Wissen richtig managen

Wissen richtig managen

Wissen ist die wichtigste Währung vieler Unternehmen. Dabei geht es nicht nur um das Fachwissen und die Kompetenz jedes einzelnen Mitarbeiters. Mindestens genauso wichtig ist der Überblick über Informationen zur aktuellen Unternehmenssituation, die Verantwortlichen und Akteure in bestimmten Projekten, die Spielregeln auf der jeweiligen Hierarchieebene und ähnliches.
Aus vielen Führungskräftecoachings weiß ich, dass sich Manager oft von der Informationsflut überfordert fühlen. Gerade beim Wechsel von der Fach- zur Führungskraft denken viele, sie müssten in der neuen Position nun erst recht fachlich bis ins Detail informiert sein, besser sein als alle Mitarbeiter, sie müssten „alles“ wissen. Das ist natürlich ein Trugschluss und darüber hinaus auch gar nicht möglich.
Der richtige UMGANG mit Informationen ist aber sehr wohl eine zentrale Management-Aufgabe. Schließlich soll durch die Nutzung relevanter Informationen letztendlich neues Wissen generiert, Innovationskraft im Unternehmen gehalten und ein Wettbewerbsvorsprung erreicht werden. Vielerorts funktioniert das allerdings nur sehr dürftig, unter anderem weil sich die Führungskräfte im Detail verfangen. Richtiges Informations- und Wissensmanagement ist für mich daher ein unverzichtbarer Bestandteil professioneller Führungskräfteentwicklung. Zudem halte ich es für wichtig, eigene Ideen zu entwickeln und in den Führungsalltag einzubringen.

Die Leistungsträger sollten erkennen, dass sie nicht „alles“ wissen können und müssen. Sie brauchen aber einen guten Überblick und ein Netzwerk. Sie sollten die Informationswege im Unternehmen kennen und bei Bedarf darauf zugreifen können. Eine Führungskraft sollte den Überblick über alle Themen im Team haben und sich als Koordinator zwischen all den Projekten und Aufgaben zu sehen. Im Kern muss dabei einerseits der Wissensfluss zwischen den verschiedenen Bereichen koordiniert werden. Und andererseits sollte auch gewährleistet sein, dass wichtige Informationen und wertvolles Know-how dem Unternehmen erhalten bleiben, wenn zum Beispiel Mitarbeiter die Firma verlassen.

Dann geht es bei Informationen ja nicht nur das Sammeln und die Koordination von Fachwissen. Es geht um das gesamte Netzwerk aus fachlichem und Erfahrungswissen, das sich ständig gegenseitig beeinflusst. Als Führungskraft tut man gut daran, sich darüber bewusst zu sein und seine Rolle entsprechend wahrzunehmen. Ein für das Unternehmen wertvoller Manager erfasst zum Beispiel relevante Informationen und bereitet sie für die Geschäftsführung oder den Vorstand so auf, dass die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Damit kann man punkten und zeigen, dass man der Führungsaufgabe gewachsen ist und sich weiter nach oben orientiert.

Ihre Gudrun Happich

 

 

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