Die Perfektionismusfalle - Umgang mit Perfektionismus, Teil 1

Der Leistungsträger - Blog

Dieser Eintrag ist Teil 1 von 3 aus der Blogreihe Umgang mit Perfektionismus

Gerade die besten Leistungsträger eines Unternehmens stellen sehr hohe eigene Ansprüche an ihre Arbeit. Das birgt die Gefahr, über das Ziel hinauszuschießen – und so in der Perfektionismusfalle zu landen. Als Führungskräfte Coach habe ich vielfach Fälle wie jenen der jungen Marketingleiterin erlebt.

Gescheitert am eigenen Anspruch und …

In ihrer ersten Führungsposition hatte sie an sich selbst den Anspruch jede Aufgabe auf höchstem Niveau auszuführen. Selbst Dinge, die sie delegierte, wollte sie auch selbst mindestens ebenso gut beherrschen. Indem sie von der Produktbeschreibung bis zur Führung ihrer Mitarbeiter alles perfekt leisten wollte, setzte sie sich selbst unter Stress. Sie war permanent überfordert, ständig unter Zeitdruck, für ihren Vorgesetzten immer weniger greifbar.

… zwei Vollzeitaufgaben

Der Perfektionismus führte zum genauen Gegenteil: Am Ende waren die Leistungen meiner Klientin für den Vorgesetzten nicht mehr zufriedenstellend. Und genau deshalb kam sie ins Executive Coaching. Wie viele meiner Klienten – und beileibe nicht nur jene, die erstmalig eine leitende Position innehaben – sah sie sich nach wie vor als inhaltliche Spezialistin. Sie glaubte beide Aufgaben perfekt ausfüllen zu müssen – jene als Fachexpertin und jene als Führungskraft. Ihr war nicht klar, dass sie sich damit freiwillig zwei Vollzeitaufgaben auferlegte, was weder funktionieren kann noch vom Vorgesetzten so gewollt war.

Erwartet allerdings wurde von ihr, dass sie ihre Rolle als Führungskraft professionell ausübte. Genau das gelang ihr durch ihren Anspruch, überall perfekt sein zu wollen, nicht mehr.

Ein Profi tappt nicht in die Perfektionismusfalle

Es gibt zwei wesentliche Merkmale, die den Profi vom Perfektionisten unterscheiden:

  • Ein Profi stellt höchste Ansprüche, jedoch ausschließlich bezogen auf sein Aufgabengebiet.
  • Ein Profi erfüllt punktgenau die Erwartungen seines Auftraggebers – nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Im nächsten Beitrag dieser Blog-Reihe erfahren Sie, wie sich durch diese Unterscheidung zwei einfache Regeln ableiten lassen, die Sie vor der Perfektionismusfalle bewahren können.

Ihre Gudrun Happich

 

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Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager