Gute Führungskräfte können über sich hinaus denken

Gute Führungskräfte können über sich hinaus denken

Vor kurzem habe ich in meinem Beitrag zum E-Book Nachhaltige Führung geschrieben, was Nachhaltigkeit in der Führung für mich bedeutet. Ich verstehe darunter Unternehmer und Manager, die über ihre eigenen Lebens- und Wirkungszyklen hinaus denken, die Verantwortung übernehmen.

Gestern habe ich bei Spiegel Online von Reinhard K. Sprenger den Gastbeitrag „Ab jetzt sind Sie ein Agent des Kapitals“  gelesen. Den Titel finde ich zwar weniger gelungen, dafür aber den Inhalt über weite Strecken sehr wohl.

Führungsexperte Reinhard K. Sprenger schreibt in dem Artikel zum Beispiel:

Nimmt man hinzu, dass ein Unternehmen um die Zentralidee der Zusammenarbeit herum gebaut ist, dann muss man Menschen zu Führungskräften machen, die den Kooperationsvorrang im Unternehmen zur Geltung zur bringen: Leute ohne Super-Ego, Menschen, die die Leistung anderer fördern. Es braucht Fremdoptimierer. Die das Interesse des Ganzen über das eigene stellen, die tun, was zu tun ist, die vor allem sich dafür einsetzen, dass ihre Mitarbeiter aufblühen, und dafür in Kauf nehmen, selbst nicht permanent im Rampenlicht zu stehen.

Damit hat er nun ziemlich genau die Menschen beschrieben, für die ich mit besonderem Herzblut Executive Coach und Sparrings-Partnerin bin: die Leistungsträger in Unternehmen, die ich an anderer Stelle im Blog schon mal ausführlich charakterisiert habe. Für mich trifft Reinhard K. Sprenger in seinem Beitrag den Nagel auf den Kopf und in meinem Buch Ärmel hoch formuliere ich das auch sehr deutlich: Eine Führungskraft (Mittleres Management) wird dafür bezahlt gemeinsam mit den Mitarbeitern vorgegebene Ziele zu erreichen und Ergebnisse zu erzielen. Vornehmlich geht es also darum, diese Ziele nicht durch „Eigenarbeit“ zu sichern, sondern indem eine Mannschaft aufgebaut und entwickelt wird, die durch Motivation, Mitdenken und Eigenengagement diese Ziele erreicht. Die Führungskraft agiert dabei stets im Dienst des großen Ganzen, des Unternehmenserfolgs. Und genau das verlieren manche aus den Augen; ich kenne aber auch jede Menge Beispiele, wo das sehr gut funktioniert.

Das Unternehmen voran bringen und sich selbst treu bleiben – ein Widerspruch?

Jetzt bin ich aber fast ein bisschen erschrocken, als ich die durchwegs sehr kritischen Kommentare unter dem Artikel las, die dem Autor jede Praxisnähe absprechen. Und ich frage mich, woran das liegt. Natürlich ist Herr Sprenger bekannt für seine provokanten Thesen, manche mögen auch meinen, dass er polarisiert, aber ganz ehrlich: Hier ist wenigstens jemand, der gerne immer wieder den Finger in die Wunde legt, die Leute aufrüttelt oder sogar zum Widerspruch anregt, aber immerhin: Es passiert was!
Vielleicht ist es aber auch der scheinbare Widerspruch, der die Kommentatoren und auch viele Klienten im Führungskräfte Coaching bewegt: „Wie kann ich Menschen bewegen, Unternehmen voran bringen und gleichzeitig mir selbst treu bleiben?“
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Beides möglich ist – wenn man die richtige Position, seine Berufung findet. Und nicht zuletzt, um das herauszufinden, besucht man ein Führungskräfte Coaching und lässt sich beraten und begleiten.

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Mich interessiert Ihre Meinung!

Ihre Gudrun Happich

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