Unternehmensführung der Zukunft

Unternehmensführung der Zukunft

Bereits 2006 saß ich gemeinsam mit Managementberater Dr. Reinhard Sprenger in einer großen Runde zusammen, und wir diskutierten über die Unternehmensführung der Zukunft.

Wir fragten uns u. a., woran sich Erfolg festmacht und welche Unternehmenskultur voraussichtlich für nachhaltigen Erfolg sorgt. Damals machten wir diese Frage an zwei Drogerieketten fest, Schlecker und dm. Beide hatten zum damaligen Zeitpunkt zweistellige Wachstumsraten.

Interessant an diesem Beispiel waren die extrem unterschiedlichen Unternehmenskulturen: Während bei Schlecker eine „Misstrauenskultur“ herrschte, bei der es um Macht, Neid, Kontrolle, Wettbewerb, etc. ging, setzte dm auf eine Vertrauenskultur. Hier galten Werte wie Teamplay, Kooperation, Selbstverantwortung, Vertrauen, etc.

Es zeigte sich eindeutig, dass beide Modelle zunächst erfolgreich waren. Es gab offenbar nicht nur eine einzige wirksame Formel für erfolgreiche Unternehmensführung.

Rund fünf Jahre später können wir uns das Ganze noch einmal im Hinblick auf nachhaltigen Erfolg anschauen:

Beispiel dm:
Der Konzern ist mit mehr als 2.000 Filialen und knapp 31.500 Mitarbeitern in Mittel- und Südosteuropa aufgestellt. Ohne zentrale Steuerung. In der FAZ vom 13.10.10 war zu lesen:

„Das Vorgeben von Zielen und Budgets empfinden wir als kontraproduktiv“ sagt Erich Harsch, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Wir glauben, dass es dem Unternehmen guttut, wenn Mitarbeiter selbst die Initiative ergreifen. Die Geschäftsführung von dm erarbeitet zwar eine Jahresvorausschau. Aber die ist keineswegs für die Mitarbeiter verbindlich. Sie diene nur als Orientierung, betont Harsch. Den genauen Kurs definieren die Filialen für sich selbst, drei Mal im Jahr für das nächste Tertial. „Das ist viel fundierter, als wenn ein vom Tagesgeschäft in den Filialen etwas weiter entfernter Vorstand Vorgaben fabuliert“, sagt er. „Wenn der Vorgesetzte die Planung vorgibt, lenkt dies außerdem den Blick vom Wesentlichen ab. Die Mitarbeiter konzentrieren sich dann mehr darauf, dem Chef zu gefallen als dem Kunden.“

Das Unternehmen vertraut darauf, dass seine Mitarbeiter von alleine etwas leisten, wenn man ihnen genügend Freiraum für Eigeninitiative lässt. Respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern wird bei dm gelebt und nicht als Marketing-Blabla instrumentalisiert. Mit diesen Ideen war die Drogeriekette 2009 nach eigenen Angaben das wachstumsstärkste Unternehmen seiner Branche.

Das ist spannend, oder?

Nicht das wir uns falsch verstehen, ich möchte hier nicht urteilen. Ich möchte allerdings sehr deutlich aufzeigen, das man auf unterschiedliche Art und Weise zum Erfolg kommen kann. Nachweislich nachhaltig zu wirtschaften hat offenbar durchaus Vorteile.

Sie als Leistungsträger sind da in der Verantwortung für sich selbst: Damit Sie in Ihrem Sinne erfolgreich sein können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Suchen Sie sich die Unternehmenskultur, die zu Ihnen und Ihren Werten passt.

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