Agile Führung – Schritt für Schritt

Agile Führung – Schritt für Schritt

Vor Kurzem saß ich mit dem Personalleiter eines Logistik-Unternehmens, einer ehemaligen Führungskraft bei einem IT-Mittelständler und dem Personalverantwortlichen eines Telekommunikationsunternehmens zusammen. Unser Diskussions-Thema: Agile Führung im Mittelstand bzw. die gescheiterten Versuche, diese umzusetzen.

Nur in der IT funktioniert es

Tatsächlich ist es ja so, dass viel über dieses Führungskonzept gesprochen, manches versucht wird, das meiste davon aber nicht funktioniert. Persönlich kenne ich nur IT-Bereiche, in denen agile Führung erfolgreich gelebt wird. In der IT, die sich schneller dreht als die meisten anderen Bereiche, wird die behäbige, hierarchische Struktur bald wie ein Dinosaurier wirken. Reaktionsschnelle, Beweglichkeit, Anpassungsfähigkeit sind gefragt.

Angst vor Einflussverlust

Im Online-Magazin „Humanresourcesmanager“ bin ich auf den spannenden Artikel Total agil gestoßen. Er beschreibt sehr gut, was agile Führung eigentlich bedeutet und welche Schwierigkeiten mit der Umsetzung verbunden sind. Die Mitarbeiter etwa müssen bereit sein, sehr viel mehr Verantwortung zu übernehmen und multidisziplinär, funktionsübergreifend zu arbeiten und zu denken. Viele Führungskräfte plagt die Angst vor Einfluss- und Statusverlust. Wichtig ist daher eine Schritt für Schritt-Vorgehensweise, die – ganz im Stil der iterativen Führung –  auch genug Spielraum für Kurskorrekturen bietet.

Ein agiles Experiment

Übrigens werde ich gemeinsam mit meinen Diskussionspartnern zum Thema agile Führung eine Art Experiment starten: Wir werden als Vierer-Team agil arbeiten, querschnittsübergreifend ein Produkt entwickeln und dieses nächsten Sommer mittelständischen Unternehmenslenkern anbieten. Ich halte Sie auf dem Laufenden!

Ihre Gudrun Happich

 

2 Kommentare

  1. Sehr geehrte Frau Happich,

    das agile Führung wichtig ist, wird immer mehr Führungskräften bewusst. Aber was das genau bedeutet – und das haben Sie bereits angesprochen . muss geklärt werden. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass man sich die Menschen in gewisser Weise erzieht. Man kann beispielsweise von demotivierten Mitarbeitern nicht erwarten, dass sie urplötzlich mehr Verantwortung übernehmen und sich trauen, mehr und öfter etwas zu sagen. Wenn man als Führungskraft davor steht, seinen Stil zu verändern, dann tut man gut daran, dies seinen Mitarbeitern zu erklären und sie gleichermaßen darauf vorzubereiten. Auf diese Art und Weise werden Kollegen nicht überrascht, sondern verstehen, dass eine veränderte Führung auch sie betrifft.

    Alles Liebe,
    Christian W. Hinze

    • Gudrun Happich

      Guten Tag Herr Hinze,

      vielen herzlichen Dank für Ihren sehr interessanten und konstruktiven Kommentar !!!

      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

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