dran. Nichts ist schlimmer, als wenn Sie zum „Führungstheoretiker“ werden. Das nervt die anderen kolossal. Entscheidend für den erfolgreichen Führungsalltag ist immer die erlebte Erfahrung, also Erfahrungswissen.

Ja, da geht so manches schief. Sie machen Fehler, das gehört dazu. Lernen Sie draus, wie Sie es beim nächsten Mal besser machen können.

Tauschen Sie sich mit anderen Gleichgesinnten aus, entweder aus dem eigenen Unternehmen oder auch mit Führungspersönlichkeiten aus anderen Unternehmen. Suchen Sie sich einen Mentor aus dem eigenen Unternehmen.

Einer meiner Klienten – Top Manager in einem IT-Beratungsunternehmen – sagte vor ein paar Tagen: „Nachdem ich alles Mögliche ausprobiert habe, komme ich ganz klar zum Schluss: das Führungskräfte Coaching ist das wirksamste und effektivste Instrument, um eine gute Führungskraft zu werden.“

Gute Führungskraft Buch

Es gibt viele Bücher zum Thema Führung. Amazon ist voll davon. Gerne möchte ich Ihnen „Ärmel hoch! Die 20 schwierigsten Führungsthemen und wie Top Führungskräfte sie anpacken“ empfehlen.

Eine Klientin – Geschäftsführerin eines größeren mittelständischen Unternehmens – formulierte dazu folgendes: „Ich habe schon sooo viele Führungsbücher gelesen und dachte irgendwann: kennst Du eins, dann kennst Du alle und ich legte die meisten ziemlich genervt nach dem Vorwort in die Ecke. Diese Zeigefingermentalität geht mir ziemlich auf den Wecker. Und die ganze Theorie lässt sich ja meistens im Führungsalltag nicht 1 zu 1 umsetzen. Bei Ihrem Buch „Ärmel hoch!“ Ist das anders: Sie schreiben genauso wie man spricht. Das gibt es so viele Praxisbeispiele und Impulse. Ich fühlte mich so oft verstanden in meinem eigenen Führungsalltag. In dem Buch lassen Sie ganz viel Raum für eigene Ideen. Sie geben Denkansätze. Ja, und in der Praxis sind Sie ja genauso, wie in dem Buch.“

Fazit:

Eine gute Führungskraft zu werden, ein guter Top Manager zu sein, setzt sich aus verschiedenen Puzzlesteinen zusammen.

Das Wichtigste: Leben Sie vor, wovon Sie im Innern überzeugt sind. Überzeugt führen!

Sie haben jetzt erfahren, dass zu einer guten Führungskraft zählt, dass Sie wissen, was von Ihnen erwartet wird. Dass Sie Verantwortung dafür übernehmen, wofür Sie selbst stehen und dass die permanente Selbstreflexion dazugehört, wie das tägliche Zähneputzen.

Sie haben ebenfalls erfahren, dass Sie als Führungskraft des mittleren Managements andere Aufgaben haben, als wenn Sie als Top Manager an der Unternehmensspitze stehen.

Sie wissen, welche Führungseigenschaften eine gute Führungskraft bzw. ein guter Top Manager besitzt. Sie haben die positiven Auswirkungen einer der Top Führungskompetenz „Delegieren“ an einem Beispiel erlebt.

Darüber hinaus haben Sie Hinweise erhalten, wie Sie zu einer guten Führungskraft, bzw. einem guten Top Manager werden können.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

P.S. Wenn Sie schon länger an dem Thema dran sind und Sie schneller eine noch bessere Führungskraft sein wollen. Dann nutzen Sie den Katalysator-Effekt mit dem EinzelCoaching.

Diejenigen von Ihnen, die als Top Manager neu an die Spitze kommen sind, sei der CEO-Starter-Set empfohlen. Sehr pragmatisch und genau auf den Punkt gebracht, erfahren Sie, wie Sie den Rollenwechsel in die Geschäftsführung sicher und souverän meistern.

Depositphotos #76571141 ©stockasso

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager