Der Leistungsträger - Blog

Wenn man in seinem Job sehr erfolgreich ist, ist das fraglos eine tolle Sache. Man verdient viel Geld, wird in der Regel vom Arbeitgeber wertgeschätzt, das Selbstbewusstsein ist auf der Höhe. Eigentlich alles prima. Warum sind dann trotzdem so viele Menschen, die Erfolg haben, unzufrieden? Warum haben sie das Gefühl, nur zu funktionieren und nicht gestalten zu können? Warum fühlt sich das manchmal so an, als ob man irgendwie das falsche Leben führt?

Erfolg und Zufriedenheit – zwei paar Stiefel

Dass Erfolg nicht zwangsläufig zu Zufriedenheit führt, habe ich in meiner eigenen Biografie hautnah erlebt. Nach meinem Abschluss als Diplom-Biologin machte ich eine steile Karriere.  Als ich 30 Jahre alt war, hatte ich als Mitglied der Geschäftsleitung die Verantwortung für über 1 000 Mitarbeiter. Trotzdem war ich alles andere als zufrieden. Ich hinterfragte dieses diffuse „Irgendetwas stimmt nicht!“-Gefühl und stellte fest, dass mir die Art zu führen, wie sie bei dem Unternehmen praktiziert wurde, zutiefst widerstrebte. Den auf Kontrolle und dem Friss oder Stirb-Prinzip basierenden, sehr autoritären Führungsstil, wie er vor 20 Jahren in fast allen Unternehmen Usus war, empfand ich zudem auch als höchst uneffektiv.

Unternehmenswechsel bringt nichts

Gleichzeitig war mir klar: Wenn ich das Unternehmen wechsle, wird sich nicht wirklich etwas ändern. Ich begann, über alternative Führungsmodelle nachzudenken und landete dabei bei der Natur. Natürliche Organisationsformen haben mich schon immer in ihren Bann gezogen, deshalb hatte ich mich für ein Biologie-Studium entschieden. Könnte man das, was sich in der Technik schon längst als Bionik erfolgreich etabliert hat, nicht auch auf das Management anwenden und Prinzipien der Natur als Vorbild nehmen?

Erfolg – und Spaß dabei

Um es kurz zu machen: Auf Basis dieser Gedanken entwickelte ich ein Führungsmodell, das auf natürlichen Prinzipien wie Selbstorganisation und wenigen, klare Regeln beruht- die Basis meines bioSystemik-Ansatzes. Der Rest der Geschäftsleitung war einverstanden, dass ich in meinen Teams dieses Modell teste. Nach einem Jahr zeigte sich bereits ein deutlich positiver Effekt, den man an den Kenn-Zahlen und sinkender Mitarbeiterfluktuation ablesen konnte. Und: Das Führen bereitete mir nun Freude.

Wovon sind Sie überzeugt?

Die ursprüngliche Unzufriedenheit wurde so zu einem der entscheidenden Wendepunkte in meinem Leben. Seit jener Zeit weiß ich: Wer wirklich überzeugt ist, von dem, was er tut, hat nicht nur Erfolg, sondern auch Spaß daran. Als Executive Coach ist es heute meine Berufung andere Führungskräfte beim Finden ihres individuellen Weges zu unterstützen.

Wenn Sie also aktuell zwar erfolgreich, aber unzufrieden sind, stellen Sie sich diese Kernfrage: Was ist meine tiefste innere Überzeugung? Vielleicht ist die Antwort für Sie zunächst schwer zu finden und Sie brauchen etwas Unterstützung dabei. Aber seien Sie sicher: Die Arbeit lohnt sich. Sie werden so zum Gestalter Ihrer Karriere und Ihres Lebens.

Ihre Gudrun Happich

PS: Mehr über das Thema Erfolg und Erfüllung lesen Sie in meinem Wirtschaftsbuch Was wirklich zählt!

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei