Stressmanagement im Führungskräfte Coaching

Stressmanagement im Führungskräfte Coaching

Ein Thema, das mich nicht nur als Führungskräfte Coach gerade sehr beschäftigt: Wie gehen wir als Gesellschaft mit den vielen Stresserkrankungen um? Sicher haben Sie es alle mitbekommen: Gemäß Stressreport 2012 leidet jeder zweite Beschäftigte in Deutschland unter Termin- und Leistungsdruck. Auch im Führungskräfte Coaching wird das Thema immer wichtiger. Mit meinen Klienten entwickle ich individuelle Strategien für mehr Leistung mit Leichtigkeit. Wann gelingt dies?

Die Fähigkeit, Grenzen zu setzen

Meiner Erfahrung nach: Wenn der Mensch seine Tätigkeit als erfüllend empfindet, wenn die Rahmenbedingungen, unter denen er sie ausübt, für ihn stimmig sind, wenn er sein Leben selbst aktiv gestaltet. Stress im negativen, krankmachenden Sinn geht fast immer mit einem Gefühl der Ohnmacht einher. Häufig ist zudem die Fähigkeit verloren gegangen, Grenzen zu setzen. Natürlich muss sich in unseren Unternehmen noch vieles ändern und sie sind schon allein aus wirtschaftlichem Selbstschutz in der Pflicht, ihre Mitarbeiter dabei zu unterstützen, für ihre Arbeit brennen zu können – ohne auszubrennen. Trotzdem ist jeder zunächst selbst  gefordert, Verantwortung zu übernehmen und die entscheidenden Fragen zu stellen: Welches Umfeld brauche ich, um meine volle Leistungsfähigkeit mit Freude abrufen zu können? Wo liegt mein wirkliches Potential? Im öffentlichen Diskurs scheint oft der Ausstieg aus der als Hamsterrad empfundenen Karriere die einzige Lösung zu sein. Das mag für manche auch stimmen, eine Pauschallösung ist das aber sicher nicht. In meinem Blog-Beitrag  im Harvard Business Manager „Wenn die Lebenskrise kommt“ geht es genau um dieses Thema.

Was ist Stress eigentlich?

Ich finde, dass die Diskussion zum Thema Stress und Stressmanagement häufig zu plakativ geführt wird. Statt nach Schuldigen zu suchen, ist es hilfreich sich mal zu überlegen, was Stress eigentlich ist, wie die Menschen früher damit umgegangen sind, wie stark sich unsere Arbeitswelt in den letzten Jahren verändert hat, was wir konkret in den Unternehmen tun können und wo jeder Einzelne gefordert ist. (Stichwort: E-Mail-Flut).
Eben bin ich auf das Interview „Auch Stress können wir als erfüllend empfinden“ mit der Philosophie-Professorin Ursula Wolf  auf Spiegel Online gestoßen. Darin finde ich einige sehr interessante Ansätze, zum Beispiel das verhaltenstheoretische Modell von Konrad Lorenz, wonach „Lebewesen eine Aktionsenergie haben, die sie dazu drängt, sich in Auseinandersetzung mit der Umwelt zu äußern.“

Wie sind Ihre Gedanken und Lösungen zum Thema Stress?
Ich freue mich über Ihren Kommentar!

Ihre Gudrun Happich



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1 Kommentar

  1. Hallo,
    ich denke, man muss schon unterscheiden zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Auch wenn die Hälfte der Beschäftigten unter Stress leidet, so sind es zwei Paar Schuhe, ob ich Chef bin oder Mitarbeiter am Ende der Befehlskette.
    Wenn der Chef nicht organisieren und delegieren kann, ist er vielleicht nicht der richtige. Der Mitarbeiter kann den Stress in den meisten Fällen nur durch eine Verringerung des Arbeitsumfanges zurückdrängen. Dies kann er aber nicht beeinflussen.
    Viele Tugenden wie Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Gründlichkeit führen zu Stress.
    Und extremer Stress bedeutet immer Ohnmacht, Hilflosigkeit. Da helfen dann auch keine positiven Rahmenbedingungen wie Anerkennung und Freude an der Arbeit. Wenn das Pensum nicht mehr geschafft wird, wenn die Anforderungen zu übermächtig und die Erwartungshaltung, die eigene und die von außen, nicht erfüllt werden können, wird Stress gesundheitsschädigend.
    Sieht man manchmal bei Leistungssportlern, noch deutlicher am vorzeitigen Ausstieg vieler Arbeitnehmer vor Erreichen des Rentenalters.
    Stressmanagement für Führungskräfte macht Sinn für die Führungskraft, wird aber dem Mitarbeiter nichts bringen.

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