Zartbesaitet und trotzdem erfolgreich?

Zartbesaitet und trotzdem erfolgreich?

Vor kurzem habe ich einen spannenden TV-Bericht über hochsensible Menschen auf WDR gesehen; vielleicht haben Sie Lust sich ihn anzuschauen: zum Beitrag.

Über 20 Prozent der Menschen sollen zartbesaitet sein; und ich habe ja den großen Verdacht, dass viele der Leistungsträger, die in meine Führungskräfte Coachings kommen, zumindest in diese Richtung tendieren.

In dem Bericht ist die Hochsensibilität als Temperamentsausprägung erklärt; bei diesen Menschen kommen mehr Informationen im Hirn an, weil ihr vorgeschalteter Filter nicht so aktiv ist, wie bei anderen. Das hat einige Effekte, die den Alltag stark erschweren können, zum Beispiel kommt es schnell zu einer Reizüberflutung, dieser Menschentypus kann sich meist nicht gut vermarkten und ist schnell verletzt.

Talente ausbauen und fördern

Aber die Hochsensiblen haben auch ganz spezifische Fähigkeiten: Sie haben meist eine außergewöhnlich gute Intuition, ein hervorragendes Gespür für Menschen und Stimmungen, können sehr gut zuhören und sich in andere einfühlen.

Wer diese besonderen Talente erkennt und ausbaut, hat zweifellos hervorragende Chancen sie in seiner Karriereplanung erfolgreich einzusetzen. Unternehmen brauchen eben nicht nur die Macher und Selbstvermarkter, sondern auch jene, die sich den Dingen auf ganz andere Art und Weise nähern können.

Hier können Sie einen Test machen, ob auch Sie zu den Hochsensiblen gehören. Ich habe ihn auch gemacht. Raten Sie mal, mit welchem Ergebnis ;-)!

Ihre Gudrun Happich

 



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4 Kommentare

  1. Danke dass Sie das Thema aufgreifen! Gerade im Geschäftsleben ist es manchmal nicht einfach, hypersensibel zu sein. Im Grossraumbüro tätig zu sein ist eine echte Herausforderung aufgrund des Lärmpegels. Viele Menschen haben auch kein Verständnis, wenn man einfach mehr Ruhe benötigt als andere und man sich weniger in Menschenmengen mischt. Aber wie Sie schon sagen, ist es andererseits auch eine besondere Fähigkeit. Gerade im sozialen Bereich oder auf anderen Posten, wo Taktgefühl und Einfühlungsvermögen benötigt werden, können Sensible ihre Stärken ausleben. Nur muss einem das erstmal bewusst werden, dass man nicht nur ein paar Defizite hat, sondern diese spezielle Eigenschaft auch nutzen kann.

    • Gudrun Happich

      Liebe Sike,

      danke, dass Sie dies Thema so offen ansprechen und hier Ihren Kommentar platzieren. In der absolut hektischen und oftmals auch rauen Welt ist die Sensibilität manchmal schon eher eine Qual – als Betroffene – doch ich denke ja, die Zeiten werden sich wandeln und drehen (müssen) und hier sind dann die Qualitäten der Hypersensiblen ein begnadetes Geschenk. Ich wünsche Ihnen von Herzen, das Sie schnell viel Wertschätzung für Ihre Stärken !! finden. viele Grüße
      Gudrun Happich

  2. Gudrun Happich

    Besten Dank für diesen wertvollen Kommentar. Ich persönlich finde es auch eine Bereicherung zu den Hochsensiblen zu gehören. Und in meinem Beruf als Executive Coach sehr sehr hilfreich. Spannend finde ich, das bei Ihnen “zartbesaitet” die Assoziation von “Mimöschen” hervorruft … ich hatte eine andere Vorstellung von diesem Begriff, denn sonst wäre er bestimmt auch nicht verwendet worden. Danke für den Hinweis!

  3. Wichtiges Thema! Ich selbst zähle mich eindeutig zu den Hochsensiblen, den Ausdruck “zartbesaitet” finde ich allerdings etwas unpassend. Darunter stelle ich mir eher ein klassisches “Mimöschen” vor und das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.

    Ich war in der Vergangenheit sehr erfolgreich, war Führungskraft, musste Ellenbogen einsetzen, Menschen die Stirn bieten und mich durchsetzen, also nix Mimöschen. Als Hochsensibler kamen mir einige Fähigkeiten sogar oft sehr gelegen:

    Oft erkannte ich in Meetingräumen innerhalb von Minuten oder gar Sekunden Stimmungen, politische Verstrickungen, Rangordnungen oder die Rollen, die Menschen in Teams spielten. Ich hörte was Menschen sagten und verstand was sie eigentlich sagen wollten. Ich spürte wie es Menschen ging und oft kamen sie sogar zu mir, beim Mittagessen oder nach ein paar Bier an der Hotelbar. Und in der Regel stimmte was ich gespürt hatte.

    Es ist gut hochsensibel zu sein, ich würde niemals tauschen wollen!

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