Der Leistungsträger - Blog

Um die Berufung zu finden habe ich selbst viele Jahre geforscht, experimentiert und immer wieder meine Ideen verfeinert. Letztlich habe ich einen Leitfaden entwickelt, der aus insgesamt 13 Schritten bzw. Leitfragen besteht. Das hört sich viel an, manche Fragen bzw. Schritte sind allerdings ganz leicht zu lösen. Ich kann Ihnen versichern: Haben Sie alle Schritte für sich geklärt, haben Sie Ihre Berufung gefunden.

Sie sind dem beruflichen Erfolg jetzt so nah, wie wahrscheinlich noch nie in Ihrem Leben. Außerdem zeigt die Erfahrung, das die Erfolgsstrategien, die ich hier vorstelle Ihnen den Bewerbungsprozess oder wenn Sie sich selbständig machen, den Akquiseweg deutlich vereinfachen. Denn Sie wollen ja nicht nur Ihre Berufung finden, sondern auch leben, oder?

Aber fangen wir erst mal an und machen einen Schritt nach dem anderen.

Die Suche nach dem roten Karrierefaden

Um im Job zur eigenen Berufung zu finden, ist es nötig, die individuellen Potenziale und Talente zu identifizieren – zum Beispiel, in dem man den roten Faden im eigenen Berufs- und Lebensweg näher betrachtet.

Häufig höre ich von Klienten im Führungskräfte Coaching allerdings die Aussage, in ihrer Karriere gäbe es keinen roten Faden. „Alle ein bis zwei Jahre wechsle ich die Firma. Ich habe keine feste Branche, mein Lebenslauf zeigt kein Durchhaltevermögen“, klagte etwa ein IT-Abteilungsleiter.

Jeder hat einen roten Faden

Nachdem ich mehr als 20 Jahre als Executive Coach arbeite und in mehr als 1000 Coaching-Prozessen unterschiedlichste Karrierewege im Detail kennengelernt habe, behaupte ich: Einen roten Faden gibt es bei jedem – man muss nur manchmal lange und tief genug graben!

Bei der Suche nach dem roten Faden sollten Führungskräfte sich nicht von falschen, von außen an sie herangetragenen, Kriterien leiten lassen. Der oben erwähnte Abteilungsleiter etwa meinte, im Business Coaching selbstkritisch:

„Ich habe es versäumt, mir einen Ruf als Experte zu erwerben und mich mit einem Spezialthema zu profilieren.“

Wenn Sie davon überzeugt sind, dass es bei IHHNEN einen solchen roten Faden nicht gibt, dann kann ich Sie beruhigen. In den letzten mehr als 20 Jahren, haben wir IMMER den roten Faden gefunden. Manchmal stellt sich heraus: Sie haben nur an der falschen Stelle gesucht.

Berufung finden – Fazit Nr. 1:

JEDER hat einen roten Faden, Wenn Sie ihn noch nicht gefunden haben, dann suche Sie bitte weiter. Verändern Sie ab und an auch die Blickrichtung. Hören Sie bitte erst auf, wenn Sie fündig geworden sind.

Die eigenen Schatzfelder finden

Viele meiner Klienten glauben Themen-Experte sein oder werden zu müssen. Wenn dies nicht passiert, überkommt sie sehr schnell das Gefühl, nichts Besonderes zu können. Dabei übersehen sie, dass ihre Kompetenz an ganz anderer Stelle liegen kann – etwa im Beherrschen eines Prozesses oder einer genialen Kombination von Tätigkeiten, Aufgaben oder Eigenschaften.

Schatzfelder sind oft nicht auf Anhieb ersichtlich

Die Besonderheiten oder Schatzfelder, die das eigene, individuelle Potenzial definieren, erschließen sich meistens nicht auf Anhieb. Sie sind sozusagen etwas Dahinter- und Darunterliegendes.

Es ist sehr wichtig, die eigenen Motive, Werte und Stärken zu kennen – um seinen einzigartigen Kern freizulegen, muss man aber oft noch ein wenig tiefer vordringen.

Wie finden Sie diese Schatzfelder?

