Der Leistungsträger - Blog

Immer wieder ist von den Super-Egoisten in den Chefetagen die Rede, den eitlen, egomanischen Machtmenschen, denen es nur um den eigenen Profit, den eigenen Ruhm  geht. Obwohl ich ja der Meinung bin, dass die Spezies angezählt ist und in den nächsten Jahrzehnten nach und nach aussterben wird, sorgen sie aktuell noch für viel Ärger – bei ihren Mitarbeitern, bei den Leistungsträgern, die zu mir ins Executive Coaching kommen und so ganz anders gestrickt sind, und letztendlich auch bei den Unternehmen, für die sie im Einsatz sind.

Chemische Prozesse im Hirn sorgen für Wohlgefühle

Da dürfte es doch den einen oder anderen freuen zu hören: Der autoritäre Führungsstil, den die Egomanen unter den Managern an den Tag legen, macht unglücklich. Das zumindest sind die neuesten Erkenntnisse der Neurobiologie. Demnach sorgen chemische Prozesse im  Hirn dafür, dass Kooperation mit Wohlgefühlen belohnt wird.  Experten wie der Medizinprofessor Joachim Bauer schließen daraus, dass durch egoistisches  Konkurrenzverhalten in Unternehmen Kreativität, Gesundheit und letztlich auch der wirtschaftliche Erfolg torpediert werden.

„Wer sich als Chef über seine Mitarbeiter stellt, löst eine gefährliche Kettenreaktion aus: „…Die Haltung ‘ich bin größer, besser, wertvoller als Du’ heißt doch umgekehrt: ‘Du bist kleiner, schlechter, weniger wertvoll als ich…“
(Auszug aus einem Artikel in der Frankfurter Rundschau online, hier zum Nachlesen.)

Durch  den hierarchischen Führungsstil mache sich eine allgemeine Bedrücktheit im Unternehmen breit, so die Schlussfolgerung in dem Artikel. Auch ich denke, dass dem kooperativen Führungsstil die Zukunft gehört – wobei ich glaube, dass auch die Konkurrenz ihre Berechtigung hat. Sie kann Entwicklungen und neue Ideen vorantreiben. Und das kann der Wettbewerb am besten, wenn er nicht zum Leitprinzip erhoben, wie das in den letzten Jahrzehnten der Fall war, sondern als situative Strategie eingesetzt wird. Die wichtigsten Säulen  der Unternehmens- und Führungskultur aber sollten Vertrauen, Transparenz und Kooperation sein. Denn das macht nicht nur glücklich, sondern auch nachhaltig erfolgreich!

Konkurrenz und Kooperation kombinieren – wie der Kolkrabe

Die Natur bietet übrigens tolle Modelle, wie sich Konkurrenz und Kooperation kombinieren lassen. Der Kolkrabe etwa kämpft normalerweise mit seinen „Kollegen“ um das vorhandene Futter – logisch jeder möchte seinen Nachwuchs gut ernähren. Kommen jedoch Wildschweine oder Wölfe hinzu, schließen sich die Raben  zusammen, die einen lenken die großen Tiere ab, die anderen klauen ihnen das Futter, die Beute
wird danach geteilt. Bevor  es aber zu dieser Kooperation kommt, machen die Raben einen Vertrauens-Check. (Lesen Sie mehr in meinem Artikel „Kooperation versus Wettbewerb“).

Denn Voraussetzung für jede Art von Kooperation ist gegenseitiges Vertrauen.

Ihre Gudrun Happich

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei