Der Leistungsträger - Blog

Der heutige Beitrag der Reihe „So gelingt der Einstieg ins Top-Management“ behandelt die 7 häufigsten Fehler, die von Newcomern an der Unternehmensspitze gemacht werden. Ich stütze mich bei der Auflistung auf die Erfahrungen aus zahlreichen Führungskräfte Coachings mit Klienten, die in traditionellen, stark hierarchisch orientierten Unternehmen ins Top-Management aufgestiegen sind.

  • Fehler 1: Auf vertraute Regeln verlassen
    Viele Führungskräfte verlassen sich nach ihrem Aufstieg auf vertraute Werte und Erwartungen. In traditionell strukturierten Unternehmen herrschen aber im mittleren Management völlig andere Spielregeln als im Top-Management, denn Leistung wird hier – wie in Beitrag 1 beschrieben – anders definiert.
  • Fehler 2: Mit dem Vorgesetzten das Gespräch auf Augenhöhe suchen
    Im Mittelmanagement sind Sie es wahrscheinlich gewohnt, auch mit Ihrem Vorgesetzten das Gespräch auf Augenhöhe zu suchen. In der obersten Etage kann das ein gravierender Fehler sein und das Gegenüber vor den Kopf stoßen. Der hier gültige Verhaltenskodex verlangt es, den höheren Rang des anderen in besonderem Maße zu respektieren. Gespräche auf Augenhöhe finden daher in der Regel nur zwischen gleichrangigen Partnern statt.
  • Fehler 3: Offenes und direktes Feedback geben
    Ein ungeschminktes Feedback ist im Top-Management tabu, wohl auch deshalb, weil sich das Gegenüber dadurch häufig gleich angegriffen fühlt. Erkennbar ist der Fauxpas meist sehr schnell: Anstatt auf das Feedback einzugehen, steigt der Gesprächspartner sofort aus der Situation aus.
  • Fehler 4: Ausschließlich fachlich argumentieren
    Im Topmanagement zählt emotionale Überzeugungskraft – erst dann folgen die Argumente. Ein Fehler ist es deshalb, ausschließlich durch Zahlen, Daten und Fakten überzeugen zu wollen.
  • Fehler 5: Die eigene Person über die Rollenerwartung stellen
    Im Topmanagement wird konsequent zwischen Rolle und Person unterschieden. Wer sich hier bewegt, hat sich an die Regeln seiner Rolle zu halten – so verlangt es der ungeschriebene Verhaltenskodex. Stellen Sie daher nicht die eigene Person über die Erwartungen, die mit der Rolle verbunden sind.
  • Fehler 6: Ausbleibende Kritik als Zustimmung interpretieren
    In der Topetage kritisiert man nicht (offen). Es ist deshalb ein Fehler, ausbleibende Kritik unbedacht als Zustimmung zu interpretieren. Achten Sie deshalb auf andere Signale, aus denen Sie schließen können, wie Ihre Leistung ankommt, etwa die Zeit, die sich Ihr Vorgesetzter für Sie nimmt.
  • Fehler 7: Davon ausgehen, dass ein Topmanager stets meint, was er sagt
    Auf der Topebene gibt es zwei Kommunikationsebenen. Das besondere Problem liegt darin, dass eine Botschaft hier beides sein kann – ehrlich gemeint oder doppelbödig. Daher gilt die Regel: Vertrauen Sie nicht blind dem Gesagten.

Im letzten Teil dieser Blog-Reihe fasse ich für Sie am kommenden Donnerstag im Video nochmal die wichtigsten Punkte zusammen, die es beim Aufstieg in das Top-Management zu beachten gilt.

Ihre Gudrun Happich

 

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei