Der Leistungsträger - Blog

Am Mittwoch habe ich auf Einladung der Zukunftsinitative Eifel einen Vortrag gehalten. Trotz widriger Witterungsverhältnisse mit Schnee und Eis fanden doch rund 150 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft zu der Veranstaltung. Mein Thema lautete „Kooperation versus Wettbewerb – Was wir von der Natur lernen können“.

Meine Ausgangsfrage war: Kann man sagen, dass eine dieser Strategien wirkungsvoller ist als die andere? Müssen wir uns für eine davon entscheiden? Vor dieser Frage stehen schließlich nicht nur Unternehmen, sondern auch Führungskräfte und Mitarbeiter immer wieder.

Früher galt der Wettbewerb als das Herzstück der Martkwirtschaft. Aber die Vorzeichen haben sich geändert: Heute ist Networking in aller Munde, Joint Ventures und strategische Allianzen, wohin man schaut.

Meine Kernthese:

Ob wir kooperieren oder konkurrieren, sollte keine Frage des Typs oder der persönlichen Vorliebe, sondern der Notwendigkeit sein. Man muss immer kontextabhängig entscheiden, welche Strategie gerade sinnvoller ist. Je härter der Wettbewerb wird, umso flexibler muss die Führungskraft ihre Optionen handhaben. Und da hat die Natur ein paar schöne Beispiele parat.

Auch dort führt Konkurrenz oft zum Erfolg, aber eben nicht immer. Schauen wir uns einen „Experten“ an, den Kolkraben. Der ist ein recht misstrauischer Zeitgenosse, kann aber ausgesprochen klug und strategisch vorgehen. Normalerweise kämpft er mit seinen Kollegen um das vorhandene Fressen, denn jeder Vogel möchte seinen Nachwuchs möglichst gut ernähren – ein ganz logisches Verhalten.

Kommen jedoch Wildschweine oder Wölfe hinzu, mit denen um eine Futterquelle konkurriert werden muss, hätte ein einzelner Rabe keine Chance. Daher schließen sich die Vögel in dieser Situation zusammen: Die einen lenken die großen Tiere ab, die anderen klauen ihnen das Futter, die Beute wird danach geteilt – das ist echte Kooperation!

Auch im Management geht es darum, eine Situation realistisch einzuschätzen, um dann eine Erfolg versprechende Strategie zu entwickeln. Bei einer Kooperation muss es darum gehen, dass alle Beteiligten etwas von ihrem Einsatz haben.

Kooperation braucht Vertrauen

Auch da kann man sich was vom klugen Kolkraben abschauen: Der prüft nämlich erst einmal die Verlässlichkeit seiner „Kooperationspartner“, indem er Futterstücke verbuddelt und sich dabei vom anderen beobachten lässt. Dann versteckt er sich und wartet ab, wie der andere reagiert: Stiehlt er nun das Futter – oder eben nicht? Im letzteren Fall können weitere Vertrauen bildende Maßnahmen folgen. Durch Geben und Nehmen, durch ein ständiges Hin und Her, bauen die beiden Vögel ein stabiles Vertrauensverhältnis auf. Daraus können übrigens stabile Beziehungen entstehen, die über Jahre hinweg halten.

Wenn auch Sie vor der Entscheidung für oder gegen eine Kooperation stehen, kann der Kolkrabe Ihnen ein paar gute Hinweise geben. Laden Sie sich einfach meine Kolkraben-Checkliste herunter.

Ich freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit mir teilen.

Executive-Coach Gudrun Happich schreibt auch bei