Der eine richtige Führungsstil?

Der eine richtige Führungsstil?

Liebe Leistungsträgerblog-Leser, welchen Führungsstil praktizieren Sie in Ihrem Unternehmen? Fördern Sie die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter? Setzen Sie auf Vertrauen und versuchen Sie die Menschen, die für Sie arbeiten, gemäß Ihrer Talente und Interessen an der idealen Position einzusetzen? Einen Zusammenhalt im Unternehmen zu schaffen, der über den wirtschaftlichen Erfolg hinausgeht? Oder sind Sie eher ein Anhänger des autoritären Führungsstils – nicht zuletzt, weil Sie bisher gut damit gefahren sind und ja am Ende das ökonomische Risiko alleine tragen? Life- und Business Coach Christian Walter Hinze hat bei der „Huffington Post“ einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben, den ich Ihnen an dieser Stelle empfehlen möchte. Er stellt darin, die Nachteile des autoritären Führungsstils sehr pointiert dar.

Erfolgsunternehmen Natur

Wer mich kennt, einige meiner Blog-Beiträge, Artikel und Bücher gelesen hat, weiß, dass ich Führungsprinzipien wie Vertrauen, Transparenz, Offenheit, Eigenverantwortung und Selbstorganisation für zukunftsweisend halte. Und zwar sowohl, was das Unternehmerische als auch was das Menschliche angeht. Schauen Sie in das Erfolgsunternehmen Natur: Das Zusammenleben in Gemeinschaften oder das Funktionieren von Ökosystemen beruht auf sehr ähnlichen Prinzipien, die heute der modernen Führungstheorie zugrunde gelegt werden (mehr zur bioSystemik®).

Unterschiedliche Ideale von Arbeit

Auf der anderen Seite kommt es auch immer stark auf das Unternehmen und die jeweiligen Menschen an, welche Art von Führung am besten passt. Ein maximales Maß an Selbstorganisation mag hier produktiv, woanders fatal sein. Der Führungsstil muss zum Gesamt-System passen. Die Studie „Wertewelten Arbeiten 4.0“ des „Forums Gute Führung“ zeigt, wie unterschiedlich das Idealbild ist, das Menschen von ihrer Arbeit haben. So gibt es durchaus viele Mitarbeiter, die gerne gesagt bekommen, was sie zu tun und zu lassen haben – und dann eben auch keine Verantwortung tragen müssen.

Den einen richtigen Führungsstil kann es also sicher nicht geben. Aber man könnte darüber diskutieren, ob es sinnvoll und möglich ist, auch diesen Mitarbeitertypus mehr in die Richtung Eigenverantwortung zu lenken.

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Ich freue mich über Ihre Kommentare!

Ihre Gudrun Happich

2 Kommentare

  1. Christian Walter Hinze

    Hallo Frau Happich,

    sich die Natur als Vorbild zu nehmen, kann nur Gutes hervorbringen. Denn negative Eigenschaften wie Missgunst und Konkurrenz gibt es in der Natur nicht(!). Man stelle sich nur mal vor, wie Menschen in einem ’normalen‘ Unternehmen fühlen, wenn man Ihnen Respekt und Verantwortung gibt.

    Doch und das habe ich bei meinem Artikel geflissentlich übersehen 😉 hat auch der autoritäre Führungsstil Vorteile – oder wie ich Sie nenne: Mangelerscheinungen. Wenn man Mitarbeiter hat, die keine Verantwortung übernehmen wollen und die es mögen, wenn man ihnen sagt, was sie zu tun haben, dann ist das ein Vorteil. Doch erinnert mich das an den Begriff der ‚Reparaturmedizin‘: Man hat ein Problem und versucht bestmöglich mit ihm umzugehen, doch die Ursache des Problems bleibt vorhanden. Damit will ich nicht sagen, dass es die Schuld der Mitarbeiter ist, dass es zu einem autoritären Führungsstil gekommen ist. Die Frage nach dem Führungsstil im Unternehmen richtet sich – wie Sie es beschrieben haben – nach dem eigenen Charakter und welche Menschen es betrifft. Je selbstständiger die Mitarbeiter sind, desto eher kann man sich ‚zurückhalten‘ und muss nicht den Helikopter-Chef spielen.

    Mir gefällt der Gedanke, dass es nicht einen richtigen Führungsstil für jedes Unternehmen gibt. Sicherlich gibt es grundlegende Werte(Systeme) die allgemein richtig sind, aber hier und da eine Variation bedürfen. Ansonsten ist man ja auch wieder ‚Autoritär‘ indem man versucht, anderen etwas aufzudrängen, von dem man selbst glaubt, dass es richtig sei.

    Alles Liebe
    Christian Walter Hinze

    • Gudrun Happich

      Lieber Herr Hinze,

      besten Dank für Ihren überaus wertvollen Kommentar. Ich sehe es genauso wie Sie: wenn wir glauben mit unserer Vorstellung des (neuen) Führungsstils „recht“ zu haben, kommen wir wieder in die autoritäte Haltung. Jedes „System“ braucht individuelle Lösungen, denn es muss zu den Mitarbeitern, zu den Aufgaben, zu den Kunden, zu den „Angeboten/Produkten“ und zu den Vorgesetzten passen, denn nur „gemeinsam“ finden wir den bestmöglichen Weg für alle Beteiligten.

      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

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