Der Leistungsträger - Blog

„Fünf sitzen in China, drei in Holland, der Rest ist verteilt auf Österreich und Deutschland. Ich selbst bin quasi dauernd zwischen den einzelnen Standorten unterwegs und versuche dabei, das Team zu führen.“ Im Executive Coaching hat vor Kurzem ein Klient – als Maschinenbauingenieur Top-Manager bei einem Konzern – das Dilemma vieler moderner Führungskräfte angesprochen: Wie soll man leiten und führen, wenn die Mitarbeiter über den Erdball verstreut sind und man fast nur noch virtuell mit ihnen kommuniziert? Führen aus der Ferne oder Remote Leadership ist aktuell für alle international agierenden Unternehmen ein Thema. Und es wird künftig noch eine größere Rolle spielen.

Wir-Gefühl

Klar ist: So wie früher in der mehr alten als guten command and control-Zeit wird es nicht mehr gehen. Gerade dort, wo Tausende Kilometer zwischen den Teammitgliedern liegen, ist es Aufgabe der Führungskraft, ein Wir-Gefühl zu schaffen, dem einzelnen Mitarbeiter das Gefühl zu geben, ein wichtiger Teil eines sinnvollen Ganzen zu sein, Konflikte führzeitig zu erkennen und zu lösen, das Potential von Menschen zu erkennen, es zu fördern und sie am richtigen Platz einzusetzen. Das alles sind Aufgaben, die ganz viel mit sozialer Kompetenz und Empathie zu tun haben. Gleichzeitig sind bei global verteilten Teams Klarheit und Eindeutigkeit essentiell – dazu wiederum braucht es durchaus Qualitäten der klassischen Führungskraft.

Führungskultur, die auf Vertrauen basiert

In dem Welt-Artikel „Management by Fernsteuerung“ werden die unterschiedlichen Anforderungen an eine moderne Führungskraft recht gut beschrieben. Die größte Herausforderung dabei? Das Erlernen neuer Management-Methoden? Mit der Technik klarkommen? Nein. Am wichtigsten ist der Paradigmenwechsel von einer Führungskultur, die auf Kontrolle basiert, hin zum vertrauens- und wertebasierten Führen.

So war es auch bei dem oben genannten Klienten, der sich mit dem Loslassen, dem Vertrauen anfangs echt schwertat und es Schritt für Schritt lernen musste. Heute kann er sich aber gar keine andere Art des Führens mehr vorstellen.
Ihre Gudrun Happich

 

Fotoquelle: © iStock

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