Führung von unten: Worauf Sie achten müssen (Checkliste)

Der Leistungsträger - Blog

Dieser Eintrag ist Teil 3 von 3 aus der Blogreihe Cheffing - Führung von unten

In den letzten beiden Teilen der Blogserie zum Thema „Cheffing – Führung von unten“ haben Sie ein konkretes Praxisbeispiel erfahren und eine Idee davon bekommen, wie Sie vernetztes Denken von der Natur lernen können.

Im letzten Schritt erhalten Sie nun die Checkliste zum Thema Cheffing – der Führung von unten. Oder anders ausgedrückt: Wie führe ich meinen Chef, um wichtige Entscheidungen zu erhalten oder ein bestimmtes Verhalten zu fördern? Welche entscheidenden Punkte gilt es zu beachten und wo lauern die größten Stolperfallen?

Ein paar grundsätzliche Hinweise vorweg:

  • Bei dem großen Thema „Führung von unten“: Wie bekomme ich vom Vorgesetzten, was ich so dringend benötige, um vorwärts zu kommen gibt es zwei grundsätzliche Konstellationen:
    Zum einen muss eine Führungskraft den Vorgesetzten immer wieder zu Entscheidungen bewegen, damit die tägliche Arbeit vorankommt und die Abteilungsziele erreicht werden können.
    Zum anderen geht es aber auch darum, die Unterstützung des Chefs – also Vorstand, Geschäftsführer oder ein wichtiger Kunde – für neue Ideen oder Ziele zu erhalten.
  • Immer wieder erlebe ich Führungskräfte, die ihren Chef verändern möchten:
    Der muss doch einsehen, dass …Nichts muss er! Von niemandem, auch nicht von seinem Mitarbeiter muss ein Chef sich vorschreiben lassen, was zu tun ist.
    Die goldene Grundregel lautet daher: Nehmen Sie ihn, wie er ist. Mit dieser Einstellung stehen Ihre Chancen deutlich besser, von ihm zu erhalten, was Sie brauchen.
  • Die Führung des eigenen Chefs ist stets eine heikle Sache, die viel Taktgefühl erfordert. Dabei kommt es darauf an, die Gepflogenheiten der verschiedenen Führungsebenen zu kennen und zu beachten.Während es im Top-Management um gekonnte Einflussnahme, um das geschickt über die Bande Spielen geht, zählt in den mittleren Ebenen viel stärker die Klarheit der Argumente. Lernen Sie die Sprache und Spielregeln der Welt kennen, mit der Sie es zu tun haben!

Checkliste: Wie führe ich meinen Chef?

Werden wir nun konkret: Die nachfolgende Checkliste hilft Ihnen Schritt für Schritt Ihren Vorgesetzten von unten zu führen:

  1. Zielklärung: „Was möchte ich genau”?
    Bevor Sie ein Anliegen gegenüber einem Chef vorbringen, lautet die erste Frage immer: „Was möchte ich genau?“
  2. Situation beider berücksichtigen
    Im nächsten Schritt beziehen Sie die Situation des anderen mit ein. Versuchen Sie sich in Ihr Gegenüber zu versetzen: Was ist sein Bedürfnis? Bringen Sie in der Kommunikation mit dem Geschäftsführer oder Vorstands aufrichtige Wertschätzung und Wohlwollen zum Ausdruck.
  3. Hierarchieunterschied beachten
    Bei dieser „Empathie“ achten Sie bitte auch auf den Hierarchieunterschied. Schaffen Sie Vertrauen, aber gehen Sie (vorerst) nicht auf gleiche Augenhöhe! Sie werden feststellen: Sobald der Vorgesetzte nicht mehr das Gefühl hat, um seine „Anerkennung” ständig kämpfen zu müssen, wird sich seine Einstellung zu Ihnen ändern…
    Achtung: ich verstehe, dass Sie innerlich die Augen rollen. Sie wollen doch Kommunikation auf Augenhöhe. Sie wollen doch mit allen im Unternehmen im Sinne der modernen Arbeitswelt umgehen. Das ist allzu verständlich. Dies ist auch das – langfristige – Ziel.
    Aber: Sind Sie nicht im Moment an dem Punkt wo Sie einen hierarchischen Vorgesetzten abholen wollen? Da zählt: hohlen Sie ihn da ab wo er steht, und nicht da, wo er hinsoll.

Das Wichtigste zur Führung von unten im VIDEO

Fazit:

Cheffing – bzw. Führung von unten war schon immer bedeutsam. Doch gerade in Zeiten des Wandels, wo wir auf dem Weg vom traditionellen Unternehmen zur neuen und modernen Arbeitswelt sind, ist es – meiner Erfahrung nach – eine der größten Führungsherausforderungen in Unternehmen überhaupt. In dieser Blogserie haben Sie erfahren, was Cheffing überhaupt bedeutet. An einem konkreten Praxisbeispiel haben Sie erlebt, wie Herr S. seinen Vorstands-Chef von seinem Projekt, bzw. seiner „Change-Idee“ überzeugen konnte. Sie haben anhand eines Beispiels aus der Natur gelernt, wie Sie vernetztes Denken lernen und zu guter Letzt haben Sie heute eine Checkliste erhalten, wie Sie Ihren Chef konkret von Ihrer nächsten Idee wirksam überzeugen können.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Experimentieren.

Denken Sie daran: Wandel geschieht nicht von heute auf morgen oder auf Knopfdruck. Sie werden in Ihrem Chef einen echten Fan gewinnen, wenn Sie es schaffen, dass er von Ihnen und Ihren Vorhaben überzeugt ist und er Sie wirksam unterstützen kann.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

Foto: Depositphotos #23686937 ©milla74

Lesen Sie auch die anderen Beiträge aus der Blogreihe:

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager