Mann oder Frau? Spielt bei Leistungsträgern im Führungskräftecoaching keine Rolle!

Mann oder Frau? Spielt bei Leistungsträgern im Führungskräftecoaching keine Rolle!

Immer mal wieder ist die Rede vom typisch weiblichen Führungsstil. Und je nachdem, wer die Rede schwingt, wird die Art der Frauen zu führen als viel erfolgreicher und besser, da weicher, weitsichtiger, integrativer, flexibler, transparenter dargestellt. Oder – mit den gleichen Argumenten – als viel schlechter und zum Scheitern verurteilt.

Alles Nonsens! Zumindest, wenn man einer aktuellen Studie des Personaldiagnostik-Unternehmens „Profilingvalues“ glauben darf. Im Fachmagazin „Wirtschaft und Weiterbildung“ steht dazu: „Über einen Zeitraum von zwei Jahren analysierte die Studie „Herrschende Werte und Einstellungen am Arbeitsplatz“ das Individuelle Wertesystem von über 1.800 Führungskräften in Deutschland, Österreich und der Schweiz und zog dabei auch  geschlechterspezifische Vergleiche. Ihr Fazit: Führungskompetenz ist keine Frage des Geschlechts, sondern ein Thema der individuellen Werte und Eigenschaften einer Person, also ihrer Persönlichkeit. Laut ihrer Werteanalyse gibt es keinen typisch weiblichen Führungsstil.“

Dieses Ergebnis deckt sich  ganz genau mit den Erfahrungen, die ich in 16 Jahren Führungskräftecoachings in meiner Arbeit mit Leistungsträgern gemacht habe. Dieser ganz spezifische  Typ von Mitarbeiter oder Führungskraft ist besonders engagiert, leistungsorientiert, verantwortungsbewusst und entwickelt sich permanent weiter. Und er zeigt in der Regel keine Verhaltensweisen, die als typisch „Frau“ oder „Mann“, sondern höchstens als typisch „Leistungsträger“ definiert werden können. Dementsprechend gibt es in dieser Gruppe auch keinen typisch männlichen oder typisch weiblichen Führungsstil. Auch die Themen, die „meine“ Leistungsträger in Einzelcoachings und Gruppencoachings bewegen, sind größtenteils unabhängig vom Geschlecht. Das gleiche gilt für Sehnsüchte und Ängste und die Art, neue Impulse umzusetzen.  Das alles ist bei ihnen nicht geschlechtsspezifisch, sondern höchst individuell.

Die Persönlichkeit hat dagegen einen sehr großen Einfluss auf den Führungsstil eines Menschen. Auch hier deckt sich meine Erfahrung als Führungskräfte-Coach mit der oben angesprochenen Studie. Wie jemand an das Thema Führen herangeht, das hängt sehr stark von seinen Werten und seiner grundsätzlichen Lebenseinstellung ab. Und diese werden natürlich geformt von der Erziehung, dem Gesellschaftssystem, Glauben und ähnlichem. Die meisten meiner Klienten neigten noch vor einigen Jahren zum traditionellen autoritären, direktiven Führungsstil in seiner jeweiligen individuellen Ausprägung.  Heute sind „meine“ Leistungsträger zunehmend auf der Suche nach wirkungsvollen Alternativen. Ihre Werte sind häufig Offenheit, niedrige Hierarchien, Ehrlichkeit. Die Führungskräfteentwicklung geht so immer mehr in die Richtung des Koordinators.

Ihre Gudrun Happich

Einen Kommentar schreiben

Das Ziel erreichen III – und jetzt?
In der Blog-Serie zu meinem Ratgeber „Was wirklich zählt“ haben wir uns auf die Reise zu Ihrer Idealposition gemach [...] mehr