Der Leistungsträger - Blog

Vor einigen Wochen habe ich in einem Blog-Beitrag schon einmal das Thema „Alter von Führungskräften“ thematisiert. Es ging hier um Mitarbeiter, die jenseits der 40 zum ersten Mal in eine Führungsposition kommen – und leider auf viele Vorurteile stoßen. Heute nun habe ich eine Studie entdeckt, bei der es um die Probleme junger Führungskräfte geht.

Mangelnde Akzeptanz der Belegschaft

Gemäß einer Studie des WDN-WISE Demografie Netzwerks der Jacobs University Bremen und der University of Amsterdam haben es jüngere Führungskräfte deutlich schwerer, von der Belegschaft akzeptiert zu werden. Die älteren Mitarbeiter sind misstrauisch, weil sie der jungen Führungskraft mangelnde Erfahrung unterstellen. Jüngere Mitarbeiter wiederum neiden der fast gleichaltrigen Führungskraft ihren Erfolg. Gerade junge Führungskräfte, die modern, partizipativ führen wollen, haben es demnach schwer mit der Akzeptanz. Die Forscher empfehlen in der Studie verschiedene Lösungsansätze.

Anpassen an die Etikette

Mich erinnern die Ergebnisse an Erfahrungen einiger Klienten. Zum Beispiel der 30-Jährige, sozial und fachlich überdurchschnittlich kompetent, hoch engagiert, der in eine Führungsposition kommt und nicht so recht ernstgenommen wird – weniger von den Mitarbeitern, sondern von anderen Führungskräften. Wegen seines Alters, weil er sich legerer kleidet und eine andere, eigentlich klarere Sprache spricht. Um in seinem Unternehmen im Management wirklich anzukommen, musste er sich an die „Etikette“ etwas anpassen – er konnte damit aber leben und hatte nicht das Gefühl sich zu verbiegen.

Soziale Kompetenz als Schwäche?

Dann fällt mir noch die Führungskraft im besten Alter ein, die sich für eine Position im Top-Management bewarb und von einem externen Personal “experten“-Team ausgemustert wurde – eigentlich passte alles, aber seine soziale Kompetenz wurde ihm als Schwäche ausgelegt.
Schade, dass es noch immer so viele Klischees und Vorurteile gibt, wie eine Führungskraft zu sein hat, die schlicht nicht mehr zeitgemäß sind, oder?

Ihre Gudrun Happich

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei