Der Leistungsträger - Blog

Liebe Leistungsträgerblog-Leser, heute möchte ich Ihnen eine spannende Geschichte zu Aufstieg und Fall eines Start up-Telekommunikations-Unternehmens empfehlen. Und wie sich die Firma Sipgate über eine völlige Neuordnung der Organisationsstruktur retten konnte.

Als zwei Uni-Absolventen den Internet-Telefonie-Anbieter gründeten, stellt sich schnell der Erfolg ein. Über fünf Jahre blieb das so – bis das Unternehmen quasi am eigenen Erfolg erkrankte. Obwohl man wuchs und neue Aufträge hereinkamen, krankte es interessanterweise am Output. Mehr Mitarbeiter leisteten also immer weniger.

Radikaler Schnitt

Die Gründer entschlossen sich zu einem radikalen Schnitt in der Struktur und führten unter anderem die agile Arbeitsmethode Scrum ein. Alles andere als ein leichter Weg, der über zwei Jahre dauerte, in denen die Hälfte der Mitarbeiter kündigte. Und die Firmeninhaber sagen sehr deutlich, dass eine solche Veränderung auch Verzicht bedeutet, zum Beispiel (Auszug aus dem Artikel auf wiwo):

  • Niemand darf sein Wissen für sich behalten und sich damit zum unabkömmlichen Experten machen. Einmal am Tag bringt sich jedes Team auf den aktuellen Stand. Wer macht was, wo gibt es Probleme, was soll in den nächsten 24 Stunden passieren.
  • Niemand darf sich in seiner Abteilung verschanzen. Ein Team besteht aus all jenen, die an einem Projekt arbeiten. Der Marketing-Experte sitzt neben dem Kundenbetreuer, der sitzt neben dem Entwickler und der neben dem Projektmanager. Abteilungen gibt es nicht.
  • Niemand bekommt mehr Geld als die Kollegen. Vom Entwickler über den Projektmanager bis zum Firmenjurist beziehen alle das gleiche Gehalt.

Im Fall von Sipgate bedeutete dieses Modell die wirtschaftliche Rettung. Es wird mittlerweile als Vorbild für moderne Führung gehandelt. Der Satz, den die Gründer von anderen Inhabern und Führungskräften am häufigsten zu hören bekommen, lautet: „Bei uns würde das niemals funktionieren.“

Was meinen Sie: Hätte so eine Struktur in Ihrem Unternehmen eine Erfolgschance?

Ihre Gudrun Happich

 

 

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei