Der Leistungsträger - Blog

Vielleicht kennen Sie die Serie „Chefsache“ auf Zeit.de. Am letzten, meines Erachtens doch sehr an der Oberfläche bleibenden Beitrag der Reihe, in dem es um Transparenz und Vertrauen in der Führung geht (hier zum Nachlesen), fand ich vor allem den Kommentar einer Führungskraft interessant.

Er kritisiert darin, dass es in den Medien nur noch Kritik am Management gebe. Die Chefs müssten alles können, fachliche und soziale und jede andere Art von Kompetenz besitzen, während sich die Mitarbeiter aus jeder Verantwortung stehlen würden. Selbst bei eklatanten Fehlern wäre zum Teil keine Kritik mehr erlaubt. Dabei wäre doch der Deal schlicht Geld gegen Leistung. Ich zitiere: „Wird dieser Deal nicht erfüllt, liegt, mit wenigen Einschränkungen, das Problem primär beim Mitarbeiter und nicht beim Chef.“

Nur noch Dienst nach Vorschrift?

Zu letzterem Punkt habe ich, wie Sie sich vorstellen können, eine andere Meinung. Ob jemand gute Leistung bringt, liegt auch, aber beileibe nicht nur an einer angemessenen finanziellen Honorierung. Das wissen wir aus persönlichem Erleben und vielen Studien zu dem Thema. Vertrauen, Offenheit und Wertschätzung spielen hier eine große Rolle. Die Kultur des Unternehmens, die sich in solchen Werten offenbart, muss und kann nur von oben verändert werden.

Andererseits kann ich die Kritik des Kommentators ganz gut verstehen. Manchmal fragt man sich ja wirklich: Wollen die Leute nur noch Dienst nach Vorschrift leisten und alle Verantwortung nach oben abschieben?

Mich würde brennend Ihre Meinung dazu interessieren!

Ihre Gudrun Happich

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei