Der Leistungsträger - Blog

Wer es als Frau ins Top-Management schaffen will, braucht harte Bandagen. Aktuell ist diese Aussage – leider – noch Realität. Wo es hierarchische Strukturen gibt, da setzen sich vor allem Alphatiere durch, die sich durch Ellenbogeneinsatz, Härte und eine gewisse Aggressivität „auszeichnen“. Eigenschaften, die durchaus auch Frauen haben können. Tatsächlich ist es meiner Erfahrung nach so, dass Frauen nicht anders führen als Männer.

Frauen führen nicht anders als Männer

Die Art zu führen hat viel mehr mit der Persönlichkeit und den Werten einer Person zu tun, als mit dem Geschlecht. So lange in Unternehmen eine hierarchische, autoritäre Führungskultur dominiert, wird es in den Top-Etagen vor allem den Alpha-Typus geben, der sich nach oben beißt. Die kooperative Führungspersönlichkeit wird die Ausnahme bleiben. Und da in den Aufsichtsräten und Vorständen vor allem Männer sitzen, werden kaum Frauen nach oben berufen (das ist natürlich nur einer der Gründe!). Wie lässt sich das ändern? Marion Büttgen, Professorin am Lehrstuhl für Unternehmensführung an der Universität Hohenheim, meint dazu auf Spiegel online:

„…dafür braucht es Veränderungen, nicht nur in der Art, wie gearbeitet wird, sondern auch in den Werten. Wenn Unternehmen mehr nach dem Sinn ihres Tuns fragen, nachhaltiger werden, ihren eigentlichen Zweck bedenken, dann können auch Personen mit verträglicheren Charaktereigenschaften besser nach oben kommen.“

In der Folge würde sich natürlich auch die Zusammensetzung im Aufsichtsrat und anderen Entscheidungsgremien ändern.

Als Frau ins Top-Management – es geht auch anders

Es ist aktuell definitiv schwierig, als Frau ins Top-Management zu gelangen. Umso mehr freue ich mich, dass es eine meiner Klientinnen erst vor Kurzem in den Vorstand eines DAX-Konzerns geschafft hat. Und zwar – darauf bin wirklich total stolz , auf ganz andere Art und Weise. Die Frau ist warmherzig, offen, konsequent. Im Coaching ging es ganz viel um die Vorbereitung auf die Vorstandsebene. Es gelingt ihr so, politische Spielchen zu durchschauen und Fettnäpfe zu vermeiden. Wieso sie sich auf den Weg ganz nach oben gemacht hat? Sie wollte endlich die Unternehmenskultur nachhaltig verändern – und das geht nur von GANZ OBEN. Ich freue mich, dass es für die Klientin geklappt hat und sie diesen Schritt auch im Nachhinein als den Richtigen versteht.

Mein Tipp, wenn Sie als Frau ins Top-Management wollen !

Mein wichtigster Tipp, um es als Frau ins Top-Management zu schaffen, lautet: Verbiegen Sie sich nicht! Passen Sie sich nicht an die Regeln des „Jungs-Spiels“ an. Sie müssen sie kennen, durchschauen, vielleicht ein bisschen mitspielen. Aber machen Sie dann Ihre eigenen Regeln. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und finden Sie Ihren eigenen Weg!

Ihre Gudrun Happich

Fotoquelle: ©iStock

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei