Live aus dem Führungskräftecoaching VI – Überlebensstrategien für Leistungsträger

Live aus dem Führungskräftecoaching VI – Überlebensstrategien für Leistungsträger

In den letzten Beiträgen der Reihe „Live aus dem Führungskräftecoaching“ habe ich Ihnen gezeigt, wie Leistungsträger sich mit typischen Verhaltensweisen in einen Teufelskreis manövrieren, aus dem sie sich alleine nicht mehr befreien können. Die häufigsten Konsequenzen: die Führungskraft wird krank, kündigt oder geht zur Konkurrenz. Soweit muss es nicht kommen. Ich habe als Executive Coach vielfach erlebt, wie Leistungsträger – seit Jahren frustriert von der Erfahrung, dass ihr überdurchschnittlich starkes Engagement sich nicht lohnt – durch verschiedene Strategien den Teufelskreis aus Frustration, Überforderung und immer noch mehr Leistung durchbrechen konnten.

Weil Leistungsträger keine Laut-Trommler sind, bekommen sie oft zu wenig Wertschätzung von ihren Vorgesetzen. Die sind froh, dass sie es mit „pflegeleichten“ Leuten zu tun haben, die ihre Arbeit gut und geräuschlos erledigen. So können sie sich um die „Quengelgeister“ kümmern und diese ruhig stellen. Für Leistungsträger ist es sehr wichtig, sich die verdiente Anerkennung trotzdem einzuholen. Viele warten darauf, dass die anderen die Leistung sehen. Das wird im Regelfall nicht passieren. Der Leistungsträger muss selbst lernen, die Zügel in die Hand zu nehmen, auf Ungleichgewichte aufmerksam machen und auch klar sagen, was er nicht in Ordnung findet, also – ganz wichtig – Grenzen setzen lernen!

Für einen Leistungsträger ist das alles oft besonders schwer, weil er meist kein besonders starkes Selbstwertgefühl hat (was aber nach außen nicht so wirkt). Er glaubt immer noch mehr leisten zu müssen, damit er Anerkennung verdient. Im Excecutive Coaching geht es darum, ihm klar  zu machen, dass dieser Punkt längst erreicht ist. Dafür muss der Leistungsträger am eigenen Selbstwert, der Einstellung zu sich selbst arbeiten und erkennen, was er alles leistet. Hier kann ein Erfolgstagebuch sehr hilfreich sein. Ist dieser Schritt vollzogen, dann kommt die Wertschätzung von außen oft von selbst.

Mit einer die eigene Leistung wertschätzenden, inneren Haltung vermeidet man auch, sich innerlich ungesund zu verbiegen. Nein, man muss nicht noch mehr schaffen, netter sein… Es geht vielmehr darum, das einzufordern, was man verdient!  Es geht darum, ein klares „STOP-Zeichen“  zu setzen.

 Das Hamsterrad verlassen und reflektieren!

Im nächsten Schritt muss sich der Leistungsträger klar werden, was er eigentlich erreichen möchte. Erst dann wird es Zeit für einen DIALOG mit dem entsprechenden Vorgesetzten. An dieser Stelle bloß keine Vorwürfe und emotionalen Ausbrüche. Ruhig und sachlich, aber klar und deutlich. Oft nimmt der Vorgesetzte die Überlastung zwar wahr, ist aber im Grunde heilfroh, dass ihm jemand zuverlässig die wichtigen Projekte abnimmt. Hier sollte immer erst mal eine gemeinsame Lösung gesucht werden.

Wenn ein offenes Wort möglich ist, kann man durchaus fragen: „Was schätzen Sie an meiner Arbeit?“ und nach konkreten Beispielen fragen. Es geht um den Abgleich zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung und eine  Standortanalyse zur Orientierung. Auch Rückfragen wie „Was halten Sie davon?“ sind eine gute Möglichkeit sich Feedback einzuholen.

Manchmal allerdings hat man es auch mit Vorgesetzen zu tun, die sich permanent in den eigenen Kompetenzbereich und die eigene Führungsarbeit einmischen. Was kann man dann tun, um die eigene Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen? Auch hier geht es darum, klare Grenzen zu setzen. Wie das geht, dass zeige ich Ihnen an einem konkreten Fall aus der Coaching-Praxis im vorletzten Beitrag der Reihe „Live aus dem Führungskräftecoaching“.

Ihre Gudrun Happich

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