Quo vadis Arbeitswelt?

Quo vadis Arbeitswelt?

Immer wieder beschäftige ich mich im Leistungsträger-Blog mit modernen Führungskonzepten und der Frage, warum sie eigentlich bislang in so wenigen Unternehmen praktiziert werden. Ich freue mich, dass das Thema in letzter Zeit auch wieder verstärkt in den Medien präsent ist. Letzte Woche wurde ich zu einem Blog-Beitrag von einem spannenden Artikel im Harvard Business Manager inspiriert.

Heute möchte ich Sie auf eine kluge Analyse von Gero Hesse im Saatkorn-Blog hinweisen: Bekommen wir eine Radikalisierung der Arbeitswelt oder wird alles gut? Seine Antwort fällt zweigeteilt aus.

Social Leadership

Einerseits denkt Hesse – wie auch ich –, dass sich Social Leadership mehr und mehr durchsetzen wird. Es gibt mittlerweile viele Studien, die zeigen, dass flachere Hierarchien, Transparenz und demokratisches Miteinander auch ökonomisch Sinn machen. Was ebenfalls pro Moderne spricht ist die Umwertung der Arbeit durch viele Stellvertreter der Generation Y, die Stichworte: mehr Flexibilität, Eigenverantwortung und Mitbestimmung am Arbeitsplatz.

Übergang zur Wissensgesellschaft

Da sich diese Werte von denen der Vorgänger-Generationen gar nicht so sehr unterscheiden, die Digital Natives aber die Möglichkeit und das Selbstbewusstsein haben für diese Werte einzutreten, glaube ich wie der Autor, dass viele Ältere von dem neuen Denken angesteckt werden. Dann nennt er noch den Übergang zur Wissensgesellschaft und die Bedeutung jedes einzelnen Mitarbeiters für den Unternehmenserfolg als Argument dafür, dass sich moderne Führungskonzepte durchsetzen werden.

Nutzt der Kunde seine Macht?

Aber Gero Hesse nennt auch die anderen Branchen und Unternehmen, jene, in denen es aktuell nur um den Preis geht. Hier wird weiter alles auf die Gewinnmaximierung ausgerichtet und Arbeitsplätze werden in Billiglohnländer verlagert oder gleich ganz gestrichen. Er geht daher von einer Radikalisierung der Arbeitswelt in beide Richtungen aus – es sei denn, der Kunde entscheidet sich gegen die „Geiz ist geil“-Mentalität und nutzt seine Macht! Ein schöner Gedanke!

Was denken Sie, in welche Richtung wird sich die Arbeitswelt die nächsten zehn Jahre verändern?

Ihre Gudrun Happich

 

2 Kommentare

  1. Hallo Fr. Happich,

    den Ausführungen zu den Punkten „Social Leadership“ und „Übergang zur Wissensgesellschaft“ stimme ich zu. Gerade die Generation Y ist am fairen Umgang und Flexibilität am Arbeitsplatz interessiert. Es ist ein Geben und Nehmen. M.E. eine Win/Win-Situation für Arbeitgeber/Führungskräfte und Arbeitnehmer. Gerade dann, wenn sich beide bei den Arbeitszeiten flexibel zeigen. Z.B. schätzen es meine Mitarbeiter sehr, wenn sie sich flexibel in der Einteilung ihrer Arbeitszeit bewegen können. Dafür kann ich mich auch darauf verlassen, dass sie mich nicht im Stich lassen, wenn es darauf ankommt. Beim dritten Punkt bin ich mir nicht sicher, ob wir uns so schnell von der „Geiz ist geil“-Mentalität verabschieden werden. Jedoch ist zu beobachten, dass viele Unternehmen mit der Produktion in die Länder abziehen, wo auch der Endabnehmer sitzt. Nach dem Motto „In the Market for the Market“. Da das Wachstum in den Entwicklungsländern nicht unbeachtlich ist, kann ich die Entwicklung nachvollziehen.

    Gruß
    Peter D.

    • Gudrun Happich

      Guten Tag Herr D.,

      vielen herzlichen Dank für Ihren anregenden Kommentar. Sie haben vollkommen Recht. Ein gutes „Miteinander“ hat immer etwas mit Geben und Nehmen zu tun. Wichtig dabei ist, das ich das, was ich gebe auch vom Gegenüber so gesehen und angenommen werden kann. Tja, und hier stellt sich die Frage, ob bei der „Geiz ist Geil“ Mentalität der gemeine Mitarbeiter wirklich darüber erfreut ist, das er in immer kürzerer Zeit immer mehr leisten „darf“, bei teilweise geringer werdendem Verdienst. Da hilft dann auch die Botschaft „Dein Arbeitsplatz ist sicher“ nicht wirklich, zumal, häufig die Erfahrung gemacht wurde – siehe karstadt – ok, wir halten zusammen und verzichten auf Gehalt, damit es dem Unternehmen und damit uns besser geht und wir den Arbeitsplatz behalten und: kurz darauf wurde der Skandal mit und um Thomas Middelhoff offenkundig, und leider half das nichts, und Karstadt ging „den Bach runter“…… Lieben Gruß Gudrun Happich

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