Führen nach oben II: Von der Natur vernetztes Denken lernen

Führen nach oben II:  Von der Natur vernetztes Denken lernen

Führen nach oben gehört zu den Klassiker-Themen im Führungskräfte Coaching. Im ersten Beitrag der Blog-Reihe habe ich Ihnen ein Praxis-Beispiel aus meiner Arbeit als Executive Coach geschildert. Mein Klient, Prokurist in einem internationalen Konzern, musste bei einer Vorstandssitzung strategisch geschickt vorgehen, um Unterstützung für sein Projekt zu bekommen. Lesen Sie mehr.

Die Beziehung der Handelnden

Bei der Führung des Vorgesetzten kommt es – insbesondere im Top-Management – weniger auf Inhalte an, sondern mehr auf die emotionalen Beziehungen der Handelnden untereinander. Man bekommt es hier häufig mit einem komplexen Beziehungsgefüge zu tun. Um dieses System zu begreifen oder gar zu beeinflussen, bedarf es eines vernetzten Denkens – denn die vielfältigen Beziehungen und Rückkopplungen lassen sich durch lineare Kausalitäten nicht beschreiben.

Öko-System am Waldrand

Um eine Strategie zu entwickeln, schaue ich mit meinem Klienten häufig zunächst nach etwaigen Lösungsansätzen in der Natur, so auch beim Führen nach oben. Schließlich gleichen die vielfältigen Quer- Beziehungen und Netzwerke in den Führungsetagen häufig einem Öko-System. Schauen Sie sich zum Beispiel einen Waldrand an: Zahlreiche Pflanzen und Tiere sind hier auf vielfältige Weise zu einem komplexen Ganzen verbunden.

Das komplexe Zusammenspiel verstehen

Die Besonderheit des Ökosystems liegt darin, dass es sich selbst regelt und steuert. Grundlage für diese Selbststeuerung sind ausgewogene Interferenzbeziehungen, ein ausgeprägtes Anpassungsvermögen von Einzelorganismen, Populationen und Lebensgemeinschaften sowie der Ringschluss von Produzenten, Konsumenten und Reduzenten im biologischen Stoffkreislauf. Dank seiner engen Vernetzung ist dieses System aus Querbeziehungen, Nahrungsketten und Informationsübertragungen auch sehr stabil. Um den Vorteil eines Ökosystems nutzen zu können, muss man dieses komplexe Zusammenspiel erkennen und verstehen.

Über Bande spielen

Für das Führen nach oben lässt sich eine bemerkenswerte Schlussfolgerung ziehen: Da alles miteinander zusammenhängt, lässt sich das System über unterschiedliche Ansatzpunkte beeinflussen und in eine gewünschte Richtung lenken. Um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, ist es daher nicht notwendig und auch nicht immer sinnvoll, direkt auf die Zielgrößen einzuwirken. Stattdessen kann man – wie beim Billard mit der weißen Kugel – auch „über die Bande spielen“ und indirekt steuern.

Im letzten Beitrag der Reihe „Führen nach oben“ am 18. Dezember präsentiere ich Ihnen eine Checkliste mit den wichtigsten Grundsätzen, die es zu beachten gilt! Wie immer freue ich mich über Ihre Erfahrungen und Ihr Feedback!

Ihre Gudrun Happich

 



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