Der Leistungsträger - Blog

Dass Coaching ein hocheffektives Mittel der Personalentwicklung ist, beweisen viele Forschungsarbeiten – sicher wissen viele von Ihnen auch aus eigenem Erleben, wie viel Coachings verändern können. Andererseits gibt es aber auch jene Coachingmaßnahmen, die mehr oder weniger effektlos verpuffen oder sogar abgebrochen werden. Da bleibt dann vor allem Frustration und Ärger übrig, beim Klienten, dem Unternehmen und nicht zuletzt dem Coach. Viel Zeit und Geld wurde investiert, ohne dass wirklich etwas zurückkommt.

Entwicklungsmöglichkeiten nutzen

Wie lässt sich das vermeiden? Wie kann man die enormen Entwicklungsmöglichkeiten, die ein Coaching bietet, optimal nutzen? Unten habe ich Ihnen, basierend auf über 20 Jahren Erfahrungen als Executive Coach, die aus meiner Sicht wichtigsten 5 Punkte zusammenfasst.

Wie Executive Coachings optimal wirken

  1. Die Chemie muss stimmen
    Die Beziehungsqualität zwischen Coach und Klient ist meiner Erfahrung nach die Grundlage für alles. Der Klient muss dem Coach zu 100 % vertrauen, sich wirklich öffnen können, sonst wird jene Ebene nicht erreicht, auf der wirklich tiefe und langfristige Entwicklung stattfinden kann. Die Bedeutung der Beziehungsqualität lässt sich gar nicht überschätzen. Studien unterstreichen, dass sie wirklich jeden Aspekt des Coachings beeinflusst, z.B. die Motivation, die Problemlösung, die Zufriedenheit. Neben der Glaubwürdigkeit des Coaches (siehe Punkt 2) und der Einstellung des Klienten zum Coaching (siehe Punkt 3), spielen hier viele eher emotionale Aspekte, wie z.B. Auftreten, Stimme, die individuell richtige Mischung zwischen Empathie und Förderung und ähnliches eine Rolle. Übrigens: Es reicht nicht, empathisch zu sein, der Coach sollte dies auch aktiv zeigen und erlebbar machen. Das alles muss passen. Natürlich ist die Chemie keine eingleisige Sache. Das heißt, auch mir als Führungskräfte Coach sollte der Klient liegen. Studien zeigen, dass der Prozess umso erfolgreicher ist, je ähnlicher sich Coach und Klient sind. Die Ähnlichkeit kann sich auf die Persönlichkeitsstruktur, gleichartige Sichtweise und Blickwinkel beziehen oder auch auf die Aufgaben- und Prozessorientierung. Jetzt wird noch deutlicher, warum ich mich ausschließlich auf die Leistungsträger, die ihre Zukunft aktiv gestalten wollen, konzentriere, oder?
  2. Glaubwürdigkeit des Coaches
    Ein wichtiger Baustein der Beziehungsqualität zwischen Coach und Klient, aber auch des Coachingserfolgs im Allgemeinen ist die Glaubwürdigkeit des Coaches. Sie speist sich aus seinem Background, seiner Ausbildung und Qualifikation, seiner Erfahrung, seiner Methodik, seinen Kompetenzen auf dem Beratungsfeld (also zum Beispiel eigene Top-Führungserfahrung). Gerade den letzten Punkt halte ich für sehr wichtig: Als Executive Coach sollte ich erlebt haben und nachvollziehen können, welche spezifischen Herausforderungen es auf den verschiedenen Führungsebenen gibt. Für Klienten ist es immer wieder ein Aha-Erlebnis, wenn sie merken, dass ich ihre Themen aus eigenem Erleben wirklich verstehen und einordnen kann.
  3. Veränderungsbereitschaft des Klienten
    Wie motiviert geht der Klient in das Executive Coaching? Will er wirklich etwas ändern? Glaubt er daran? Ohne Veränderungsbereitschaft des Klienten kann der Executive Coach noch so erfahren und kompetent sein – es kann sich nicht wirklich etwas bewegen. Oder anders ausgedrückt: Nur, wenn der Klient motiviert ist, bereit ist, sich und sein Verhalten zu reflektieren, kann wirklich eine Entwicklung stattfinden und es können auch schwierige Ziele erreicht werden.
  4. Klarheit
    Manchmal kommt es zu überraschenden Wendungen und Ergebnissen im Coaching. Ich bin kein Freund von starren Konzepten – trotzdem sind eine präzise Aufgaben- und Zielvorstellung und klare Erwartungen wichtige Voraussetzungen für den Coachingerfolg. Als Executive Coach sollte ich zudem wirklich alle Aspekte und Rahmenbedingungen kennen, die für das Coachingthema eine Rolle spielen.
  5. Rückendeckung
    Häufig beauftragen Unternehmen die Executive Coaches für ihre Führungskräfte. In diesem Fall ist es für den Erfolg des Coachings ganz wichtig, dass der Klient von der Organisation genug Rückendeckung erhält. Sprich, dass er wirklich die Zeit bekommt, die er braucht, um Inhalte zu verinnerlichen und umzusetzen.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Welche Aspekte halten Sie für den Erfolg eines Führungskräfte Coachings für entscheidend? Ich freue mich über Ihre Kommentare!

Ihre Gudrun Happich

 

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei