Führungsstil: Schneller Gewinn versus Nachhaltigkeit

Führungsstil: Schneller Gewinn versus Nachhaltigkeit

Vor zwei Tagen habe ich diesen bei Zeit-online erschienenen Artikel in meinen Social Media Kanälen geposted: Führungsstil: Harte Schule.

Wegen der großen Resonanz und weil mich das Thema beschäftigt, möchte ich es auch hier im Blog nochmal aufgreifen und Sie fragen: Was halten Sie davon?

In dem Beitrag wird davon berichtet, dass in vielen Schweizer Unternehmen ein amerikanischer Führungsstil Einzug hält. Ich zitiere: „An den Unternehmensspitzen steht in der Schweiz eine Klasse von Managern und Spezialisten, die auf verschiedenen Kontinenten gearbeitet hat und sich in ihrem Lebens-, Sprach- und Denkstil ausschließlich an amerikanischen Vorbildern orientiert.“ Das heißt, diese Manager sind angehalten, möglichst schnell möglichst hohe Gewinne einzufahren und ihre Mitarbeiter – ohnehin nur Rohstoffe – entsprechend autoritär zu führen und gegebenenfalls auszutauschen. Wer die Ziele nicht erreichen kann, ist schneller wieder gefeuert, als die Tinte auf dem Arbeitsvertrag getrocknet ist.

Es dürfte für regelmäßige Blog-Leser kein Geheimnis sein, dass ich einen solchen Führungsstil für kontra-produktiv halte und daher auch denke, dass er gestrig und überholt ist. Nicht nur treibt er die Mitarbeiter in die innere Kündigung und kleine Sabotageakte, auch wird überhaupt „die Kreativität im Unternehmen ausgeknippst“, wie es ein Social Media Kommentator in der Diskussion  so schön ausgedrückt hat. Aber nachhaltiges Denken ist bei einem solchen Modell natürlich ohnehin Fehlanzeige.

Dabei frage ich mich schon: Wie kommt es, dass – obwohl die negativen Konsequenzen eines harten Führungsstils nach amerikanischem Vorbild hinreichend bekannt und durch diverse Studien belegt sind, darüber hinaus überall von Nachhaltigkeit die Rede ist –, ein Großteil der Unternehmen in der Schweiz, und natürlich nicht nur dort, doch immer wieder darauf setzt?

Ich freue mich über Antworten und Kommentare!

Ihre Gudrun Happich

14 Kommentare

  1. Ein sehr schöner Beitrag und eine interessante Diskussion. Ich glaube allerdings nicht, dass in Zukunft die guten Mitarbeiter bei nachhaltig geführten Unternehmen arbeiten und die weniger guten bei den amerikanisch geführten Grosskonzernen. Es fängt schon in der Schule an, in der viele Schüler nur für die Prüfung lernen ohne Interesse am Thema. Im Beruf sind es dann genau die durchaus auch guten Mitarbeiter, die klar messbare Einzelziele benötigen und genau wissen wollen, was sie tun müssen, um den nächsten Karriereschritt machen zu können. Sie sind Unternehmer ihrer eigenen Karriere. Wie es dem Gesamtunternehmen geht, ist da egal, so lange es Karrieremöglichkeiten gibt. Solche Unternehmen funktionieren nach dem Ansatz, dass die Summe der Einzelleistungen das Gesamtergebnis ausmacht. Flache Hierarchien, abteilungsübergreifende Projekte machen die Messbarkeit der Einzelleistung aber immer schwieriger. Teamarbeit passiert in vernetzten komplexen Systemen, bei denen der Einfluss der Einzelleistung auf den Teamerfolg nicht mehr eindeutig messbar ist. Viele gescheiterte Projekte haben genau hier ihre Ursache. Ändern wird sich dass nur, wenn die Grossunternehmen sich diesen Luxus der gescheiterten Projekte nicht mehr leisten können, siehe auch http://wissensarbeiter.wordpress.com/2012/04/15/was-kostet-es-wenn-wissensarbeit-nicht-funktioniert/.

    Beste Grüsse
    Jörg Dirbach

    • Gudrun Happich

      Ich möchte mich wirklich ganz ganz herzlich bei allen bisherigen Kommentatoren bedanken !!!

      Ich bin wirklich überwältigt von den nicht nur zahlreichen, sondern auch wirklich sehr inhaltsreichen Kommentaren. Sollte es tatsächlich so sein, das ich mit dem Thema „Führung und Nachhaltigkeit“ und auch „Führung in Zukunft“ einen wichtigen Nerv getroffen habe? Bitte beteiligen Sie sich weiter !!

      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

      P.S. schon mal ein kleiner Vorgeschmack, insbesondere auch aufgrund der sehr guten Erfahrungen, die ich mit Ihnen hier im Blog mache, plane ich eine kleine „Aktion“ ….bei der Sie sich alle beteiligen können und Ihr Umfeld – Freunde, Kollegen, Vorgesetzte, Mitarbeiter, etc. – gleich mit und wir können gemeinsam etwas ganz spannendes entwickeln. Falls Sie neugierig geworden sein sollten, dann freuen Sie sich auf weitere Informationen 🙂 🙂

  2. Liebe Frau Happich,
    ein toller Artikel, der eine schöne Diskussion auslöst, wie man an den Kommentaren sieht. Klasse.

    Auch ich wünsche mir, dass dieser egoistische, harte Führungsstil mehr und mehr aus unserer Wirtschaft verschwindet. Ich glaube, dass das allerdings erst mal in den kleinen und mittleren Unternehmen passiert. Wenn die kleinen Firmen sich nicht anpassen, sind sie viel schneller bankrott als die großen Konzerne.

    Es wird leider dauern, bis sich die großen Konzerne verändern. Da sind auf den oberen Etagen noch viel zu viele Egomanen, die sich einen kooperativen Führungsstil gar nicht vorstellen können. – Aber es wird sich verändern. Da bin ich mir sehr sicher.

    Herzliche Grüße
    Bernd Geropp

  3. Guten Tag Frau Happich,

    können Sie gerne machen! Rückenwind kann man immer gebrauchen.
    Wenn Sie Zeit haben schauen Sie doch einmal auf meiner Google+ Seite vorbei. Sammle dort interessante Veröffentlichungen und Hintergrundberichte zum Thema. Nicht mainstream, aber deswegen nicht weniger interessant.
    https://plus.google.com/b/101856508600305543573/

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Handzik

  4. „Es gibt zu absolut jeder Herausforderung viele viele Gründe, warum es NICHT geht….. meine Vorgehensweise ist eher: und wenn es auch nur 1 Lösung gibt, dann mache ich mich (mit meinem Klienten) eher auf die Suche, nach dieser 1 Lösung.“

    Absolute Übereinstimmung.
    Der positive Ansatz ist immer zu bevorzugen.
    Ich möchte doch jetzt eine schleife drehen und zum eigentlichen Thema „Schneller Gewinn versus Nachhaltigkeit“ und den Kommentare von Herrn Sander und Herren Widmayer zusammenkommen.

    Ich kann die Aussage nur unterstützen. Ob wir es nun „quick and dirty“ oder „old fashion“ nennen ist nicht entscheidend. Wichtig ist das diese Ansätze in der Zukunft nicht mehr tragen.
    Faktum ist auch, das die sich die von Herrn Widmayer beschriebenen Veränderungen der Generation Y derzeit noch als diffuser Nebel darstellen. Es gibt hier zwar die ersten auch messbaren Veränderung, aber ob daraus eine breiterer Gesellschaftlicher Trend wird ist noch offen.

    Wir befinden uns derzeit in einer Phase des Überganges. Das alte trägt nicht mehr, ohne das aber eine klare erprobte Alternative vorhanden ist. Unternehmen stecken daher genauso in einem diffusen Nebel wie die Generation Y.
    Bricht man es auf die ebene eines einzelnen Unternehmens herunter wird die Sicht zwar deutlich besser. Es zeigt sich aber auch, wie schnell die direkten Einflussmöglichkeiten enden. Als Stichwort sei hier nur auf das Management der Lieferkette verwiesen.

    Das heiß nicht, das es sich nicht lohnt den weg der Nachhaltigkeit zu gehen. Es ist vielmehr Hinweis darauf, die Wanderschuhe anzuziehen und genügend Proviant mitzunehmen.

    Mit besten Grüßen
    Stefan Handzik

    • Gudrun Happich

      jup, ich stimme Ihnen gerne zu!!

      Beim Lesen Ihres Kommentars kam mir eine Idee: Wie wäre es denn, wenn ich hier auf dem Blog eine Rubrik einrichte unter der Überschrift „Best-Practice“ – der Raum und der Platz für kleine/große Beispiele für den Weg der Nachhaltigkeit. ??
      Damit wir trotz Wanderschuhe und genügend Proviant auch immer wieder von Erlebnissen genährt werden, die uns allen – die davon überzeugt sind, das dies der „richtigere“ Weg ist – immer wieder zeigen: ja …. es geht … weitermachen…und gerne uns gegenseitig unterstützen und Mut machen.

      Was halten Sie von der Idee?

      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

  5. Stefan Handzik

    Guten Tag Frau Happich,

    Ihr Lösungsansatz kann man als Abstimmung mit den Füßen bezeichnen. Die „Guten“ bekommen die Fachkräfte die „Schlechten“ gehen leer aus. Die problematischen Unternehmen auf diesem Wege „Auszutrocknen“ hat auch sicherlich seinen Charme. Ganz nebenbei, genau dieses Argument wird gegen das Bedingungslose Grundeinkommen zu Felde geführt. Aber das ist ein anders Thema.

    Der Trend bei der Stellensuche nicht nur auf die Bezahlung zu achten, sondern auch andere Faktoren mit einzubeziehen ist ja in Anfängen schon zu sehen.
    Es gibt auch heute schon Mittelständische Unternehmen irgendwo im Nirgendwo die im zunehmenden Maße Probleme haben, ihre Stellen mit Fachpersonal zu besetzen. Es sind genau die Unternehmen die seit jeher eine guten Umgang mit Ihren beschäftigten gepflegt habe. Für die Verantwortung für das Unternehmen als auch für das Umfeld kein Fremdworte sind, die nur an diesem einen Standort produzieren und zu diesem Standort stehen.

    Was ist ihr Problem?
    Sie konkurrieren nicht mehr mit anderen Unternehmen um Fachkräfte sondern mit Regionen. Hamburg, Berlin, München haben einfach mehr zu bieten als eine Kleinstadt in der Provinz. Nach dem Studium gilt es Karriere zu machen. Am besten International USA, Asien oder sonst wo. Ein leben lang Wuschelhausen und eher begrenzte Karriere Optionen ist da wenig verlockend und wer kann es ihnen verdenken.

    Genau hier haben die Unternehmen die besagten Managementstilen folgen einfach mehr zu bieten. Standort in einer Metropole, Karriere Optionen, Einsatz im Ausland. Wer einmal im Zug sitzt steigt auch so schnell nicht mehr aus auch wenn die Arbeitsbedingungen nicht optimal sind.

    Die Abstimmung mit den Füßen läuft. Nur ob sie in die Richtung läuft, die den begriffen von Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung entspricht ist die Frage. Setzt die Abstimmung die richtigen Impulse?

    Mit besten Grüßen
    Stefan Handzik

    • Gudrun Happich

      Hallo Herr Handzik,

      was ist schon „richtig“ ?? Es gibt sicherlich keine alleigene Allgemeinformel für „richtig“. Und natürlich haben Sie Recht, das es immer mehrere wenn nicht sogar viele Faktoren sind, die über „Erfolg“ und „Mißerfolg“ (mit)entscheiden.
      Doch ich möchte eingehen auf Ihr Argument: die „Guten“ Unternehmen, wenn sie denn nicht in den attraktiven Lagen liegen (Großstädte) bekommen sie die „Guten“ Mitarbeiter nicht, weil die ja Karriere machen wollen, Ausland, etc. (Etwas platt und sehr verkürzt von mir zusammengefasst). Ist das so?? Vielfach vielleicht ja, aber wollen wirklich alle ins Ausland, Karriere machen ?? Ich mache eher die Erfahrung, das viele gar nicht wirklich wissen, was sie wollen und daher den „Mainstream-Standards“ hinterherlaufen ….. (was nicht unbedingt immer erfolgreich ist)

      Genau aus diesem Grunde widme ich mich deutlich lieber – weil zielfrührender – den individuellen Herausforderungen und Fragestellungen: Der einzelnen Führungskraft mit der konkreten Fragestellung, oder dem konkreten Unternehmen mit den entsprechenden Herausforderungen, dann lassen sich konstrukitvere und sinnvollere Lösungen finden. Ein Beispiel: ein Klient von mir kam einmal an und formulierte: Wir brauchen in meiner Abteilung viel mehr Frauen, doch unser Bereich ist zu unattraktiv für Frauen (It-Programmierung). Meine Frage: Warum brauchen Sie Frauen, um was geht es denn wirklich? Antwort: wir brauchen mehr Sozialkompetenz, und die ist ja bei Frauen viel stärker ausgeprägt, also brauchen wir Frauen. Mein Hinweis: geht es nicht darum „sozial kompetente“ und zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passende Mitarbeiter zu finden, egal welchen Geschlechts? – so haben wir denn eine gezielte Strategie entwickelt umd das tatsächliche Ziel zu erreichen. (Übrigens: im Ergebnis hatte der Klient dann sogar sowohl Frauen, also auch Männer eingestellt)

      Es gibt zu absolut jeder Herausforderung viele viele Gründe, warum es NICHT geht….. meine Vorgehensweise ist eher: und wenn es auch nur 1 Lösung gibt, dann mache ich mich (mit meinem Klienten) eher auf die Suche, nach dieser 1 Lösung.

      Ich gehe allerdings davon aus, lieber Herr Handzik, das wir an dieser Stelle sicherlich gleicher Ansicht sind, oder?

      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

  6. Liebe Frau Happich,

    vielen Dank für die kritischen Anmerkungen zum „Führungsstil: Harte Schule“. In den Business Schools anglo-amerikanischer Prägung wurden viele Jahre lang die MBA-Clone ausgebildet, die dann durch ihr Herdenverhalten in der Krise die Abwärtstrend zumindest verschlimmert haben. Aber ich nehme hier positive Gegenbewegungen wahr (vielleicht auch, weil ich es mir wünsche). Die Karlshochschule International University in Karlsruhe beispielsweise (an der ich einen Lehrauftrag habe) stellt sich ganz bewusst anders auf und sieht Management als interdisziplinären Ansatz und nicht als Teilgebiet der Betriebswirtschaft. Im Übrigen tut sich auch in USA etwas,wenn ich mir z.B. die Arbeiten von Gary Hamel und Henry Mintzberg anschaue.

    Zudem bin ich optimistisch, wenn ich mir die jetzt immer stärker werdende Generation Y anschaue und deren Bedürfnis nach Sinn, Erfüllung, Transparenz, Selbstbestimmung und Verantwortung. Die werden durch ihr „Konsumentenverhalten“ ganz sicher eine Veränderung der Führungskultur „erzwingen“. Die Unternehmen, die dann noch immer die „Old-School-Führung“ praktizieren, stehen dann hoffentlich bald ohne Mitarbeiter da. Die Mechanismen dürfen dann nur nicht durch staatliche Eingriffe unterbunden werden, wie es jetzt z.B. bei Schlecker passiert (auch wenn ich mich dadurch bei den „Schlecker-Frauen“ auch unbeliebt mache).

    Beste Grüße,
    Frank Widmayer

    • Gudrun Happich

      Lieber Herr Widmayer,

      vielen Dank für Ihren konstruktiven Kommentar.

      Ja, ich glaube Sie haben mit Ihrer Aussage viel auf den Punkt getroffen: Ich glaube auch, das wir auf dem „richtigen“ Wege sind, und glaube auch, wenn nicht jetzt, wann denn dann? Die Rahmenbedingungen für einen solchen „Kulturwechsel“ sind aktuell so „gut“ wie meiner Ansicht nach, bislang selten. Dennoch, und das ist der Punkt: „wir wünschen es uns“ …. Die Realität wird zeigen, was wirklich passiert. Und ich bin davon überzeugt, das auch in Zukunft „vielfältige“ Lösungen und Antworten gefunden werden und angewandt werden. Ob die alle sinnvoll und nachhaltig sind, ist ja eine andere Frage.

      Ich gehe sehr davon aus, das die „Wahl“ in Zukunft einen noch größere Rolle spielen wird. Im Sinne: ein (guter) Mitarbeiter wird in Zukunft mehr Wahlmöglichkeiten haben, wo und unter welchen Bedinungen er arbeiten möchte (es wird einfach sehr viele Unternehmen mit ganz unterschiedlicher Colour geben). Ein „gutes“ Unternehmen wird – hoffentlich – in Zukunft immer noch Wahlmöglichkeiten haben, mit welchen Mitarbeitern man arbeiten möchte, oder auch nicht.
      Wer „gut“ ist, ist meiner Ansicht nach eben nicht mehr automatisch, der gewinnorientierte, ergebnissichernde und durchsetzungsstarke Egomane. Ich hoffe, das in Zukunft neben der Ergebnissicherung auch immer mehr die Art und Weise WIE ein Ergebnis erreicht wurde, zu einem ausschlaggebenden Faktor werden wird, wenn wir bei Gedanken zur „Nachhaltigkeit“ sind.

      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

  7. Stefan Handzik

    Guten Tag,

    das seit längeren eine neue Manager Generation Einzug hält ist nicht nur in der Schweiz so. Die „Amerikanisierung“ nur an den Personen fest zu machen springt allerdings zu kurz. Seit langem hat sich in den Universitäten diese Lehre ausgebreitet.
    Daher ist das, was wir heute bei Managern erleben, ist nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde ihnen beigebracht.
    Das in folge der Finanzkrise die Wirtschaftswissenschaften unter druck geraten sind ist richtig. Auch das zunehmend Kritik am eigenen wirken geübt wird.
    Nur hilft es nicht weiter.

    Wir müssen heute damit leben, dass ganze Generation im Management von diesem „Virus“ befallen sind. Von außen betrachtet ist ihr Stil „Moralfrei“, technokratisch, autoritär. Intern folgt er der Maxime der Optimierung. Ziele müssen in kürzester Zeit erreicht werden. Schon das strecken dieser Zeiträume ist ein Scheitern. Shareholder Value, ein gern genutztes Schlagwort. Nur ob der Shareholder davon wirklich langfristig einen „value“ hat, bleibt offen. Den auch die Unternehmen leiden darunter. Längerfristig werden sie schlicht ins abseits Optimiert. Nur dann sind die Protagonisten schon lange weiter gezogen.

    Das dass intern vermeintlich nützliche, gesellschaftlich extrem destruktiv ist, entzieht sich dabei vollkommen ihrer Logik. Dazu kommt noch, dass Konzerne heute International ausgestellt sind und sich Nationalen Regelungen schlicht entziehen.

    Begriffe wie Nachhaltigkeit finden in diesem Umfeld schlicht nicht statt. Und wenn der Kunden doch wert darauf legt, ist es ein Fall für die PR Abteilung. Dort wird es dann so lange grün gewaschen bis es passt.
    Ob es gelingt bei diesen Personen ein neuen denken zu verankern ist in der Tat fraglich. Wir sollten aber nichts unversucht lassen, genau das zu erreichen.

    Beste Grüße
    Stefan Handzik

    • Gudrun Happich

      Lieber Herrr Handzik,
      ein wunderbarer Beitrag – vielen Dank.
      Ich erinnere mich gerade daran, das ein Kollege vor kurzem zu mir meinte: Glaubst Du wirklich, das sich die Konzerne ändern? – Meine Antwort: vielleicht ist das gar nicht die Frage, es geht ja nicht darum jemanden „gegen seinen Willen und seine Überzeugung“ zu verändern. Geht es nicht eher darum, diejenigen, die auf dem Weg sind, und nicht wissen, wie sie ihre Ideen und Vortellungen unter realistischen Bedingungen umsetzen können in ihrem Vorhaben zu unterstützen?
      Was passiert dann, wenn die „Guten“ und die „Leistungsträger“ dann immer mehr bei den „attraktiven“ Arbeitgebern agieren ? Was passiert, wenn ein starres, hiearchisch und extrem gewinnorientietes, aber Menschen“verachtendes“ Unternehmen keine Leistungsträger mehr bekommt? Ich denke, dann kommen viele Prozesse von alleine in Gang, die mit „Kampf“ nicht erreichbar sind.

      Wie denken Sie darüber?

      Herzlichen Gruß
      Gudrun Happich

  8. Dieser Führungsstil ist ein Relikt des letzten Jahrhunderts, in dem man meinte, „quick and dirty“ sei das passende Mindset zum Erfolg. Das war er ja auch in vielen Fällen. Aber schnelles Wachstum ist eben meist auch von schnellem Fall gefolgt. Internetblöase und Finanzblase sollten Erfahrung genug sein. Langfrsitig erfolgreiche Systeme, das wissen wir nicht zuletzt aus der Natur, sind von nachhaltigen Prozessen geprägt. Das heißt auf Menschen bezogen aber auch: Potentaile etnwickeln statt Ressourcen ausbeuten sollte der Führungsstil des 21. Jahrhunderts sein, um mit Geradl Hüther zu sprechen.

    • Gudrun Happich

      Hallo Herr Sander,

      ja, ganz genau !! Wir zwei beiden – als Diplom-Biologen – haben es da eigentlich viel leichter als viele andere Menschen nicht wahr? Wir haben im Laufe unseres Studiums so deutlich gelernt!!, das es sich lohnt ein Vorbild an der Natur zu nehmen, das wir nicht mehr versucht sind, „Abkürzungen“ oder „Quick und dirty“ – Lösungen zu glauben oder zu vertrauen, weil wir genau wissen, das sich dies in der Natur „langsfristig und nachhaltig“ nie durchgesetzt hat. Vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Gudrun Happich

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