6 Strategien für erfolgreiche Entscheidungen

6 Strategien für erfolgreiche Entscheidungen
Dieser Eintrag ist Teil 4 von 5 aus der Blogreihe Schwierige Entscheidungen treffen

Im letzten Teil dieser Blog-Reihe haben Sie die 5 Schritte eines erfolgreichen Entscheidungsprozesses kennengelernt. Klarheit gewinnen, nach Lösungen und Alternativen suchen, Szenarien durchspielen, entscheiden und die Spielregeln festlegen – der Prozess ist nachvollziehbar.

Folgende sechs Basisstrategien haben sich bei seiner praktischen Umsetzung bewährt.

Strategie 1: Fragen Sie nach dem höchsten Ziel

Die Natur fragt in schwierigen Entscheidungssituationen nach dem höchsten Ziel und fällt daran ausgerichtet sofort die Entscheidung.

Was können Führungskräfte hieraus lernen? Nehmen wir an der Absatz bricht ein, die Finanzierung wankt. Der Rat lautet nun, abgeleitet aus dem Prinzip der Natur: Innehalten und fragen, was das höchste Ziel ist. Im Beispiel könnte dieses Ziel etwa lauten, die Liquidität zu sichern. Wichtig ist hierbei: Nur ein Ziel nennen – auch wenn das oft nicht leicht ist. Diese Strategie führt erfahrungsgemäß dazu, die Mitarbeiter auf ein einziges Ziel hin auszurichten, die Kräfte im Unternehmen zu bündeln und die in diesem Augenblick richtige Entscheidung zu treffen. Die Frage nach dem höchsten Ziel stoppt in einer Krisensituation die Negativspirale aus Unsicherheit, Überforderung, Angst und Lähmung.

Strategie 2: Transferieren Sie das Bauchgefühl in den Kopf

Vielleicht macht Ihnen in einer schwierigen Entscheidungssituation ein ungutes Bauchgefühl zu schaffen, das Sie nicht konkret benennen können. Zwischen Bauch und Kopf besteht eine enge Verbindung. Wir sollten das Gefühl deshalb ernst nehmen. In der Praxis hat es sich bewährt, durch intensives Fragen die aktuelle Situation kritisch auszuleuchten. Was gefällt mir nicht? Was läuft gerade schief? Mit solchen Fragen kommen Sie dem diffusen Bauchgefühl auf die Schliche. Überlegen Sie auch, welche Maßnahmen wünschenswert und welche unbedingt notwendig sind. Auf diese Weise bringen Sie Bauch und Kopf auf eine Linie, das diffuse Unwohlsein weicht einer inneren Klarheit.

Strategie 3: Packen Sie die Verantwortung dahin, wo sie hingehört

Treffen Sie nur Entscheidungen, die im eigenen Verantwortungsbereich liegen. Sehr oft wollen Führungskräfte von sich aus eine Verantwortung übernehmen, die sie weder überblicken noch tragen können. Kompetenzüberschreitungen können gravierende Folgen für Ihre Karriere haben. Klären Sie deshalb bei jeder wichtigen Entscheidung, in wessen Verantwortungsbereich sie fällt. Liegt die Verantwortung bei einer anderen Person – dann suchen Sie nach einem Weg, diese Person zur Entscheidung zu veranlassen, entscheiden Sie aber nicht selbst.

Strategie 4: Übernehmen Sie bewusst die Verantwortung

Wenn Sie entscheiden – dann tragen Sie dafür die Verantwortung. Andere mögen bei der Entscheidungsfindung beteiligt sein, die Entscheidung selbst ist aber allein Ihre Sache. Damit vermeiden Sie Unklarheiten, die dazu führen können, dass andere an Ihrer Stelle entscheiden. Entscheiden sollte derjenige, der die Verantwortung trägt. Andernfalls entstehen leicht schale Kompromisslösungen, für die sich am Ende dann keiner wirklich verantwortlich fühlt.

Strategie 5: Starten Sie einen aktiven Leerlauf

In Entscheidungssituationen kann es manchmal sehr nützlich sein, erst einmal nichts Ergebnisbeeinflussendes zu tun. Starten Sie dann einen aktiven Leerlauf, das heißt entfalten Sie Aktivität, ohne etwas Nennenswertes zu bewegen. Der aktive Leerlauf bringt Klarheit in Absichten, Meinungen, Allianzen und Beziehungsgefüge. Manchmal ist es besser, nicht auch noch «in der Suppe herumzurühren», sondern seine Finger eine Zeitlang bewusst aus der Gemengelage herauszuhalten und genau zu beobachten, was passiert.

Strategie 6: Stellen Sie das höchste Ziel sicher

Noch bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie dafür sorgen, dass diese genügend Rückendeckung findet und auch die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stehen. Überlegen Sie genau, welche Mitstreiter Sie für die spätere Umsetzung benötigen. Und prüfen Sie dann, ob diese Leute hinter Ihnen stehen und wen Sie mit ins Boot holen können. Eine Möglichkeit dazu ist der aktive Leerlauf. Wenn die Zeit drängt, erstellen Sie ein Konzept, das die wesentlichen Anforderungen enthält, die für die Umsetzung der Entscheidung notwendig sind. Legen Sie dieses Konzept dann den relevanten Mitspielern vor – und beobachten Sie genau, wie diese darauf reagieren. So erhalten Sie ein sicheres Gespür dafür, wer Sie wirklich unterstützt.

Im letzten Beitrag dieser Blog-Reihe am Donnerstag werde ich für Sie nochmals im Video die wichtigsten Punkte zusammenfassen, die es bei schwierigen Entscheidungen zu beachten gilt.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Entscheidungen? Welche Strategien wenden Sie an? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Ihre Gudrun Happich

 

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