In meiner Praxis als Executive-Coach habe ich verschiedenste Schätze kennengelernt, die ich für Sie in 8 Schatzfelder gegliedert habe. Gehen Sie die einzelnen Bereiche durch und prüfen Sie, ob und welche Ihrer Potenziale sich darin verbergen. Natürlich erhebe ich in dieser Gliederung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Möglicherweise sind Ihre Schatzfelder nicht aufgeführt; wahrscheinlich bringt die Auseinandersetzung mit der Gliederung Ihnen aber neue Erkenntnisse, wo diese liegen!

  • Schatzfeld 1: Themen, Wissensgebiete, Interessen
    Leitfragen: Gibt es ein Thema, in dem Sie sich besonders gut auskennen? Worüber reden Sie gerne, wenn Sie mit jemandem zusammen sind? Wann hören Sie sofort zu?
  • Schatzfeld 2: Prozesskompetenz
    Leitfragen: Gibt es einen Prozess, den Sie besonders gut beherrschen, oder eine Abfolge von bestimmten Aktivitäten, die Sie besonders gut beherrschen?
  • Schatzfeld 3: bestimmte Aktivitäten, Aufgaben, Tätigkeiten
    Leitfragen: Gibt es eine Tätigkeit oder Aufgabe, die Sie besonders gut beherrschen?
  • Schatzfeld 4: Prägungen, Kulturerfahrungen
    Leitfragen: Welche familiären Besonderheiten fallen auf, wenn Sie sich systematisch mit den Berufen und Eigenheiten Ihrer Familienmitglieder und Vorfahren auseinandersetzen?
  • Schatzfeld 5: bestimmte Menschentypen, Lieblingsgruppen
    Leitfragen: Gibt es eine bestimmte Menschengruppe, mit der Sie besonders gut können? Was sind Ihre Lieblinge? Welchen Menschen stiften Sie einen besonders großen Nutzen?
  • Schatzfeld 6: Lieblingsumfeld
    Leitfragen: Gibt es ein Umfeld, in dem Sie sich besonders wohl fühlen? Wie muss es gestaltet sein? Was ist hier das Besondere?
  • Schatzfeld 7: Lieblingsrollen
    Leitfragen: Welche unterschiedlichen Rollen haben Sie schon eingenommen? Gibt es darunter Rollen, die Ihnen besonders Spaß gemacht haben?
  • Schatzfeld 8: Geniale Kombination
    Leitfragen: Können Sie zwei oder mehr Ihrer Motive, Werte oder Eigenschaften so kombinieren, dass daraus eine besondere Stärke entsteht?
Ein Muster entdecken

Versuchen Sie, ein Muster zu entdecken! Solange sich einzelne Elemente nicht zu einem stimmigen Ganzen fügen (ein roter Faden sichtbar wird), sind Sie noch nicht am Ende der Schatzsuche angelangt. Dann sollten Sie noch tiefer graben.

Berufung finden – Fazit Nr. 2:

Es gibt eine Unmenge von Schatzfeldern. Also Besonderheiten, die Sie ausmachen. Gehen Sie auf die Suche, tragen Sie alle Ihre Stärken, Motive, Werte zusammen. Gehen Sie auch etwas tiefer und schauen Sie hinter die Dinge und oder unter der Oberfläche nach. Dieser Schritt macht unglaublich viel Spaß, daher toben Sie sich hier bitte aus und erstellen Sie eine umfangreiche Schatzkiste IHRER Schatzfelder.

Die eigene Vision finden

Wenn Sie nun Klarheit über Ihre Schatzfelder haben, können Sie eine Vision Ihrer beruflichen Idealposition entwickeln.

