Der Leistungsträger - Blog

Stellen Sie sich folgendes Szenario in einem Assessment-Center für Top-Führungskräfte vor. Der Kandidat ist fachlich ein Überflieger, extrem leistungsorientiert und engagiert. Am Ende des Auswahlprozesses bekommt er von den HR-Experten dennoch keine Empfehlung mit auf den Weg. Der Teilnehmer sei zwar fachlich ein Ass und als Experte sicher überragend, aber für die Führung von Mitarbeitern letztlich völlig ungeeignet, da es ihm an Einfühlungsvermögen mangele.

Wandel ohne Veränderung?

Kennen Sie solche Geschichten aus dem Bekanntenkreis? Nun, ich nicht. Tatsächlich erlebe ich leider oft das genaue Gegenteil. Da werden eigentlich für das Top-Management hervorragend geeignete Kandidaten ausgesiebt, weil sie angeblich „zu weich“ sind.  In meinem letzten Blog-Beitrag für den Harvard Business Manager Wandel ohne Veränderung beschreibe ich einen typischen Fall aus dem Führungskräfte Coaching.

Unzufriedenheit mit Führungskräften

Insofern wundere ich mich nicht wirklich über die Umfrageergebnisse des Personaldienstleisters Randstad zum Thema Führung. Demnach sind 91 Prozent der Mitarbeiter unzufrieden mit der Personalführung und Mitarbeitermotivation in ihrem Unternehmen. In dem Artikel Warum die Deutschen ihre Chefs nicht mögen kommt „Die Welt“ zu dem Schluss, dass es vielen Führungskräften an Empathie fehle.

Von wegen „zu weich“

Wahrscheinlich lässt sich Empathie im Gegensatz zu anderen Führungsqualitäten wie im Artikel beschrieben nur sehr bedingt erlernen. Aber es wäre schon mal viel gewonnen, wenn die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen, als eine der wichtigsten Führungsqualitäten anerkannt werden würde. Und jene Führungskräfte, die Empathie besitzen, nicht ab einer bestimmten Ebene als „zu weich“ ausgesiebt werden! Auch in der Natur spielt Empathie übrigens eine große Rolle. Hier lesen Sie mehr darüber.

Ihre Gudrun Happich

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei