Themen im Führungskräfte Coaching: Delegieren lernen II

Themen im Führungskräfte Coaching: Delegieren lernen II

Im Führungskräfte Coaching gehört Delegieren lernen zu den Klassikern. Um es in aller Härte zu formulieren: Wenn Führungskräfte, die meinen alles selber machen zu müssen, von den Vorgesetzten ihrer Führungsrolle enthoben werden, ist das ein konsequentes Handeln der Unternehmensleitung. Letztere sollte aber auch den Leistungsträgern im Rahmen einer professionellen Führungskräftenentwicklung die Möglichkeit geben, sich auf die neuen Aufgaben vorzubereiten. Management ist schließlich eine Profession, die nicht vom Himmel fällt. Im letzten Blog-Beitrag dieser Reihe ging es darum wie wichtig der Perspektivwechsel, Vertrauen und Loslassen für eine gute Führungskraft sind.

Erfolgreiche Delegation erfordert zudem einen klaren Delegationsauftrag. Um diesen zu erarbeiten, hat es sich im Führungskräfte Coaching bewährt, die folgenden sechs «W-Fragen» zu beantworten:

  • Was?
    Definieren Sie die Aufgabe, die Sie delegieren wollen. Generell sollten Sie zwischen einmalig und wiederholt anfallenden Aufgaben unterscheiden. Delegieren erfordert zunächst einen hohen Aufwand. Es lohnt sich deshalb vor allem bei wiederholt anfallenden Aufgaben.
  • Wer?
    Legen Sie fest, wer die Aufgabe übernehmen soll. Stellen Sie fest, welche Anforderungen die Aufgabe stellt und welche Qualifikationen sie erfordert. Überlegen Sie dann, wer aus Ihrem Team der Richtige für die Aufgabe sein könnte.
  • Warum?
    Reflektieren Sie, warum Sie gerade diesem Mitarbeiter die Aufgabe übertragen wollen.  Klären Sie Ihre Motivation: Warum möchten Sie diesen Mitarbeiter mit der Aufgabe betrauen? Spielen neben fachlichen auch soziale Aspekte eine Rolle? Was halten Sie von dem Mitarbeiter, welche Erfahrungen haben Sie mit ihm schon gemacht? Was genau erwarten Sie jetzt von ihm?
  • Wie?
    Legen Sie fest, welche Befugnisse der Mitarbeiter erhält, welche Vorgaben er einhalten muss und wie oft Zwischengespräche stattfinden sollen. Erklären Sie dem Mitarbeiter nun die Aufgabe und das damit verfolgte Ziel. Wenn Sie eigene Erwartungen und Vorstellungen haben, dann sollten Sie diese jetzt einbringen. Fragen Sie dann nach den Ideen und Vorstellungen des Mitarbeiters: Wie möchte er vorgehen? Definieren Sie schließlich den Spielraum, den der Mitarbeiter bei der Ausführung der Aufgabe erhält: Welche fachliche Verantwortung und welche Befugnisse erhält er? Legen Sie fest, in welchen Abständen Feedbacks stattfinden sollen.
  • Womit?
    Legen Sie die Ressourcen fest, die der Mitarbeiter für die Aufgabe noch benötigt. Gemeinsam mit dem Mitarbeiter überlegen Sie, welche Hilfsmittel, Unterlagen oder andere Unterstützung er für die Umsetzung seiner Aufgabe erhält.
  • Wann?
    Legen Sie fest, bis wann die Aufgabe erledigt sein muss. Besprechen Sie den Zeitplan – und bestimmen Sie den Endtermin sowie Termine für Zwischengespräche.

Aus den Ergebnissen der sechs W-Fragen können Sie nun den Delegationsauftrag formulieren und die Aufgabe offiziell an den Mitarbeiter übergeben.

Viel Erfolg beim Delegieren wünscht
Ihre Gudrun Happich

 

 

 

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