Der Leistungsträger - Blog

In meinen Coaching-Gesprächen klagen mir Top-Führungskräfte oft ihr Leid über ihre Mitarbeiter: Viele würden nicht mitdenken, nur auf Kommando funktionieren, kein Eigenengagement zeigen – und sich beim nächstbesseren Angebot abwerben lassen.

Ein kleines Rädchen im Getriebe

Wenn man genauer hinschaut, ist diese Problematik allerdings oft hausgemacht. Viele Unternehmen schnüren ursprünglich motivierten Mitarbeitern mit starren, verkrusteten Hierarchiestrukturen die Energie für jede Eigeninitiative ab. Schließlich fühlen sie sich wie ein ganz kleines Rädchen im Getriebe: „Ist doch ohnehin egal, was ich tue; ich kann nichts ändern, nichts bewirken.“

Eigeninitiative wird sanktioniert

In den Stellenausschreibungen werden Charakterköpfe gesucht – im Unternehmen werden sie dann glattgebügelt, Eigeninitiative wird oft sogar sanktioniert. Gleichzeitig jammert man über die geringe Eigenverantwortung der Mitarbeiter. Über diese Schizophrenie der Unternehmen habe ich hier im Blog und in Fachartikeln schon öfter geschrieben – und auch über die Lösung, die nur mit einem grundlegenden Kulturwandel in den Unternehmen gelingen kann.

Erfolg mit Social Leadership

Weniger Hierarchie wagen – damit tun sich immer noch sehr viele Unternehmen schwer. Eine sehr kluge Analyse bietet der Artikel „Macht jeden zum Chef“ bei Harvard Business Manager.

Verschiedene Studien zeigen mittlerweile, dass flache Hierarchien, vertrauensorientierte Führung und Transparenz nachweislich erfolgreicher machen. Dennoch kommt von vielen immer noch das Totschlagargument „Social Leadership mag bei Euch funktionieren, in unserer Branche niemals.“

Hindernisse im Kopf

Ich glaube, der Autor des Artikels hat recht: Die Hindernisse liegen in unseren Köpfen. Viele von uns haben eine tiefverwurzelte Angst vor „Demokratie am Arbeitsplatz“ und glauben – allen Erfolgsgeschichten zum Trotz – nicht, dass es funktionieren kann.

Im Englischen gibt es dafür ein Sprichwort: „You can´t teach an old dog new tricks.“ Unternehmen, die erfolgreich in die Zukunft gehen wollen, werden sich dieser „neuen Tricks“ aber bedienen müssen – sonst werden sie in einigen Jahren schlicht ein Problem haben, Mitarbeiter zu finden.

Ihre Gudrun Happich

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei