Live aus dem Führungskräftecoaching IV: So nicht, liebe Leistungsträger!

Live aus dem Führungskräftecoaching IV: So nicht, liebe Leistungsträger!

In den ersten drei Beiträgen der Artikel-Reihe „Live aus dem Führungskräftecoaching“ habe ich Ihnen die drei Proto-Persönlichkeitstypen in den Führungsetagen vorgestellt: Die Windmacher und Politiker und meine Lieblinge, die Leistungsträger. Letztere stehen für den Führungstyp der Zukunft. Auf Ihren Fahnen stehen Social Leadership, Transparenz, Leistung, Ergebnisse.

Allerdings stehen sich die Leistungsträger sehr oft selbst im Weg. Weil sie darüber hinaus auch noch selbstkritisch sind, habe ich als Executive Coach mit ihnen überdurchschnittlich häufig das Vergnügen. Ich weiß daher, mit welchen  Verhaltensweisen sie sich immer wieder selbst aus dem Rennen schießen… Hier einige Beispiele aus der Coaching-Praxis.

Nehmen wir an, der engagierte Leistungsträger steht vor einer der folgenden, nicht unüblichen Herausforderungen:

  • er übernimmt eine neue Führungsrolle und es läuft nicht so, wie sich das alle wünschen
  • ein Projekt läuft überhaupt nicht so, wie es geplant wurde – der Druck ist gewaltig
  • er braucht eine Führungscrew, die mitdenkt und auch dem hohen Anforderungsdruck gewachsen ist

Der Leistungsträger macht und tut und ackert. Er will was bewegen, doch die Ergebnisse lassen zu wünschen übrig. Die Situation droht zu eskalieren, der Leistungsträger droht zu scheitern. Wie wird er reagieren?

Der typische Leistungsträger wird

  • die Schlagzahl noch mehr erhöhen (Freizeit und Urlaub werden gestrichen)
  • vielleicht noch weniger delegieren – weil er glaubt sich auf seine Mitarbeiter nicht verlassen zu können
  • die Kontrolle und den Druck auf die Mannschaft erhöhen
  • die Kommunikation mit Kollegen, Partnern und Vorgesetzten auf ein Minimum reduzieren – der Umgangston wird rauer
  • aufgrund der Überforderung mehr Fehler machen
  • das Fingerspitzengefühl, wichtige Dinge durchzusetzen, verlieren

Es ist ein Gefühl wie in der Sackgasse, aus der er sich trotz Strampeln und teilweise völliger seelischer und körperlicher Verausgabung nicht befreien kann. Die Aufgabe, das Unternehmen frisst ihn auf. Es ist ein Teufelskreis.

Über allem könnte das Motto stehen: Wir sind so sehr beschäftigt, die Hühner einzufangen, dass wir keine Zeit haben den Hühnerstall zu bauen! In solchen Momenten ist es nicht mehr möglich das Positive und Konstruktive zu sehen, statt dessen werden nur noch Fehler – eigene und andere – wahrgenommen. Lösungsorientiertes Denken fällt schwer.

Was passiert, wenn der Leistungsträger in dieser unguten Situation und diesem Tunnelblick verharrt und wie man es erst gar nicht dazu kommen lassen kann, verrate ich Ihnen in den nächsten Beiträgen der Reihe „Live aus dem Führungskräftecoaching!“

Ihre Gudrun Happich

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