Welche Faktoren prägen die Führungskultur?

Welche Faktoren prägen die Führungskultur?

Moderne Führung ist ein Dauerbrenner-Thema, das mal mehr, mal weniger präsent in den einschlägigen Wirtschaftsmedien diskutiert wird. Aktuell ist mal wieder so eine Phase, in der besonders viel geschrieben wird – vielleicht ein Spiegel dafür, welche Bedeutung moderne Führung für die Wirtschaft hat und wie wenig doch in der Praxis bislang wirklich passiert.

Was bedeutet moderne Führung?

Was bedeutet moderne Führung eigentlich? In den letzten zwei Blog-Beiträgen habe ich mich mit unterschiedlichen Sichtweisen zu diesem Thema auseinandergesetzt. In die  Dos und Don’ts moderner Führung geht es in erster Linie darum, dass an der Oberfläche agierende, kosmetische Einzelmaßnahmen – der Kicker im Freizeitraum, die auf ein Projekt bezogene Mitarbeiterverantwortung etc… – nichts bringen. Moderne Führungsstile können nur etabliert werden, wenn sich die Strukturen ändern und der Wandel nicht vor dem Top-Management haltmacht. Der letzte Blog beschäftigt sich mit der Frage Gibt es den einen richtigen Führungsstil? Studien wie Wertewelten Arbeiten 4.0 zeigen, wie sehr sich das Idealbild, das Menschen von Arbeit haben, unterscheidet – insofern muss die Frage nach dem einen, richtigen Führungsstil eindeutig mit „Nein“ beantwortet werden.

Faktoren der Führungskultur

Zu einem ganz ähnlichen Schluss kommt auch der Autor des Artikels Wie hätten Sie es denn gerne?, auf den ich Sie heute hinweisen will. Nico Rose plädiert dafür, sich erst einmal klar zu machen, aus welchen Faktoren eine Führungskultur überhaupt besteht. Ein Baustein ist die Hierarchie. Wie Rose richtig schreibt, ist eine flache Hierarchieebene noch kein Garant für ein demokratisches Führungsverständnis. Wesentlich nämlich ist auch die Qualität der Beziehungen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Welche Art der Führung wird gelebt? Autoritär oder partizipativ? Entscheidet der Mitarbeiter über den Weg zum Ziel selbstständig? Wird dieser Führungsstil konsequent bis ganz oben umgesetzt?

Power distance

Ein weiterer Hinweis auf den gelebten Führungsstil: Kann ein Mitarbeiter seiner Führungskraft widersprechen? Die Wissenschaft nennt diesen Faktor „power distance“. Je geringer diese Distanz zur Macht, desto höher die Wertschätzung für jeden einzelnen Mitarbeiter. Ein weiterer wichtiger Faktor der Führungskultur: Wie wird man eigentlich zur Führungskraft? Sind die Mitarbeiter in den Prozess der Auswahl (und möglicherweise Abwahl) eingebunden?

Weiter wie bisher?

Der Autor plädiert dafür, das Thema moderne Führung differenziert zu betrachten. Unternehmen sollten sich die einzelnen Aspekte der Führungskultur genau anschauen. Erst dann könnten sie klug entscheiden, welche modernen Führungsansätze wirklich zu ihnen passen. Der Artikel endet mit dem Satz:
„Ein weiter-wie-bisher wird sich auf lange Sicht kaum eine Organisation leisten können.“

Ihre Gudrun Happich

 

Einen Kommentar schreiben

Mitarbeitermotivation - Wie gelingt Arbeitszufriedenheit wirklich?
Motivation ist eins der interessantesten Themen. Gilt es ja nicht nur die Arbeitszufriedeheit der bestehenden Mitarbeite [...] mehr