Dieser Teil ist einer der wesentlichen Bestandteile, wenn Sie Ihre Berufung finden wollen. Daher habe ich dieser Erfolgsstrategie einen eigenen Blogartikel gewidmet. Sie erfahren, wie Sie eine Vision Ihrer beruflichen Idealposition entwickeln. Hier finden Sie ebenfalls 4 Methoden, wie Sie genau vorgehen können.  https://leistungstraeger-blog.de/eine-vision-entwickeln/

Berufung finden – Fazit Nr. 3:

Die eigene Vision ist eins der Herzstücke im Prozess „Berufung finden“. Die Vision kann Ihre eigene sein, oder für Ihr Team oder auch eine Unternehmensvision. Nehmen Sie sich viel Raum und Zeit um IHRE Vision zu entwickeln. Am Ende steht meistens ein (emotionaler) Satz, der in einem Bild genau beschreibt wo Sie hinwollen. Die Vision wird Sie im Berufsalltag immer wieder auch über schwierige Phase hinwegtragen.

Die persönliche Chipkarte erstellen

Jetzt sind Sie schon einen großen Teil des Weges gegangen. Sie haben Ihren roten Faden gefunden, Ihre Schätze gehoben, Ihre Vision erarbeitet. Jetzt gilt es, dieses noch theoretische Bild der Vision zu konkretisieren und greifbar zu machen. In meinen Führungskräfte Coachings erarbeite ich hierzu mit meinen Klienten eine persönliche Chip-Karte.

Diese zeigt die Essenz dessen, was die jeweilige Führungskraft ausmacht, welches Umfeld sie braucht, um Höchstleistung zu bringen, welches ihre wahren Stärken sind, was ihre Idealposition ist, wie sie beruflichen Erfolg und persönliche Erfüllung zu verbinden mag.

Machen Sie sich unabhängig!

Wer sich einmal die Arbeit macht, eine solche Chipkarte zu entwickeln, der wird feststellen, dass er sich in seiner Karriereplanung nicht mehr an äußeren Bedürfnissen, z.B. dem Marktgeschehen, orientieren muss, wie das leider sehr häufig passiert. Wer exakt weiß, was er kann, will und braucht, der findet es – unabhängig von den äußeren Gegebenheiten.

Schritt 1: Ziel und Zielerreichungskriterien formulieren
Im ersten Schritt definieren Sie ein berufliches Ziel, das im Einklang mit der Vision steht, die Sie entwickelt haben. In der Regel wird es ein Etappenziel auf dem Weg zu Ihrer Vision sein. Entscheidend ist, dass das Ziel konkret, realistisch und terminiert ist.
Betrachten Sie das Ziel nun eingehender und bestimmen Sie die Zielerreichungskriterien: Woran ist erkennbar, dass das Ziel erreicht ist? Was ist dann anders als heute? Was machen Sie anders, mehr oder weniger? Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit das Ziel erreicht wird?

Schritt 2: Ideale Rolle
Welche Rolle möchten Sie in Ihrer idealen Position wahrnehmen? Die Antwort auf diese Frage ist extrem wichtig. Überlegen Sie, in welcher Rolle Sie mit Blick auf Ihr Zukunftsbild die größtmögliche Wirkung entfalten können. Wenn die Rolle stimmt, aus der heraus Sie agieren, befördert das Ihr Talent und Ihre Leistungsfähigkeit – ermöglicht Zufriedenheit bei höchsten Leistungen. Hingegen kann eine falsche Rolle dem Weg zu Erfolg und Erfüllung massiv im Wege stehen.

Schritt 3: Leistungstyp
Hat ein Leistungsträger den idealen Platz und die richtige Rolle gefunden, kann er Enormes leisten, ohne unter negativem Stress oder gar Erschöpfung zu leiden. Es gibt jedoch eine Einschränkung: Die Arbeit sollte so organisiert sein, dass sie seinem individuellen Leistungstyp entspricht – denn wer dauerhaft Höchstleistung erbringen will, sollte seinen Leistungstyp kennen und beachten. Mehr zu den Leistungstypen lesen Sie hier. Zu welchem Leistungstyp gehören Sie? Welche Folgen hat das für die Ausgestaltung Ihrer Idealposition?

Schritt 4: Das Idealprofil formulieren
Nun haben Sie alle Informationen, um das ideale Profil auf einer Seite kompakt zu formulieren – die richtige Umgebung, in der richtigen Rolle, mit der richtigen Aufgabe und in der besten Position. Überlegen Sie sich auch eine kurze Überschrift, die das Ergebnis auf den Punkt bringt.

Beim Erarbeiten der Chipkarte findet erstmals ein Perspektivwechsel statt: Fragen Sie auch nach dem zentralen Nutzen, den Ihre eigene Leistung für den Arbeitgeber oder den Kunden erbringt.

Berufung finden – Fazit Nr. 4:

Nachdem  Sie sich ausgiebig mit den Erfolgsstrategien des Prozesses „Berufung finden“ beschäftigt haben, geht es nun darum alles auf das Wesentliche zu reduzieren, bzw. zu fokussieren.

Formulieren Sie in einem letzten Satz das Konzentrat:
Ich mache für [Zielgruppe] die Leistung [Produkt/Leistung], um [Nutzen/Bedürfnisse] zu erbringen bzw. zu befriedigen.“

Sie wollen tiefer in das Thema einsteigen? In Kapitel 10 und 11 meines Führungskräfte-Ratgebers „Was wirklich zählt!“ erfahren Sie alles über die Methoden, mit denen Sie Ihren roten Karrierefaden finden, Schatzfelder gliedern, eine Vision entwickeln und diese schließlich in Ihrer persönlichen Chipkarte konkretisieren.

Zusammenfassung:

Jetzt kennen Sie die 4 großen Erfolgsstrategien, die Ihnen verhelfen Ihre Berufung zu finden. Keine Frage, der Weg war mitunter mühevoll und anstrengend. Auf jeden Fall „intensiv“. Sie werden jetzt feststellen, dass die Umsetzung vergleichsweise einfach geht.

Viele meiner Klienten haben folgende Erfahrung gemacht: Sind sie bei potentiellen Arbeitgebern zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen und kommen sie mit dem Ansprechpartner in guten Kontakt, dann kann Ihnen dieses Konzentrat zu einer komplett neu geschaffenen Position verhelfen.

So geschehen bei einem meiner Klienten. Als der VorstandsVorsitzende sein Konzentrat hörte, war er sofort begeistert und rief: „GENAU So jemanden suchen wir, ich hätte es besser nicht auf den Punkt bringen können. Wir müssen jetzt nur noch die Position hier im Hause für Sie schaffen.“ 2 Monate später war sein erster Tag im Unternehmen.

Oder auch eine Klientin, die sehr lange nach einer neuen Position suchte, entwickelte nach einigem Zögern das Konzentrat ihrer Chipkarte. Die Wende im Bewerbungsprozess spürte sie sofort, nachdem Sie den Kernsatz Ihrer Chipkarte formulierte: Der potentielle Arbeitsgeber formulierte unvermittelt: „Unsere ausgeschriebene Stelle ist ja gar nichts für Sie. Sie „müssen“ an Stelle xy, da brauchen wir genau so jemanden wie Sie. Sie haben genau das richtige Profil. Sie sind die einzige, der ich das zutraue.“ Auch hier brauchte es nur wenige Wochen, bis Sie als Mitglied der Geschäftsleitung einen kompletten Unternehmensbereich übernahm und erfolgreich in die Zukunft führte.

Wie erkennen Sie, dass Sie Ihre Berufung gefunden haben?

Vielleicht brauchen Sie ein wenig, bis Sie Ihre Berufung gefunden haben und bis dieses Konzentrat formuliert ist. Allerdings brauchen Sie diesen Prozess nur 1 x im Leben zu machen.

Die Suche nach der eigenen Berufung lohnt sich – denn findet man sie, dann kann man Höchstleistung mit Leidenschaft und Leichtigkeit, beruflichen Erfolg und persönliche Erfüllung verbinden.  Haben Sie Ihre Berufung gefunden, ist das der wirksamste Schutz vorm Burnout. Denn, wenn Sie tun, was Ihrem wirklichen Potential entspricht, schöpfen Sie Energie daraus und Sie fühlen sich erfüllt

Wie finden Sie die Idee einer persönlichen Chipkarte?

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

P.S. Sie wollen nicht mehr länger warten, sondern Ihre Berufung finden und umsetzen? Dann schreiben Sie mir.

Bildquelle: Depositphotos #14326627 ©konradbak

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei

CIO
Harvard Business Manager