Führungskräfteentwicklung: Moderne Führungspersönlichkeiten formen

Führungskräfteentwicklung: Moderne Führungspersönlichkeiten formen

Wie formt man Führungspersönlichkeiten, die diese Bezeichnung auch verdienen? Das war schon immer eine der größten Herausforderungen im Personalbereich.

Demographischer Wandel, Einbindung der Digital Natives, immer mehr Einzelunternehmer, die in Netzwerkstrukturen integriert werden müssen, Job Sharing und ähnliche Entwicklungen bringen aktuell ganz neue Herausforderungen in der Führung. Es gibt zudem immer mehr Fach- neben den Hierarchiekarrieren und Führung findet überwiegend projektweise statt oder ganz ohne Personalverantwortung.

Standardseminare haben längst ausgedient

Was muss eine Führungskräfteentwicklung leisten, um diesen veränderten Ansprüchen nachhaltig begegnen zu können? Vor 15 Jahren war ich Mitglied der Geschäftsleitung einer internationalen Management-Akademie. Ich war damals verantwortlich für die Konzeption der Ausbildungsprogramme und natürlich wollten wir möglichst viele unserer Teilnehmer in einer vertretbaren Zeit zu nachhaltig guten Führungskräften entwickeln. Bei den üblichen Standard-Seminaren war zwar der Aufwand hoch – der Transfer und damit die Wirkung blieben aber weit hinter dem zurück, was wir uns vorstellten.

Individualisierte Führungskräftecoachings

Ich begann daher bald mit Intervall-Programmen und individualisierten Entwicklungsprogrammen zu arbeiten. Das heißt, wir führten eher kurze Trainings-Sequenzen inklusive Methoden, Tipps und Tools ein, die aufeinander aufbauten. Sie wurden mit Gruppen-Coachings und Einzel-Coachings kombiniert. Zudem gab es einen begleitenden Ansprechpartner, mit dem sich der Teilnehmer über weitere Schritte im Bildungsparcours beraten konnte.
Mit dieser Ansprache von Management und Persönlichkeit erzielten wir deutlich bessere Ergebnisse, die wesentlich nachhaltiger wirkten. Dass zudem Netzwerke unter den Führungskräften entstanden, war ein erwünschter Nebeneffekt.

Inzwischen begleite ich als Executive Business Coach seit mehr als 15 Jahren Führungskräfte auf dem Weg zur modernen Führungspersönlichkeit. Die Konzepte haben sich verfeinert, der Ansatz ist jedoch geblieben.
Ich bin sicher, dass individuelle Konzepte in der Management-Beratung der beste Weg sind, den Wandel von der traditionellen zur modernen Führung zu bewältigen.

Ich freue mich über Ihre Erfahrungen!

Ihre Gudrun Happich

2 Kommentare

  1. Liebe Frau Happich, ich danke Ihnen für diesen längst fälligen Beitrag. Sie sprechen kritisch über das „Outcome“ von Seminaren und brechen eine Lanze für die Individualbegleitung von Führungskräften respektive eine kluge Kombination. Ich möchte Ihnen einfach beipflichten.

    Meine Haltung, die ich dank 23 Jahren Erfahrung einnehme: Wer sich mit Lernen und Persönlichkeitsbildung auskennt, wer M. Montessori gelesen hat, wer den Unterschied zwischen Frontalunterricht und individueller Nachhilfe kennt, wer mehrere Kinder großgezogen hat, wer den Unterschied zwischen Führungskraft und Führungspersönlichkeit, der sich Mitarbeiter freiwillig zuwenden kennt; wer den Unterschied kennt zwischen einem „Seminar ÜBER Handwerkszeuge“ und deren tatsächlichem Einsatz kennt; Wer den Unterschied zwischen einem „Rollenspiel“ und einem echten Konflikt kennt; Wer nicht an den Trichter Mensch glaubt, in den man Wissen und Informationen oder „Methoden“ füllt, und damit dann Klugheit, Gesundheit, Persönlichkeit, Kompetenz erntet, der weiß, dass Menschen sich durch ihre Einzigartigkeit auszeichnen und demzufolge individuelle Begleitung benötigen, um sich tatsächlich nachhaltig weiter zu entwickeln und die „Zwischen-Menscheleien“ meistern….GRUNDLAGEN in Seminaren sind m.E. möglich, Persönlichkeitsentwicklung durch Seminare NEIN (Wieso wohl benötigen Psychologen Lehranalyse und professionelle Berater/Coaches viele Stunden Lehrberatung und Supervision, bevor sie auf die Menschheit losgelassen werden? Wozu ist es in sozialen Kontexten üblich, Einzelsupervision in Anspruch zu nehmen, Lehrer, Pfleger, Ärzte, Sozialdienste, Erzieher, Heilpädagogen? Doch nicht deshalb, weil gerade diese Leute „es nötig hätten“, sondern weil der Nutzen von Einzelförderung und die große Verantwortung, die für Menschen getragen wird, spätestens seit Freud und CG Jung hinlänglich bekannt ist. Gerade in den von Ihnen geschilderten Entwicklungen, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, SICH selbst besser zu verstehen, damit man ANDERE besser verstehen kann und in Menscheleien mehr zustande bringt, als „eintrainierte Techniken“, die sofort vom Gegenüber als solche „enttarnt werden“…

    Schon der alte Konfuzius wusste: „Beteilige mich und ich verstehe“ und dieses „Beteilige mich ganz persönlich“ ist in Seminaren wirklich eine Kunst und ist nur mit echter „Beziehungsarbeit“ zu erreichen…Darüber geben „Zufriedenheitsfragebögen“, die in Seminaren ausgeteilt werden keine Auskunft über solch eine Hochleistung und „Ergebnis-Evaluationen“ werden ja für gewöhnlich für Seminare nicht gemacht. Es gibt noch viel zu tun…

    • Gudrun Happich

      Liebe Frau Mannhardt,
      vielen herzlichen Dank für diesen wirklich sehr sehr konstruktiven und hilfreichen Kommentar.
      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

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