Der Leistungsträger - Blog

Dieser Eintrag ist Teil 1 von 4 aus der Blogreihe So gelingt der Einstieg ins Top-Management

Sie haben sich mit all ihrer Kraft eingesetzt, nun werden Ihre Mühen belohnt: Ihr Chef hat Sie befördert und Sie steigen ins Top-Management auf! Zunächst sollten Sie sich über einen solchen Erfolg freuen und ihn auch gebührend feiern. Sie können stolz auf sich sein!

Vorbereitung auf die neue Rolle

Im zweiten Schritt sollten Sie sich auf Ihre neue Rolle vorbereiten. In meinen Executive Coachings habe ich schon viele Führungskräfte begleitet, die diesen Schritt versäumt haben – sei es, weil sie die wirklich grundlegenden Unterschiede zwischen den Führungsebenen unterschätzt haben, sei es, weil ihnen gar keine Zeit gegeben wurde, sich richtig vorzubereiten. Die Folgen können fatal sein: vom Gefühl vollkommener Überforderung, Versagensängsten, einem Rausschmiss bis zur eigenen Kapitulation habe ich alles schon erlebt.

In der Blog-Reihe „Klassiker im Führungskräfte Coaching“ starte ich heute mit der Serie „So gelingt der Einstieg ins Top-Management“. Alle zwei Wochen am Dienstag erfahren Sie die wichtigsten Punkte, die es bei diesem wichtigen Karrieresprung zu beachten gilt. In diesem ersten Beitrag geht es zunächst um die wichtigsten Unterschiede zwischen mittleren Management und Top-Management, wie sie zumindest in den meisten traditionell strukturierten Unternehmen zu finden sind.

Eintritt in eine neue Welt

Tatsächlich kann es einem so vorkommen, als beträte man eine neue Welt, ein fremdes Land, dessen Sitten und Gebräuche man nicht kennt. Im mittleren Management zählen Fakten, Inhalte und Argumente, Fairness und Kooperation bestimmen den Umgang. Es geht darum, mit seinem Team die Abteilungs- oder Bereichsziele zu erreichen.

An der Unternehmensspitze stehen plötzlich ganz andere Dinge im Vordergrund: Hier geht es um Strategien, Beziehungen, Verhandlungen – vor allem aber auch um politisches und taktisches Kalkül. Eine komplett neue Welt. Um sich darin zurechtzufinden, bedarf es der Metamorphose von der leistungsorientierten zur strategisch denkenden und politisch taktierenden Führungskraft. Werte und Umgangsformen, die eine Führungskraft im Mittelmanagement als wesentlich kennengelernt hat und mit denen sie viele Jahre lang erfolgreich war, gelten nach dem Aufstieg zum großen Teil nicht mehr oder werden um neue Regeln ergänzt.

Die Spielregeln ganz oben

Selbst eine erfahrene Führungskraft, die seit vielen Jahren im Unternehmen ist, weiß oft nichts über die Spielregeln ganz oben. Seminare und anderen Maßnahmen zur Führungskräfteentwicklung sind fast durchweg abgestimmt aufs mittlere Management. So kommt es, dass die meisten Aufsteiger ins Top-Management nicht einmal wissen, dass sie ein fremdes Land betreten.

Die Gepflogenheiten in der Top-Etage sind vor allem eines: undurchsichtig. Die Verhaltensweisen folgen Regeln, die selbst den Betroffenen oft nicht bewusst sind. Wer sich im Top-Management bewegt, orientiert sich intuitiv an bestimmten Erfolgscodes, über die er sich selbst nie Gedanken gemacht hat. So erklärt sich auch die typische Antwort, die ich auf die Frage nach Erfolgsfaktoren erhalte: Immer wieder ist von Glück und Zufall die Rede.

Was steckt tatsächlich dahinter? Die wohl entscheidende Rolle spielen die objektiv anderen Anforderungen, die im Top-Management existieren. Und um genau die geht es im nächsten Blog-Beitrag dieser Reihe am 25. Juni!

Ihre Gudrun Happich

Weitere Beiträge dieser Reihe:

So gelingt der Einstieg ins Top-Management, Teil 2 am 25. Juni
Anforderungen im Top-Management

So gelingt der Einstieg ins Top-Management (nicht), Teil 3 am 9. Juli
Die 7 häufigsten Fehler

So gelingt der Einstieg ins Top-Management, Teil 4 am 11. Juli
Das Wichtigste im Video

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei