So funktioniert Mentoring für Top-Führungskräfte

So funktioniert Mentoring für Top-Führungskräfte

Zu einem funktionierenden strategischen Netzwerk gehören unbedingt Mentoren im eigenen Unternehmen, wie zahlreiche Untersuchungen gezeigt haben. Was Sie grundsätzlich beim Aufbau Ihres persönlichen Netzwerks berücksichtigen müssen, habe ich Ihnen ja letzte Woche vorgestellt. Aber natürlich sind auch die Rahmenbedingungen interessant, die Unternehmen vorgeben, um ihre Toptalente zu fördern und auf ihrem Weg zu unterstützen. Und da gibt es ganz offensichtlich noch Handlungsbedarf. Executive Coaching kann dabei übrigens ein wichtiger Baustein sein.

In diesem Zusammenhang las ich letzte Woche einen hoch interessanten Artikel im Harvard Business Manager, der aufzeigt, warum Frauen tatsächlich oft noch Schwierigkeiten haben, die Toppositionen zu erreichen – und das, obwohl sie an Mentoringprogrammen teilnehmen und umfassend gefördert werden.

Der echte Karriereturbo durch interne Sponsoren

Die Autoren des Artikels treffen aufgrund der Erfahrungen von Frauen, die sie interviewt haben, eine, wie ich finde, sehr spannende Unterscheidung zwischen klassischem Mentoring und Sponsorship:

  • Das Mentoring ist in diesem Verständnis eher auf der psychosozialen Ebene angesiedelt, das heißt, die Mentees erhalten emotionale Unterstützung und Feedback und profitieren von den Erfahrungen ihrer Mentoren, die oft Vorbildfunktion haben. Die persönliche und berufliche Entwicklung steht im Vordergrund, die Unternehmenspolitik wird erklärt, damit die Mentees sich besser zurechtfinden können. Alles in allem stärkt Mentoring die Teilnehmer in ihrem Selbstwertgefühl und gibt ihnen eine Messlatte zur Orientierung.
  • Beim Sponsorship kommt ein entscheidender weiterer Faktor hinzu: In diesem Fall nutzt der Sponsor aktiv seinen Einfluss im Unternehmen, um seinen Schützling weiter nach oben zu bringen. Das heißt, der Förderer lässt seine Beziehungen spielen und die entsprechende Führungskraft so an seinem strategischen Netzwerk teilhaben. Er sorgt dafür, dass die Führungskraft ihren Bekanntheitsgrad im Unternehmen erhöht. Erst damit kommt der richtige Karriereschub zustande. Wer so einen Fürsprecher hat, wird in seinem Führungsanspruch öffentlich bestätigt – und hat damit eine unschätzbare Unterstützung.

Executive Coaching für Sponsor und Protegé

Wer also in seinem Unternehmen die hoch talentierten Leistungsträger und Führungskräfte fördern will, sollte die Sponsoren auch aufgrund ihrer Machtstellung im Unternehmen auswählen. Um die erfolgreiche Zusammenarbeit von Sponsor und Protegé zu gewährleisten, kann ein externes Coaching sehr unterstützend sein. Denn ein erfolgreicher Manager in der Top-Führungsetage ist nicht unbedingt jemand, der auch die nötigen psychosozialen Kompetenzen mitbringt, um viel versprechende Leute nachhaltig zu fördern.

Außerdem kann ein spezielles Führungskräfte-Coaching besonders hilfreich sein, wenn die Führungskraft den Sprung nach oben mit Hilfe ihres Sponsors tatsächlich geschafft hat. Denn wie Untersuchungen zeigen, werden die frisch gebackenen Topmanager oft genau dann allein gelassen. Das vorrangige Ziel, die Top-Position, ist ja geschafft – aber die ersten 100 Tage wollen ja nun auch bewältigt werden. Und hier warten noch einmal ganz besondere Herausforderungen, an denen schon mehr als einer gescheitert ist.

Nächste Woche schildere ich Ihnen exemplarisch den Fall einer Klientin, die genau in dieser Position war: das erste Mal ganz oben – und plötzlich ist alles anders.

Aus der Erfahrung der letzten Jahre denke ich jedenfalls, dass es den einen richtigen Weg an die Spitze nicht gibt, sondern jeder den eigenen Weg im „politischen Gestrüpp“ finden muss. Und dafür braucht jede Führungskraft in der ein oder anderen Form Förderer und ein strategisches Netzwerk. Und ganz wichtig: Man muss die Regeln im Top-Management kennen und anwenden.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher auf dem Weg nach oben gesammelt? Hatten Sie Mentoren oder Sponsoren, oder sogar beides? Ich bin sehr gespannt auf Ihre Einschätzungen.

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