Führungskräfte-Coaching: Voraussetzungen, Rahmenbedingungen, Ergebnisse

Führungskräfte-Coaching: Voraussetzungen, Rahmenbedingungen, Ergebnisse

Teil 1: Voraussetzungen und Rahmenbedingungen

Coaching ist zwar inzwischen in der Personalentwicklung eine anerkannte Methode, um Menschen effektiv dabei zu unterstützen, ihren Aufgaben gerecht zu werden. Dennoch stelle ich immer wieder fest, dass bei denjenigen, die es eigentlich betrifft, doch noch einige Unsicherheit darüber herrscht, was Coaching eigentlich leisten kann.

Insbesondere auf der Top-Führungsebene ist oft noch unklar, inwiefern Coaching zum Leistungserhalt oder sogar zur Leistungssteigerung – und damit natürlich unterm Strich auch zum Erfolg des Managements – beitragen kann. Hier gibt es noch einige Vorbehalte, und das führt leider dazu, dass längst nicht jeder Top-Leistungsträger, dem das eigentlich gut tun könnte, Coaching in Anspruch nimmt.

Im Spitzensport ist es schon längst vollkommen normal, dass die Höchstleister einen persönlichen Coach an der Seite haben. Auch im Management setzt sich dieser Trend zwar gaaaanz langsam durch. Aber viele setzen Coaching noch immer eher mit „Reparatur“ gleich statt mit „Entwicklungs-Beschleunigung für Leistungsträger“, was eher meine Lesart ist.

Daher werde ich in diesem zweiteiligen Artikel einmal fundiert beleuchten, was Führungskräfte-Coaching aus meiner Sicht leisten muss und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein sollten. Ich umreiße die Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Coaching, erkläre den Unterschied zwischen Coaching und Therapie und nenne auch einige konkrete Beispiele aus meiner Praxis. Und ich gebe Ihnen einige Anhaltspunkte dafür, woran Sie erkennen können, ob ein Coach wirklich für Sie geeignet ist und dem Anspruch gerecht wird, Top-Führungskräfte zu begleiten.

Besonders wichtig ist mir dabei zu betonen, dass „Coaching“ selbst eine Methode oder ein Instrument ist – wirksam wird es jedoch erst durch den Menschen, der diese Methode anwendet. Aus meinen mehr als 15 Jahren Erfahrung im Coaching mit Leistungsträgern formuliere ich daher die einzelnen Aspekte aus meiner Erfahrung heraus.

Die Lage neutral betrachten können

Je höher Sie auf der Karriereleiter steigen, umso weniger direkte Ansprechpartner werden Sie haben. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Menschen ab, die Ihnen ein offenes Feedback geben können oder wollen. Als Top-Führungskraft sind Sie jetzt sehr macht- und einflussreich, und das ist den Menschen um Sie herum ebenfalls bewusst und macht sie unter Umständen befangen.

Kollegen und Vorgesetzte, Ihr berufliches und auch privates Netzwerk sind zwar nach wie vor wichtig für Ihren emotionalen Rückhalt oder den ein oder anderen Ratschlag oder eine Empfehlung. Aber wirklich neutral ist davon niemand, denn alle verfolgen in gewisser Weise auch eigene Interessen.

Gut gemeinte „Rat“-schläge aus Ihrem Umfeld haben bei Ihrem Gegenüber eventuell durchaus schon mal funktioniert. Doch sind diese Hinweise auch für Sie in Ihrer individuellen Lage relevant?

Nehmen wir an, Sie haben ein oder mehrere Ziele, die Sie erreichen oder ein Problem, das Sie lösen möchten. Nun brauchen Sie jemand, der Sie dabei unterstützt, das genau auf die Weise zu tun, die zu Ihnen passt. Also keine Tipps und Tricks „von der Stange“, sondern eine Strategie oder Lösung, die sich aus Ihren individuellen Anforderungen und aus Ihrer konkreten Situation heraus entwickelt.

Ein Executive Coach bietet erfolgreichen Führungskräften eine neutrale Außenperspektive. Er begegnet Ihnen auf Augenhöhe, als gleichberechtigter Sparringspartner, mit dem Sie Ihre Themen besprechen und auch schwierige Situationen reflektieren können. Mit Ihrem Coach können Sie Ihre Entscheidungen leichter treffen oder auch hinterfragen, oder Strategien für Ihre unternehmerischen und persönlichen Ziele entwickeln. Mit etwas professionellem Abstand, zu dem der Coach Ihnen verhelfen kann, klären sich manche Themen deutlich schneller und einfacher.

Typische Anlässe für ein Führungskräfte-Coaching

Einige meiner Klienten leisten sich „ihren“ Coach für regelmäßige Termine, um ihre eigene Rolle kritisch zu reflektieren und die Vorgänge im Unternehmen einmal aus der Distanz zu betrachten.

Andere brauchen einen konkreten Anlass, um ein Coaching in Betracht zu ziehen. Vielleicht erkennen Sie ja eine der folgenden Situationen wieder:

  • Meine Arbeitstage sind selten kürzer als 12 Stunden. Wie kann ich die Belastung verringern und trotzdem effektiv bleiben?
  • Ich verliere die Freude an der Arbeit, habe einfach keine rechte Lust mehr. Woran liegt das und kann ich da was tun?
  • Ich bin zum ersten Mal in der Top-Führungsetage, aber anscheinend läuft hier einiges anders. Wer bringt mir die Spielregeln bei und hilft mir, mich zu behaupten?
  • Ganz oben an der Spitze ist die Luft dünn. Wem kann ich vorbehaltlos vertrauen und bekomme ein neutrales Feedback?
  • Niemand sieht, was ich tatsächlich leiste, andere machen viel mehr Wind um nichts und werden befördert. Was läuft da falsch?

Das sind nur einige Beispiele aus der Praxis, die Ihnen zeigen sollen, welche Bandbreite von möglichen Coachinganlässen es tatsächlich gibt. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Rolle oder Funktion nicht so ausfüllen zu können, wie Sie gerne möchten, kann ein gut ausgebildeter Coach Sie dabei unterstützen, Antworten zu finden.

Ende des Monats werde ich diesen Artikel fortsetzen und erläutern, was ein Executive Coach aus meiner Sicht leisten sollte. Auch den Unterschied zwischen Coaching und Therapie werde ich noch einmal erläutern. Darüber hinaus erkläre ich den Ablauf bei der Auswahl eines geeigneten Coachs und schildere Ihnen exemplarisch ein Erstgespräch.

Haben Sie außerdem noch Fragen, die ich Ihnen in diesem Zusammenhang beantworten kann? Dann freue ich mich über Ihre Anregungen und Hinweise.

Vielen Dank,

Ihre

Gudrun Happich

 

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